Wangerland/Wüppels (9. 6. 2025) – „Kulturscheune de Luxe“ heißt das Format, das Freunde von Kunst und Kultur am Samstag, 27. Juni, im Wangerland erleben können. Ganz praktisch heißt das: Eine ansonsten für landwirtschaftliche Zwecke genutzte Lagerhall verwandelt sich für einen Tag in eine Bühne für Musik und Literatur.
Yevgeny Sapozhnikov lädt für den 27. Juni in die „Kulturscheune de luxe“ auf den Hof Oldeborg bei Wüppels ein. Foto: privat
Schauplatz für das Fest der Sinne ist wie im Vorjahr der Hof der Familie Ahmels in Wüppels bei Hooksiel. Das Programm sieht von 13 bis 19 Uhr mehrere Teilveranstaltungen vor, die Besucher einzelnd oder auch als Paket erleben können.
Drei Teilveranstaltungen
Zum Auftakt ab 13 Uhr gibt es ein klassisches Konzert mit einer Lesung. Das „Duo Kashalot“ – Yevgeny Sapozhnikov (Violoncello) und Artem Kanke (Klavier) – eröffnet das Festival mit der Cellosonate von Sergei Prokofjew. Begleitet wird das Konzert von einer experimentellen Live-Video-Performance in Zusammenarbeit mit dem Grafikkünstler Serhiy Horobets. Im Anschluss liest Bestsellerautorin Giulia Endres aus ihrem neuen Buch „Organisch“.
Der zweite Kulturblock beginnt um 15.30 Uhr. Der Pianist Christoph Soldan und die Schlesischen Kammersolisten präsentieren Edvard Griegs „Aus Holbergs Zeit“ sowie das neue Werk „Vivaldiana“ von Dariusz Zboch. Danach liest Angelika Klüssendorf aus ihrem Werk „Risse“.
Jazz in schönem Ambiente
Den Schlusspunkt setzt ab 18 Uhr ein Konzert der „Sheila Heyartz Band“ aus Jever – ein musikalischer Ausklang mit Jazz und Groove.
Zwischen den Programmpunkten laden regionale Anbieter zum Verweilen auf dem über 250 Jahre alten Gulfhof mit seinem friesischen Ambiente ein: Dazu bietet der Rotary Club Jever-Jeverland internationale kalte und warme Spezialitäten an. Hausgebackene Kuchen gibt es von den Landfrauen. Dazu gibt es Getränke von Kaffee über Wein bis zum Bier. Karten im Vorverkauf für eines der drei Events (ab 25 Euro) oder für Kombi-Tickets (ab 65 Euro) gibt es im Internet .
Hooksiel (9. 6. 2026) – Ihr Start-Up „Bellari“ gilt als Musterbeispiel für eine Unternehmensgründung. Ihre Liebe zu Hunden kennt keine Grenzen. Vier Mal war die in Hooksiel lebende UnternehmerinAnn-Christin Schubert inzwischen mit einer Hilfsorganisation in der Ukraine, um Menschen und Vierbeinern in dem vom Krieg geschundenen Land zu helfen, teilweise nur wenige Hundert Meter hinter der Frontlinie.
Die Hooksieler Jungunternehmerin Ann-Christin Schubert schildert ihren Weg in die Selbstständigkeit in einem Podcast der „Gezeitengänger“.
Jetzt hat die 32-Jährige eine weitere Herausforderung gemeistert. Sie wurde von Jens Koch und Christopher Groß nach Bad Zwischenahn zum Format „Gezeitengänger“ eingeladen und hat sich fast eine Stunde lang einem Interview gestellt, das jetzt als Podcast kostenlos abgerufen werden kann (open.spotify.com).
Nachgezeichnet wird in dem Gespräch der Weg und die Motivation der in Wilhelmshaven geborenen jungen Frau in die Selbstständigkeit – und zwar schon während ihres Wirtschaftsstudiums an der Jade-Hochschule. Wegweise dafür waren ihr eigener Hund und die Idee, dass man aus alten Feuerwehrschläuchen besonders strapazierfähiges Hundespielzeug herstellen können müsste.
Wo bekommt man die Schläuche her? Wie entsteht ein erster Prototyp? Wie kann eine Produktionslinie aussehen? Und wie findet man letztlich Käufer für das neue Produkt? Fragen über Fragen. Als Herzstück ihres Unternehmens hat Ann-Katrin Schubert 2021 den Online-Shop „bellarie.de“ aufgebaut. Ein Jahr später wurde sie mit dem „Gründerpreis Nordwest“ ausgezeichnet. Inzwischen haben auch verschiedene Ladengeschäfte ihre Produkte im Angebot.
Wer im Internet bei den „Gezeitengängern“ vorbeischaut, hat zudem die Chance, – neben Produkten von anderen Gesprächspartnern – von Ann-Christin Schubert entwickelte Futterdummys für Hunde (Markenname: „Herr Schrödinger“) zu ersteigern. Die Erlöse der Benefizaktion sollen der NCL-Stiftung zugute kommen, die an Kinderdemenz erkrankte Kinder und deren Familien sowie die Forschung zu diesem Thema unterstützt.
Horumersiel (8. 6. 2026) – Trotz des wechselhaften Wetters war die Sielortfete in Horumersiel an allen Veranstaltungstagen gut besucht. Nach der offiziellen Eröffnung am Freitag tummelten sich auf dem Dorfplatz, auf der Festwiese auf demZentralparkplatz und entlang der Goldstraße zahlreiche Menschen, die der Musik lauschten, sich an den verschiedenen Ständen mit Leckereien und Getränken stärkten oder das Showprogramm auf der Bühne verfolgten.
Der „Shantychor Likedeeler“ unterhielt die Besucher der Sielortfete am Sonntagnachmittag. Foto: hol
Der „Bingo Bär“ Michael Thürnau vom NDR erhielt ebenso reichlich Beifall wie zum Beispiel der Spielmannszug Sillenstede, die Live-Bands „Sonic & Smoke“ und „Rinderhagen“ oder DJ Toddy. Am Samstag wurde von 1 Uhr nachts gefeiert. Am Sonntag ging es mit bedächtigeren Tönen weiter. Nach dem Ökumenischen Gottesdienst sangen der „Shantychor Likedeeler“ unter Leitung von Hardwig Gerdes und das Wangerländer Duo „De Platters“.
Abgerundet wurde das Programm unter anderem durch „Open Ships“ beim Küstenwachboot 19 der örtlichen Marinekameradschaft sowie beeindruckenden Ausstellungen und Vorführungen von Soldatinnen und Soldaten des Objektschutz-Regiments der Luftwaffe auf dem Festplatz. Eine wichtige Rolle im Showprogramm spielte auch CDU-Bürgermeister-Kandidat Theis Fischer. Er wurde im Rahmen der traditionellen Neptuntaufe unter dem Namen „Poseidon“ zum Wattkönig gekürt.
Frank Hensel aus dem Organisationsteam zeigte sich mit dem Zuspruch an Besuchern zufrieden – auch angesichts der Konkurrenz durch das Spiel der Fußball-Nationalmannschaft gegen die USA und das Tennis-Endspiels in Paris mit deutscher Beteiligung. Vergleichsweise schlecht seien allerdings die Umsätze der Gastronomen gewesen. Hensel: „Der Trend, dass sich immer mehr Gäste ihre Getränke selbst zur Sielortfete mitbringen, hält an. Das ist wenig erfreulich.“
Traditionell präsentiert sich die Bundeswehr bei der Sielorfete. Zu Gast in Horumersiel war das Objektschutzregiment der Luftwaffe. Foto: hol
Wangerland/Hohenkirchen (8. 56. 2026) – Die Baugenehmigung für den Bau der „Bunten Wache“ im Gewerbegebiet in Hohenkirchen liegt vor. Darüber informierte der Leiter der technischen Bauabteilung der Gemeinde Wangerland, Torsten Meuer, die Mitglieder des Feuerwehrausschusses des Rates. Jetzt könne mit dem Abriss des noch auf dem Grundstück stehenden Gebäudes begonnen und die erforderliche EU-weite Ausschreibung für den Neubau vorbereitet werden.
So sieht der Entwurf der „Bunten Wache“ aus, die in Hohenkirchen entstehen soll. Grafik: Architekturbüro
Feuerwehr drückt aufs Tempo
In der „Bunten Wache“ soll künftig die Freiwillige Feuerwehr Hohenkirchen mit ihren Fahrzeugen sowie die Polizeistation Wangerland als Mieterin einziehen. Das alte Feuerwehrgerätehaus im Ortskern in zu klein und kann am bisherigen Standort nicht erweitert werden. Die Kosten für den Neubau hatte die Gemeinde zuletzt mit 5,7 Millionen Euro veranschlagt.
Gemeindebrandmeister Eike Eilers unterstrich in der Ausschusssitzung noch einmal die Dringlichkeit des Projektes. Die Feuerwehrfahrzeuge seien einfach zu groß für das alte Gebäude. Dadurch käme es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Bedauerlich sei, dass der ursprüngliche Zeitplan kaum noch zu halten sei. Dabei war man von einer Fertigstellung des Gebäudes Mitte 2027 ausgegangen. Eilers: „Ich befürchte, dass in diesem Jahr auf der Baustelle außer dem Abbruch nicht mehr viel passiert.“
Alternative für Flachdach?
Nicht unbedingt weiter verzögert würde das Projekt nach Überzeugung von Meuer, wenn die Dachkonstruktion noch einmal überplant wird. CDU-Ratsherr Arndt Lowien hatte mit Erstaunen festgestellt, dass der Entwurf für das zweigeschossige Gebäude ein Flachdach vorsieht. Damit wären nach seiner Überzeugung künftige Probleme mit der Dachentwässerung vorprogrammiert. Der Ausschuss regte an zu prüfen, ob nicht doch lieber ein Schräg- oder Spitzdach gebaut werden sollte. Die Baugenehmigung müsste dann entsprechend angepasst werden.
Wangerland/Oldorf (8. 6. 2026) – Der landwirtschaftliche Schwerlastverkehr soll künftig nur noch die Ortsumgehung in Oldorf nutzen. Einvernehmlich empfahlen die Mitglieder des Wegeausschusses des Rates, die Straßen in dem Ort zu zu beschildern, dass die Anwohner der bisherigen Durchgangsstraße entlastet werden.
Die kleine Ortsumgehung, die im Rahmen des Flurbereiniungsverfahren Oldorf-St. Joost gebaut worden war, soll zuvor förmlich als Gemeindestraße gewidmet werden. Ihr offizieller Name „Bertha-Cornelia-Weg“ fiel dabei im Ausschuss nicht.
Die Namensgebung Ende 2024 war etwas unglücklich gelaufen. Der Gemeinderat hatte die Straße mit dem Namen der verstobenen Bürgerin bedacht, um deren Verdienste für das Schlossmuseum Jever zu würdigen. Erst im Abstimmungsverfahren war ins Rathaus durchgedrungen, dass viele Oldorfer diese Namensgebung nicht gut fanden.
Hooksiel (8.6. 2026) – Die Dressurmannschaft des Reit- und Fahrvereins (RuF) Hooksiel ist neuer Kreismeister in der Mannschaftsdressur Klasse A* 2026. Die Meisterprüfung fand am Wochenende bei einem Turnier in Bockhorn/Grabstede statt.
Mannschaftsführerin Melanie Lüttge (ganz links) feierte mit den Reiterinnen (von links) Simone Gehm-Dettmann mit Pretty Valerie, Rieke Scherf mit Unlimited Passion, Freya Heinen mit Chico Saltando und Reena Peters mit Red Rosie die Kreismeisterschaft. Foto: Elsbeth Noatzsch
Die Dressurmannschaft mit Mannschaftsführerin Melanie Lüttge errang am Samstag den zweiten Platz. Am Sonntag traten dann die drei besten Mannschaften um den Titel der Kreismeisterschaft des Kreisreiterverbandes (KRV) Friesland/Wilhelmshaven gegeneinander an.
Die Hooksielerinnen (Simone Gehm-Dettmann mit Pretty Valerie, Rieke Scherf mit Unlimited Passion, Freya Heinen mit Chico Saltando und Reena Peters mit Red Rosie) errangen souverän den ersten Platz und wurden somit Kreismeister in der Mannschaftsdressur Klasse A*. Damit hat sich die Mannschaft auch das Startrecht beim Landesturnier in Rastede gesichert.
Wangerland (6. 6. 2025) – Die Gemeinde-Entwicklungsplanung ist eines der Großprojekte, die der aktuelle Gemeinderat in großer Einhelligkeit in der laufenden Wahlperiode auf den Weg gebracht hat. Veränderungssperren wurden verhängt, neues Baurecht geschaffen, dutzende Bebauungspläne für verschiedene Ortschaften überarbeitet.
Ein Ziel: Den historisch gewachsenen Wildwuchs in etlichen Ortschaften rechtlich abzusichern. Unter anderem sollen bislang nicht ordnungsgemäß angemeldete Nutzungen etwa von Wohnungen und Anbauten als Feriendomizile legalisiert, Bereiche für Dauer- und Ferienwohnungen klar definiert und abgegrenzt werden.
Zahl der Ferienwohnungen begrenzt
Allerdings werden künftig nicht alle Ferienwohnungen weiterhin vermietet werden dürfen. Trotz Bestandsschutz. So wird etwa im neuen Bebauungsplan für Teilgebiete in „Horumersiel-Zentrum“ die maximal zulässige Zahl von Wohnungen je Grundstück auf zwei beschränkt. Nach Ansicht von Heiko Manott, Vorstand des Seebadevereins Horumersiel und beratendes Mitglied im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung des Gemeinderates, handelt es sich hierbei um einen massiven Eingriff in die Nutzungsrechte der Wohnungseigentümer.
Die Gemeinde provoziere mit den Neuregelungen geradezu Schwarzvemietungen, befürchtet Manott. Die angestrebte Umwidmung der überschüssigen Ferienwohnungen in Dauerwohnraum sei abwegig. „Viele der Ferienwohnungen sind schlichtweg als Dauerwohnung nicht geeignet.“
Entwertung von Immobilien
Bei vielen Horumersielern stößt vor allem sauer auf, dass die wundersame Vermehrung von Ferienwohnungen im Ort über Jahrzehnte unter den Augen von Wangerland Touristik GmbH und Gemeinde erfolgte. Wenn Dauerwohnungen zu Urlauber-Domizilen umfirmiert und Garagen zu touristischen Schlichtquartieren umgebaut wurden, sei das mit Blick auf die steigenden Übernachtungszahlen durchweg begrüßt worden. Vor diesem Hintergrund werden die neuen Regelungen als Willkür, als Teilenteignung, zumindest aber als massive Entwertung der Immobilen empfunden.
Die Kommunalpolitiker ließen sich von der Kritik nicht beirren. Der Satzungsbeschluss für den überarbeiteten Bebauungsplan wurde von den Ausschussmitgliedern einstimmig abgesegnet. Auch wenn es dabei nicht mehr darum gehe, das historische Ortsbild von Horumersiel zu sichern. Ratsherr Holger Ulfers (SPD): „Dann hätten wir damit schon vor 25 Jahren anfangen müssen.“
Wangerland (5. 6. 2025) – Die Parallelen zum Ostseewal „Timmy“ sind unverkennbar. Bekanntlich war der mächtige Buckelwal, der sich in die Ostsee verirrt hatte und dort gestrandet war, in einer aufwendigen Rettungsaktion in die Nordsee gebracht worden – dann dort aber wenig später gestorben. Ähnlich erging es einem jungen Schweinswal, der am Donnerstag im Wangerländer Watt entdeckt worden war. Heute Mittag meldet die Polizei, dass das Tier inzwischen verendet sei.
Feuerwehr und Polizei retteten diesen hilflosen Schweinswal aus einer bedrohlichen Lage im Watt. Dennoch starb das Tier. Foto Polizei
Dabei waren alle Retter wenige Stunden zuvor noch sehr zuversichtlich. Ihr außergewöhnlicher Einsatz war am Donnerstag gegen 18 Uhr ausgelöst worden, nachdem bei der Polizei die Meldung über ein etwa drei Meter großes, hilfloses Tier eingegangen war, das im Wattenmeer vor Schillig gefangen sei.
Vor Ort bestätigte sich die Befürchtung: Ein Schweinswal hatte bei Ebbe den Weg zurück ins tiefe Wasser verpasst und lag völlig entkräftet im Watt. Es handelte sich allerdings um ein nur etwa 50 Zentimeter großes Jungtier, das offenbar von seiner Mutter getrennt worden war. In einer Gemeinschaftsaktion mobilisierten die Beamten der Polizei und der hinzugezogenen Feuerwehren Hohenkirchen und Minsen alle Kräfte, um das sichtlich erschöpfte Tier zu retten. Dem Einsatzteam gelang es, den Wal sicher aus seiner lebensbedrohlichen Lage zu bergen.
Zunächst gingen die Retter davon aus, dass ihr Einsatz sich auch für das Tier gelohnt hat. Heute Mittag dann die traurige Nachricht. „Der zunächst gerettete Schweinswal ist gestorben.“ Ein Fachmann der Seehundstation Nationalpark-Haus Norden-Norddeich hat den Tod festgestellt. Die Hilfe war offenbar zu spät gekommen.
Anmerkung:Dieser Artikel wurde im Laufe des Tages aktualisiert.
Wangerland/Jever (5. 6. 2026) – Die Mitglieder von Bündnis90/DieGrünen im Wangerland haben ihr Wahlprogramm verabschiedet und die Kandidierendenliste für die Kommunalwahl am 13. September aufgestellt. Die Schwerpunkte liegen bei den Themen Soziales, Natur- und Tierschutz, Integration, Bauen und Wohnen, Bildung und Wirtschaft.
Die Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für die Wahl zum Gemeinderat im Wangerland: (von links) Waltraud Rohde, Gaby Szlezak, Thomas Schweers, Geesche Janßen, Michaela Lebin (hinten), Sven Pohle, Susanne Tibke und Robert Lebin. Foto: Grüne
Die Versammlung fand im Foyer des Theaters am Dannhalm in Jever statt. Derzeit hat die Partei zwei Sitze im Rat. Man kooperiert in der Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GFW) mit der CDU und der FDP. Schon zu Beginn der Sitzung war klar, dass sich die Gesichter der Grünen im Rat ändern werden. Angelika Kirschner, seit über einem Jahrzehnt für die Gemeinde aktiv, tritt aus Altersgründen nicht erneut an. Dirk Bremers, in 2025 für den verzogenen Reiner Tammen in den Rat nachgerückt, steht ebenfalls nicht mehr zur Verfügung.
Zur Wahl im September treten für das Bündnis90/Die Grünen an: Gaby Szlezak (Tettens), Sven Pohle (Wüppelser Altendeich), Waltraud Rohde, Thomas Schweers, Geesche Janßen (alle Hohenkirchen), Susanne Tibke (Hooksiel), Robert und Michaela Lebin (beide Waddewarden). Spitzenkandidatin Gaby Szlezak ist übrigens die Frau des amtierenden Bürgermeisters Mario Szlezak (SPD).
Das Wahlprogramm, das in den vergangenen Wochen zusammengestellt worden war, wurde einstimmig abgesegnet. Es umfasst eine Fülle von Vorhaben, Forderungen, Wünschen und Ideen. Die Bandbreite reicht von einer Standortkarte für Defibrillatoren über die Anwendung der Baumschutzsatzung bis zur Ausschöpfung der Potenziale der regionalen Wertschöpfung durch erneuerbare Energien. Ihr Programm wollen die Kandidierenden in den nächsten Wochen und Monaten den Bürgern in den Orten bekannt machen.
Wangerland (4. 6. 2026) – Der Umgang mit erneuerbaren Energie ist ein Politikum. Auf lokaler Ebene wie auf nationaler und internationaler. Deutlich wurde das zuletzt im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung des Wangerlandes. Das Ziel von Gemeinde und Kommunalpolitik: Einen Wildwuchs von Konvertern in der Landschaft vermeiden, zugleich aber Einnahmen für die Gemeindekasse und lokale Investoren ermöglichen – und im besten Fall einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Die klimafreundliche Nutzung der Windenergie hat nicht nur Befürworter. Immer größer werdende Konverter dominieren das Landschaftsbild in weiten Teilen der Region. Im Wangerland sollen jetzt Altanlagen abgebaut und durch wenige neue ersetzt werden. Archiv-Foto: hol
Dem gegenüber steht die Kritik von Bürgern, die zum Teil auch in der Ausschusssitzung zu Wort kamen. Weitere Windräder würden das Landschaftsbild verschandeln – unabhängig davon, ob im Gegenzug an anderen Orten Altanlagen abgebaut werden. Und: Ob der zusätzliche Windstrom tatsächlich dem Klima hilft, sei so lange fraglich, wie die Leitungstrassen nicht stark genug sind, zusätzlichen Windstrom aufzunehmen und zu potenziellen Verbrauchern zu transportieren. So lange das nicht der Fall ist, müssen immer wieder Windräder abgeschaltet oder überschüssiger Strom kostenträchtig „verschenkt“ werden.
Zustimmung für Projekt „Inikwarfe“
Für die konkreten Windprojekte wollten Kommunalpolitik und Verwaltung diese Pauschalkritik so nicht gelten lassen. Lutz Ahmels, Windpark-Projektierer und Sprecher von 14 Windbauern im Wangerland, stellte aktualisierte Pläne für den Repower-Windpark „Inikwarfe“ vor, in dem südlich von Hohenkirchen/Gottels drei Großanlagen aufwachsen sollen.
Die neuen Konverter würden rund 20 Altanlagen ersetzen, die sich derzeit noch im Wangerland drehen und die mit der Inbetriebnahme des neuen Windparks abgebaut werden sollen. Viele der Altanlagen sind unter 50 Meter hoch, einige aber auch höher. Wichtig ist das, weil größere Windräder ohnehin einen Rechtsanspruch auf Repowering haben, meist im Umfeld ihres bisherigen Standortes.
Höhere Steuereinnahmen
Kleinere Anlagen haben diese rechtlichen Privilegierung nicht. Sie würden sich, so erläuterte Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak, ohne eine Alternativplanung so lange drehen wie sie technisch dazu in der Lage sind. Einen weiteren Vorteil für die Gemeinde nannte Ahmels. Der neue Windpark mit einer über dreimal so hohen Stromleistung wie die Einzelanlagen würde auch mehr Gewerbesteuern in die Gemeindekasse spülen – nämlich rund 420.000 Euro, jedes Jahr, voraussichtlich rund 20 Jahre lang. Mit dem Baubeginn rechnen die Investoren für den Winter 2029.
Die städtebaulichen Vorzüge des Repowerns hoben Sprecher der SPD-Ratsfraktion und der Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GfW) hervor. Für den neuen Park würden dieselben Regeln gelten, wie für andere Windparks im Wangerland, betonte Immo Müller (ZUW). Der Abstand zum nächsten Wohnhaus muss mindestens 500 Meter betragen – berechnet nach dem „Rotor-in-Prinzip“. Das bedeutet, dass der Abstand nicht vom Mast eines Windrades aus sondern von der Spitze des Rotors aus gemessen wird. Der Mastabstand wächst dabei bei modernen Anlagen um rund 70 bis 80 Meter.
Flächen für neue Investoren
Die Ausschussmitglieder signalisierte Zustimmung zur Planung für den Repower-Windpark. Mehrheitlich abgesegnet wurden danach auch Entwürfe für die Flächennutzungspläne für die Windparks bei Haddien und Nenndorf (in der Nähe von Oldorf). Die Unterlagen sollen im nächsten Schritt öffentlich ausgelegt werden. An beiden Standorten sollen nach den Vorstellungen von Investoren auf 18 beziehungsweise 33,5 Hektar Flächen jeweils zwei oder drei „neue“ Windräder aufgestellt werden.
Der von der ZUW eingebrachte Antrag, auch diese Windparkflächen als neue Standorte für repowerfähige Anlagen von anderen Standorten in der Gemeinde vorzusehen, fand keine Mehrheit. Damit, so Müller, hätte man mit dem „Aufräumen der Landschaft“ im Wangerland fortsetzen können. Jetzt sei zu erwarten, dass für eine Reihe der verbleibenden über 50 Meter großen Anlagen Ersatzbauten in der Nähe der alten Standorte erfolgen werden.
Nach Einwenden des Landkreises Friesland gegen die ins Auge gefasste Fläche bei Haddien und Nenndorf war das Planungsareal Nenndorf bereits halbiert worden. Die Untere Naturschutzbehörde hat an beiden Standorten zudem zahlreiche Brut- und Gastvögel identifiziert, um deren Wohl man sich aber erst dann kümmern müsse, wenn der genaue Standort der einzelnen geplanten Windräder feststeht.