Wangerland/Crildumersiel (2. 10. 2026) – Dramatische Bilder über dem Wangerland. Von See kommend steuert heute gegen 17 Uhr ein Sportflugzeit in Höhe Horumersiel aufs Festland zu. Vom Boden aus erkennbar eine Rauchfahne, die es hinter sich herzieht. Der Pilot dreht eine große Runde über den Wiardergroden und Crildumersiel. Die Maschine verliert an Höhe, der Motor stottert verdächtig.
Glück im Unglück. Der Pilot konnte das abgestützte Flugzeug noch eigenständig verlassen. Foto: privat
Schließlich setzt der sehr erfahrene Pilot (69) auf einem Acker im Speicherpolder zwischen dem St. Joostergroden und dem Deich zwischen Hooksiel und Horumersiel zur Notlandung an. Offenbar ist der Untergrund für das Gewicht der Maschine zu weich. Die Räder sinken ein und versinken im Untergrund. Das Flugzeug überschlägt sich und bleibt auf dem Dach liegen.
In banger Erwartung verfolgen Augenzeugen des Unfalls von Seedeich aus das Geschehen. Feuerwehr und Polizei werden alarmiert und rücken zügig an. Die gute Nachricht: Der Pilot ist offenbar unverletzt geblieben. „Er kam uns eigenständig und aufrecht entgegen“, schildert ein Feuerwehrmann.
Die Straße am Deich von Horumersiel in Richtung Hooksiel war heute am späten Nachmittag gesperrt. Feuerwehr und Polizei rückten an, um dem abgestürzten Flieger zu helfen. Foto: hol
Nach Mitteilung der Polizei vom Abend erlitt der Pilot lediglich leichte Hautabschürfungen. Die genaue Ursache der Motorprobleme des Flugzeuges steht noch nicht fest. Nach Einschätzung der Polizei hat der Pilot darauf „sehr besonnen“ reagiert und eine kontrollierte Notlandung eingeleitet. Nach dem ersten Eindruck könnte die historische Maschine einen Totalschaden erlitten haben. Detail zur Bergung sind noch offen.
Laut Internet-Recherche handelt es sich bei der gelb-rot lackierten Maschine um ein Flugzeug der Marke „Fairchild“ vom Typ „Argus 6“, die auf dem Flugplatz Mariensiel beheimatet ist. Die viersitzige, mit einem 200-PS starken Motor ausgestattete Maschine, Baujahr 1943, wurde im Zweiten Weltkrieg von der Royal Air Force eingesetzt.
Wangerland (2. 10. 2026) – Alice Brandenburg-Bienek bleibt Vorsitzende der CDU-Fraktion im Rat der Gemeinde Wangerland. Zum stellvertretenden Vorsitzenden haben die Christdemokraten, die als stärkste Kraft aus der Kommunalwahl hervorgegangen sind, Björn Christiansen aus Hooksiel bestimmt. Der 33-Jährige wurde erstmals in den Rat gewählt.
Hooksieler soll nachrücken
Laut Mitteilung der Fraktion hat Alice Brandenburg-Bienek angekündigt, den Fraktionsvorsitz nach etwa der Hälfte der neuen Ratsperiode an ihren Stellvertreter übergeben zu wollen. „Damit soll frühzeitig ein geordneter Generationen- und Verantwortungswechsel eingeleitet werden“, so die Fraktionssprecherin.
„Ich freue mich über das Vertrauen der Fraktion und werde den Vorsitz mit voller Verantwortung weiterführen. Gleichzeitig ist für mich klar: Wir haben bei der Kommunalwahl ein deutliches Signal für Veränderung und neue Ideen bekommen. Deshalb möchte ich Björn Schritt für Schritt in diese verantwortungsvolle Aufgabe hineinwachsen lassen und ihm zur Mitte der Ratsperiode den Staffelstab übergeben“, erklärt Alice Brandenburg-Bienek.
Der Vorsitzende der CDU-Wangerland, Christian Burchardt, begrüßt diese Entscheidung: „Alice steht für Erfahrung, Verlässlichkeit und eine große Verbundenheit mit dem Wangerland. Gleichzeitig müssen wir den Wunsch der Wählerinnen und Wähler nach frischem Wind ernst nehmen. Der geplante Wechsel an der Fraktionsspitze verbindet beides: Erfahrung und Erneuerung.“
Erneut Gruppe mit der FDP
Mit acht (statt bislang sechs) Sitzen im künftig 22-köpfigen Rat stellt die CDU die stärkste Fraktion. Wie die Partei mitteilt, habe man mit FDP vereinbart, erneut eine gemeinsame Gruppe zu bilden. Die CDU-Fraktion und FDP-Ratsherr Lübbo Meppen werden unter dem Namen „Gemeinsam fürs Wangerland (GfW)“ zusammenarbeiten. Die übrigen Sitze: SPD (6), Pro Wangerland (4), Grüne (2) und AfD (1).
Aber, so Burchardt: „Für die künftige Ratsarbeit brauchen wir einen offenen Blick über Fraktionsgrenzen hinweg und die Bereitschaft, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.“ Die CDU lade ausdrücklich auch die anderen Fraktionen im Rat ein, an diesem Prozess mitzuwirken. „Wir stehen für Gespräche mit allen demokratischen Fraktionen zur Verfügung. Uns geht es nicht darum, Lager zu bilden, sondern darum, gute Entscheidungen für das Wangerland zu treffen“, so Burchardt.
Möglichst Konsens finden
Auch aus Sicht von Alice Brandenburg-Bienek habe die Arbeit mit wechselnden Mehrheiten in der vergangenen Ratsperiode gezeigt, dass man auch ohne feste Mehrheitsblöcke tragfähige Entscheidungen erreichen könne. „Das zwingt uns dazu, in der Sache zu argumentieren, andere mitzunehmen und am Ende einen möglichst breiten Konsens zu finden. Genau diese Kultur der Zusammenarbeit möchte ich erhalten.“
Das Wangerland stehe vor großen Herausforderungen, so Buchardt. „Dafür brauchen wir keine Parteipolitik um ihrer selbst willen, sondern gute Ideen, klare Entscheidungen und die Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung zu tragen.“
Wangerland/Hohenkirchen (2. 10. 2026) – Schon wieder meldet die Polizei Vandalismus-Vorfälle aus Hohenkirchen. Im Zeitraum von Mittwoch, 30. September, bis Donnerstag 7 Uhr haben Unbekannte zwei Fensterscheiben eines in der Jeverschen Straße abgestellten Reisebusses beschädigt. Zudem brannten am frühen Donnerstagmorgen Mülltonnen auf dem Schulhof der Oberschule.
Reisebus besprüht
Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei entnahmen der oder die Täter vermutlich aus den nicht verschlossenen Ladeklappen des Busses einen Feuerlöscher. Mit diesem seien dann Löschmittel auf den Bus sowie in den Bereich vor dem Fahrzeug versprüht worden. „Vermutlich gelangten die Täter anschließend in den Innenraum des Busses und manipulierte dort die Fahrzeugverkabelung im Bereich des Cockpits“, so die Polizei. Hinweise auf ein gewaltsames Öffnen des Buses gebe es bislang nicht.
Am Donnerstag gegen 5 Uhr sind aus bislang unbekannter Ursache zwei Mülltonnen auf dem Schulhof der Oberschule in der August-Hinrichs-Straße in Brand geraten. Die Freiwillige Feuerwehr Hohenkirchen konnte das Feuer löschen. Die beiden Mülltonnen wurden vollständig zerstört. Personen wurden nicht verletzt.
Polizei sucht Zeugen
Die Brandursache ist bislang ungeklärt. Der Brandort wurde durch die Polizei beschlagnahmt. Zeugen für beide Vorfälle, die in den genannten Zeiträumen verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich mit der Polizei Jever unter Telefon 04461/7449-0 in Verbindung zu setzen.
Bereits Anfang der Woche waren Unbekannte in die Oberschule eingebrochen. Zeitgleich war Wechselgeld aus einem geparkten Transporter gestohlen worden.
Friesland/Wangerland (1. 10. 2026) – Auch künftig werden die Straßen- und Wegeränder im Landkreis Friesland gepflegt und gemäht – allerdings nicht überall und nicht vollständig kurz. Die Idee dahinter: Wo ein Teil der Vegetation stehen bleiben darf, können Gräser, Kräuter und Wildblumen wachsen und wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tiere schaffen.
An geeigneten Stellen soll auf öffentlichen Flächen die natürliche Vegetation möglichst lange stehen bleiben. Archiv-Bild: hol
Im Landkreis Friesland arbeiten die Kommunen, darunter die Gemeinde Wangerland, seit mehreren Jahren daran, die Pflege ihrer öffentlichen Grünflächen und Wegeränder biodiversitätsfreundlicher zu gestalten. Nun haben die Projektpartner ihre Erfahrungen in einer gemeinsamen „Checkliste“ gebündelt, die künftig flächendeckend im Rahmen der Möglichkeiten umgesetzt werden soll.
Gemeinsam Schulungen
Seit 2020 finden unter dem Motto „Blühendes Friesland“ in Zusammenarbeit mit der Mobilen Umweltbildung (Mobilum) und dem Landkreis Friesland jährlich Schulungen für die Mitarbeiter der Bauhöfe der Kommunen sowie weitere Akteure statt. Was zunächst mit verschiedenen praktischen Maßnahmen und dem Sammeln von Erfahrungen begann, hat sich zu einem landkreisübergreifenden Gemeinschaftsprojekt entwickelt. Gemeinsam wurde ein Pflegekonzept erarbeitet, das nun in Form einer Checkliste veröffentlicht wird und konkrete Empfehlungen für eine natur- und insektenfreundliche Pflege von Straßen- und Wegrändern sowie öffentlichen Grünflächen enthält.
„Wir stehen wir vor großen Herausforderungen, um unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und zu erhalten“. sagt Petra Walentowitz (Foto) von der Mobilen Umweltbildung Mobilum.
Der Erhalts der Artenvielfalt sei von enormer Bedeutung. „Pro Tag sterben weltweit 150 Arten unwiederbringlich aus. In Niedersachsen gilt laut der Roten Liste derzeit rund die Hälfte der heimischen Pflanzen- und Tierarten als gefährdet. Dieses ist eine besorgniserregende Entwicklung, da jede einzelne Art wichtige Leistungen für ein stabiles ökologisches Netzwerk erbringt, in das auch wir eingebunden sind.“
Mahd möglichst spät
Das Konzept sieht unter anderem vor, die Vegetation auf geeigneten Flächen wachsen und sich entwickeln zu lassen und Pflegemaßnahmen grundsätzlich abschnittsweise durchzuführen. Die Mahd soll möglichst spät im Jahr erfolgen und mit einer Mahdhöhe von über 10 bis 15 Zentimetern – etwa einer Handbreite – durchgeführt werden. Zudem sollen bei den Pflegemaßnahmen mindestens zehn Prozent der Vegetation stehen bleiben, auch über den Winter hinweg. Dadurch können Pflanzen und Tiere ganzjährig auf Lebensräume, Rückzugsorte und ein vielfältiges Nahrungsangebot zurückgreifen. Pro Quadratmeter dieser naturnahen Flächen leben 100 bis über 500 Insektenindividuen.
Mit der Umsetzung der Checkliste möchten die Projektpartner nicht nur auf den eigenen Flächen einen Beitrag zum Artenschutz leisten, sondern auch andere dazu ermutigen, geeignete Flächen naturnäher zu gestalten. Die Projektpartner sehen in der Checkliste daher auch einen Impuls für Privatpersonen, Unternehmen, Gewerbe- und Handwerksbetriebe, Institutionen und Vereine, die sich ebenfalls für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt einsetzen möchten. „Viele kleine, naturnah gepflegte Flächen können zusammen ein wertvolles Netz von Lebensräumen bilden“, so Walentowitz.
Die Checkliste ist beim Landkreis Friesland sowie bei den beteiligten Kommunen und Bauhöfen erhältlich hier einsehbar: https://nol.is/C9c.
Wangerland/Horumersiel (1. 10. 2026) – Die Geschichtswerkstatt Wangerland e.V. lädt für Mittwoch, 7. Oktober, zu einem Vortrag über die aktuellen Ausgrabungen auf der mittelalterlichen Häuptlingsburg in Tengshausen (zwischen Minsen und Mederns) ein. Beginn ist um 18.30 Uhr im Kleien Kursaal im Gästehaus in Horumersiel.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Geschichtswerkstatt up Tour“ statt. Der Vortrag wird von Dr. Stefan Krabath und Thorsten Becker vom Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung (NIhK) in Wilhelmshaven gehalten.
Wangerland/Horumersiel (1.10. 2026) – In den Herbstferien bietet die Wangerland Touristik GmbH im Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel einen „Seepferdchen-Kursus“ für Kinder ab fünf 5 Jahren an. Von Montag, 12., bis Freitag, 23. Oktober, lernen die Kinder jeweils von montags bis freitags von 9 bis 9.45 Uhr Schritt für Schritt die Grundlagen des Schwimmens.
Bei einem Schwimmkursus im Thalasso Meeres Spa können Kinder in den Herbstferien das Seepferdchenabzeichen erlangen. Foto: WTG
Bereits in den vergangenen Ferien fanden Kurse erfolgreich statt und stießen auf große Nachfrage. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl sind die Plätze erfahrungsgemäß schnell vergeben.
Im Mittelpunkt steht die spielerische und zugleich strukturierte Vorbereitung auf das selbstständige Schwimmen. Wassergewöhnung und -sicherheit, Atemtechnik, Schweben und Gleiten, Sprungübungen sowie erste Schwimmbewegungen in Bauch- und Rückenlage gehören zu den Kursus-Inhalten. Auch wichtige Baderegeln werden vermittelt.
Nach zehn Trainingseinheiten im TMS legen die Kinder zum Schluss des Kurses das Seepferdchen-Abzeichen ab. Dafür werden unter anderem das sichere Schwimmen einer Strecke von 25 Metern sowie das Heraufholen eines Gegenstandes aus schultertiefem Wasser geübt.
Die Teilnahmegebühr beträgt 120 Euro je Kind. Darin enthalten sind alle zehn Trainingseinheiten sowie das Seepferdchen-Abzeichen. Eine Anmeldung ist erforderlich. Tickets gibt es in den örtlichen Tourist-Informationen und online .
Friesland/Mariensiel (30. 9. 2026) – Die spektakuläre Rennveranstaltung „Jade-Race“ ist zumindest für den Standort Mariensiel Geschichte. die Gesellschafterversammlung der Flugplatzbetreibergesellschaft JadeWeserAirport GmbH habe an diesem Dienstag entschieden, dass das Dragster-Rennen ab 2027 nicht mehr auf dem Flugplatzgelände in Sande-Mariensiel stattfinden kann, teilte heute der Geschäftsführer der GmbH, Frank Schnieder, mit.
Nutzung phasenweise eingeschränkt
„Wesentlicher Grund für die Entscheidung war, dass die auf einem Kleber aufgetragene Gummierung für das Rennen in diesem Jahr zu erheblichen Problemen geführt hat“, so Schnieder. Trotz der üblichen Reinigungsarbeiten des Veranstalters sei die Nutzbarkeit der Bahn im Bereich des Landepunktes aus Norden nach dem letzten Jade-Race insbesondere bei Feuchtigkeit nicht mehr zu 100 Prozent gewährleistet gewesen. Das hab bei der Landesluftfahrtbehörde zu der Entscheidung geführt, die Nutzbarkeit für Flugschüler und Maschinen ab zwei Tonnen Abfluggewicht einzuschränken.
Erst nach weiteren umfangreiche Reinigungsarbeiten und ein darauf durchgeführter Traktionstest konnten die Einschränkungen wieder aufgehoben werden. Schnieder: „Wirtschaftliche Schäden durch die eingeschränkte Nutzbarkeit bestimmter Kundengruppen sowie Reparaturen an der Landebahn wären somit in den kommenden Jahren nicht zu vermeiden.“
Attraktion für Tausende
Der Geschäftsführer der JadeWeserAirport GmbH bedauert mit Blick auf den Veranstalter Michael Behrens und sein Team die Entscheidung, da es in der Umsetzung der Veranstaltung immer ein starkes Miteinander gegeben habe.
In diesem Jahr hatte die spektakuläre Rennveranstaltung in seiner zwölften Auflage stattgefunden. Tausende Zuschauer aus der gesamten Region bejubelten die PS-starken Fahrzeuge, mit denen sich die Fahrer Kurzstrecken-Rennen lieferten. Das „Jade Race“ gehörte über Jahre trotz gelegentlicher Kritik an den ökologischen Belastungen der Umwelt zum festen Veranstaltungskalender auf dem Flugplatz.
Wilhelmshaven/Hooksiel (30. 9. 2026) – Es ist ruhig in Hooksiel. Eigentlich. Wenn nicht gerade Kampfjets der Bundeswehr am Himmel ihre Runden drehen und nebenan nicht geschossen wird. Nebenan, das ist in Tammhausen. Dort, auf Wilhelmshavener Gebiet, liegt die Schießanlage des Jade Wurftaubenclubs (JWTC) ein beliebter Trainingsplatz für ambitionierte Sportschützen und die Jägerschaft aus der ganzen Region. Auch aus dem Wangerland.
Heinz Weerda ist stolz auf die neue Kugelschießanlage des Jade Wurftaubenclubs. Das Millionenprojekt in Wilhelmshaven-Tammhausen wurde jetzt offiziell in Betrieb genommen. Foto: hol
„Es ist uns durchaus bewusst, dass man uns in Hooksiel bei südlichen Winden hören kann“, räumt Vereinsvorsitzender Heinz Weerda (79) ein. Problem dabei ist nach seiner Überzeugung nicht die Lautstärke der Schüsse, sondern das Geräuschmuster. „Pock“- und wenig später wieder „Pock“. Dann Ruhe. Und wieder „Pock, Pock“.
Ärger über Schießlärm
Nicht alles, was als störend empfunden wird, ist unzulässig. Die Genehmigung des Betriebs der 2002 eingeweihten Anlage in Tammhausen jedenfalls ist juristisch mehrfach überprüft und als rechtens eingestuft worden. Dennoch, so betont Weerda: „Wenn es eine Möglichkeit gibt, den Schießlärm einzudämmen, ohne den Betrieb selbst zu gefährden, sind wir die Letzten, die da etwas gegen haben.“
Zuletzt habe es dazu sehr konstruktive Gespräche mit Vertretern des Seebadeverein Hooksiel und mit Bürgermeister-Kandidat Bernd Abrahams (Pro Wangerland) gegeben. Eine Lösung sei aber noch nicht in Sicht, auch weil der Schall sich wellenförmig ausbreitet und mit einem Schutzwall in 100 Meter Entfernung kaum gedämmt werden kann.
Investition von 1,5 Millionen Euro
Anders stellt sich das beim neuen Kugelschießstand dar, der nach anderthalb Jahren Bauzeit vor wenigen Tagen offiziell in Betrieb genommen wurde. 1,5 Millionen Euro hat der Verein nach den Worten von Weerda in die Anlage investiert, die zu einem wichtigen Stück Infrastruktur vornehmlich für die Jägerschaft werden wird. Trainieren werden an dem Schießstand aber auch Polizisten, etwa von Sondereinsatzkommandos (SEK) und Mobilen Einsatzkommandos (MEK).
Entstanden ist aus Hooksieler Sicht hinter der Wurftauben-Schießanlage ein Schießstand, der aus einem festen Gebäude besteht, aus dem heraus die Schützen ihre Waffen abfeuern. Am Ende der 50 beziehungsweise 100 Meter langen Schießbahnen, die seitlich durch vier Meter hohe, durch massive Fundamente stabilisierte Betonwände abgesichert sind, befinden sich die Ziele – laufende Keiler oder auch Zielscheiben, an denen die Schützen die Treffgenauigkeit ihrer Waffen testen können.
Der Kugelschießstand liegt südlich von der Wurftaubenanlage, auf der Schützen mit Schrott auf Tontauben schießen. Foto JWTC
Eine entsprechende Schießanlage gibt es derzeit in der Region lediglich in Webershausen bei Aurich, die allerdings in den nächsten Jahren aufgegeben werden soll. Die Lücke will der WTC schließen, auch weil das Schießen mit Kugeln – neben dem mit Schrot – ein fester Bestandteil der Jägerausbildung ist. Aber auch für Meisterschafen sei die Anlage ausgelegt.
Weerda kündigt Rückzug an
Zur Einweihung des Kugelschießstandes konnte der 1998 gegründete WTV, der heute um die 340 Mitglieder hat, über 40 Gäste begrüßen. Darunter Vertreter der Jägerschaft mit Helmut Dammann-Tamke als Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV) an der Spitze sowie Markus Wallenhorst, Leiter des Polizeikommissariats Jever. Ausdrücklich betonte Weerda die stets gute Zusammenarbeit mit dem Rat und der Verwaltung der Stadt Wilhelmshaven bei Planung und Bau der Projekte, die der Verein nahezu vollständig aus eigenen Mitteln finanziert hat.
Von 1,6 Million Euro Baukosten für den Wurftaubenstand habe der JWTC 84 Prozent getragen. Der Zuschuss der Stadt zum Kugelschießstand lag bei 15.000 Euro. Weitere Mittel seien vom Landessportbund (100.000 Eure) sowie von der Jägerschaft geflossen. Rund eine Million Euro müsse der Verein selbst aufbringen. Mehrkosten in Höhe von rund 150.000 Euro seien durch eine kürzlich erlassene Vorgabe entstanden, dass die Anlage „bleifrei“ betrieben werden muss. Jetzt werde mit Stahlkugeln geschossen, für die der Schießstand mit Splitterschutz ausgelegt werden musste, so Weerda.
Im nächsten Jahr werde übrigens die Investition in die Wurftauben-Schießstand abbezahlt sein, sagte Weerda nicht ohne Stolz. Das werde er für sich zum Anlass nehmen werde, sich aus der ersten Reihe der Vereinsführung zurückzuziehen.
Hohenkirchen (30. 9. 2026) – Die Polizei sucht Zeugen für den Einbruch in eine Schule in Hohenkirchen. Ein Unbekannter sei zwischen Montag, 19 Uhr, und Dienstag, 6.40 Uhr, unbefugt in das Gebäude an der August-Hinrichs-Straße eingedrungen. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei wurde hierfür eine Fensterscheibe eingeschlagen.
Tablet aus Lehrerzimmer entwendet
Anschließend sei die unbekannte Person in das Lehrerzimmer gelangt. Dort wurden die Sporttasche eines Lehrers sowie ein Schultablet entwendet. „Das Diebesgut konnte im weiteren Verlauf aufgefunden und sichergestellt werden“, so die Ermittler.
Hinweise auf den bislang unbekannten Täter lägen derzeit nicht vor. Die Spurensuche und -sicherung wurde durch die Tatortgruppe der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland durchgeführt. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Polizei in Jever unter der Rufnummer 04461/7449-0 in Verbindung zu setzen.
Wechselgeld aus Transporter gestohlen
Ebenfalls auf Hinweise von Zeugen setzt die Polizei bei der Aufklärung einer Straftat, die sich im gleichen Zeitraum in der Jeverschen Straße in Hohenkirchen ereignete. Hier ist ein Unbekannter auf bislang ungeklärte Weise in einen Transporter einer Firma eingedrungen. Er durchsuchte den Innenraum und versuchte, das Fahrzeug kurzzuschließen. „Das gelang jedoch nicht“, so die Polizei. Entwendet worden sei letztlich ein Aschenbecher mit etwa 40 Euro Kleingeld sowie ein Lederetui mit einer Zulassungsbescheinigung Teil I und einem rosa Führerschein.
Wangerland (29. 9. 2026) – Zum 31. Oktober geht eine Ära in der Kommunalpolitik des Wangerlandes zu Ende. Die Unabhängige Wählergemeinschaft Wangerland (UWW), zu deren Gründern vor über einem viertel Jahrhundert die langjährigen Gemeinderatsmitglieder Immo Müller, Ellmer Cramer und Jens Damm gehörten, wird im neuen Rat nicht mehr vertreten sein.
Rathaus-Blockade mit Treckern
Ein Rückblick: März 2001. Vor dem Rathaus in Hohenkirchen stehen gut 70 Trecker. Über hundert aufgebrachte Landwirte protestieren im Vorfeld einer Ratssitzung geben den Plan der Gemeinde Wangerland, eine „touristische Schwerpunktzone“ auszuweisen, die die Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe beeinträchtigen könnte. Vornehmlich geht es um den Bau von Geflügelmastställen.
Die Rathaustüren werden blockiert. Bürgermeister Joachim Gramberger, Kämmerer Erwin Ufken und einige Ratsmitglieder sind im Gebäude eingesperrt. Als Höhepunkt der Aktion, mit der die Landwirte – mittendrin Tierarzt Immo Müller – ihren Unmut kundtun, wird ein Güllefass ausgekippt … das allerdings nur mit Wasser gefüllt ist.
Heute, 25 Jahre später, ein anderes Bild. Der Ärger über die Tourismus-Zone ist längst verflogen. Und: Immo Müller (Foto) zieht sich als letzter UWW-Aktivist aus der Kommunalpolitik zurück. Ende Oktober wird er das Rathaus verlassen. Vermutlich unbehelligt.
20 Jahre lang war der 70-Jährige als Ratsherr aktiv. Zunächst 15 Jahre lang in einer Oppositionsrolle gegenüber wechselnden, mal von der SPD, mal von der CDU dominierten Mehrheiten im Rat. Dann – nach fünf Jahren Pause – ab 2021 in der Gruppe ZUW (Zusammenschluss unabhängiger Wählergemeinschaften), einen Verbund aus Pro Wangerland, UWW und BfB.
Sachorientierte Diskussionen
„Die Gründung der ZUW hat die Zusammenarbeit im Gemeinderat grundlegend verändert“, bilanziert Müller. Die Konstellation mit drei Machtblöcken im Rat – GfW (CDU/FDP/Grüne), SPD und ZUW – habe die Ratsmitglieder geradezu gezwungen, sachorientiert zu diskutieren, um möglichst gemeinsame Beschlüsse fassen zu können. Mit Ausnahme des leidigen Themas Bau des „Thalasso Meeres Spa“ habe das auch gut geklappt.
Müller, der aus Rücksicht auf seine Gesundheit und die Familie nicht mehr für den neuen Rat kandidiert hat, galt als kritischer Geist, der oft seine Meinungen gesagt hat, oftmals auch unbequeme. Vor allem seine aus professioneller Planung von Windparks erworbenen Kenntnisse in Baurechtsfragen und Baugenehmigungsverfahren waren für Ratspolitiker und Verwaltung häufig nützlich.
Nach 15 Jahren in Rats-Blase gefangen
„Gemeinderäte sollten diskutieren, Meinungen und Sichtweisen kundtun, dabei aber nicht unbedingt streiten“, betont Müller in seiner Rückschau. Wobei er für sich selbst festgestellt hat, dass die fünfjährige Pause in seiner Ratstätigkeit sehr gut war. „Nach meinem ersten Ausscheiden habe ich gemerkt, dass man nach 15 Jahren im Rat den Blick von außen verliert, also sich sozusagen in einer Rats-Blase befindet.“
Dabei können Sichtweisen von außerhalb dieser Blase auf Geschehnisse manchmal deutlich differenzierter sein. Müllers Empfehlung an alle langjährigen Kommunalpolitiker: „Nach längstens 15 Jahren sollte man mindestens ein Periode lang aussetzen.“
Künftigen Ratsvertretern rät der Unabhängige, Fragen zu stellen, noch mal Fragen zu stellen und sich selbst in komplizierte Themen einzuarbeiten, auch wenn das Zeit und Mühe koste. „Ratsvertreter sind ehrenamtlich tätig. Aber dennoch sollten sie nicht darauf vertrauen, dass so genannte Fachleute, Investoren und Verwaltungsfachleute belastbare und richtige Zahlen vorlegen und alle Risiken aufzeigen“, so Müller. „Gemeinderäte haben nach meiner Meinung unbequem und kritisch zu sein.“