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Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Warum im Wangerland einige Stühle im Rat leer bleiben könnten

Wangerland/Hooksiel (10. 9. 2026) – Wer seinen Stimmzettel für die Kommunalwahl per Post in auf den Weg bringen will, der muss sich beeilen. Spätestens am heutigen Donnerstag sollte der Briefwahl-Umschlag in den Postkasten gehen. Da das Bundesunternehmen mit Blick auf den Wahltermin 13. September auch an diesem Samstag Briefe zustellt, sollten die Stimmzettel noch rechtzeitig im Rathaus in Hohenkirchen ankommen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, der kann seinen Briefwahl-Umschlag natürlich auch persönlich beim Rathaus vorbeibringen. „Alle Stimmzettel, die bis Sonntag, 18 Uhr, in unserem Briefkasten liegen, werden gezählt“, versichert Thomas Hayen (Foto), stellvertretender Gemeindewahlleiter im Wangerland. 

Am Sonntag sind 8274 Wangerländer Bürger aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Zum einen jeweils eine Stimme für die Direktwahl von Bürgermeister und Landrat, zum anderen jeweils bis zu drei Stimmen für die Zusammensetzung des Gemeinderates und des friesländischen Kreistages.

Bereits 2024 Briefwähler

Bis Donnerstag früh hatten bereits 2024 Briefwähler aus dem Wangerland gewählt. Ihre Stimmen werden aber auch erst am Sonntag ab 18 Uhr ausgezählt. Dafür werden im Rathaus zwei Briefwahlbezirke eingerichtet. Hinzu kommen die Ergebnisse aus den sechs Wahllokalen im Gemeindegebiet, – unter anderem in der Grundschule Hooksiel -, in denen die Bürger von 8 bis 18 Uhr ihre Stimmen abgeben können. 

Für den ordnungsgemäßen Ablauf in den Wahllokalen werden insgesamt 64 Wahlhelfer sorgen, so Hayen. Zudem stehen einige Gemeindemitarbeiter in Bereitschaft, falls hier oder dort ein Wahlhelfer ausfallen sollte.

Direktwahlen gehen vor

Sie interessiert am meisten, ob ihr Nachbar in den Gemeinderat einzieht oder nicht? Dann werden sie sich etwas gedulden müssen. Für die Reihenfolge der Auszählung der Stimmzettel gibt es strikte Vorgaben. „Direktwahlen gehen vor“, so Hayen. „Und der Landkreis kommt vor der Gemeinde.“

Konkret heißt das: Zunächst werden die Wahlhelfer die Stimmen für die Landratswahl auszählen und ins Kreishaus nach Jever übermitteln. Danach folgt die Bürgermeisterwahl. Damit dürfe am frühen Abend feststehen, ob sich einer der drei Bewerber im Wangerland – Mario Szlezak (SPD), Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland) – bereits im erste Wahlgang durchsetzen konnte. Das wäre dann der Fall, wenn er mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen erhält. Andernfalls müssten die beiden Bestplatzierten in zwei Wochen, am Sonntag, 27. September, zu einer Stichwahl antreten.

Anspruchsvolle Auszählung

Nach den Direktwahlen geht ans Auszählen der Verhältniswahlen. Erst werden die Stimmen für den Kreistag und danach die für die Zusammensetzung des nächsten Gemeinderats ermittelt. Und das ist nicht ohne. Bei den Verhältniswahlen hat jede Wählerinnen und jeder Wähler drei Stimmen, die er nach Belieben auf die Listen der Parteien und Wählergruppen oder auf einzelne Kandidaten verteilen kann. „Da muss man sich beim Auswerten schon gehörig konzentrieren“, schildert Hayen.

Danach werden alle einer Partei oder Wählergruppe zuzuordnenden Stimmen nach dem so genannten Hare/Niemeyer-Verfahren ins Verhältnis gesetzt. „Wer zum Beispiel ein Drittel der Stimmen erhält, soll auch ein Drittel der Sitze im künftigen Rat haben“, erläutert Hayen. Da der Wangerländer Rat – neben dem hauptamtlichen Bürgermeister – 24 Sitze hat, wären das für eine 33-Prozent-Partei acht Sitze.

Besetzung der Sitze

Und welche acht Kandidaten der Partei bekommen die Sitze? Hier wird es kompliziert, da es sich bei der Kommunalwahl nicht nur um eine Verhältnis- sondern auch um eine Persönlichkeitswahl handelt. Zunächst werden die Stimmen für die Parteiliste oder für einzelne Kandidaten ins Verhältnis gesetzt. Gehen wir für unsere Beispiel-Rechnung von 50:50 aus, würden die ersten vier Sitze der Partei durch die Kandidaten mit den meisten persönlichen Stimmen besetzt. Die vier weiteren Sitze gehen an weitere Kandidaten in der Reihenfolge ihrer Nominierung in der Parteiliste.

Dieses System ermöglicht durchaus beliebten Kandidatinnen und Kandidaten den Einzug in die Kommunalparlamente, die ganz hinten auf der jeweiligen Parteiliste zu finden sind. Umgekehrt können aber auch Bewerber mit sehr wenig persönlichen Stimmen in Rat und Kreistag einziehen, wenn sie auf einem vorderen Listenplatz stehen.

Zu wenige Bewerber?

Spannend könne es bei der Kommunalwahl im Wangerland aber noch aus einem anderen Grund werden. In Paragraf 36 des Niedersächsisches Kommunalwahlgesetzes heißt es: „Ergibt die Berechnung … mehr Sitze für einen Wahlvorschlag, als er Bewerberinnen und Bewerber aufweist, so bleiben die übrigen Sitze bis zum Ablauf der Wahlperiode unbesetzt.“

Was heißt das das Wangerland? Sollte etwa die FDP – was zugegebenermaßen recht unwahrscheinlich ist – 50 Prozent der Stimmen holen, hätte sie Anspruch auf zwölf Sitze im Rat. Da der Wahlvorschlag der Partei nur zwei Personen nennen, blieben zehn Sitze im Rat unbesetzt. Gleiches würde auch für die AfD gelten – mit dem Unterschied, dass diese Partei nur eine Kandidatin benannt hat. Prognosen gegen davon aus, das die AfD im landesweiten Durchschnitt auf 20 Prozent kommen könnte.

Wie können Geflüchtete in den Arbeitsmarkt integriert werden?

Jever/Wangerland (10. 9. 2026) – Um die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt geht es beim nächsten politischen Stammtisch des Ortsverbands Jeverland von Bündnis 90/Die Grünen am Mittwoch, 23. September. Referenten sind der Leiter des Jobcenters Friesland, Andreas Bruns, und seine Kollegin Wencke Burkhardt

Wie kann die Integration von geflüchteten Menschen in der Region gelingen, möglichst praktisch und konkret?  Welche Rolle spielen dabei das Jobcenter, die Unternehmen und die kommunalen Netzwerke? Und was können wir aus den bisherigen Erfahrungen daraus für die Zukunft lernen? 

In ihrem Vortrag mit anschließendem Gespräch erläutern Andreas Bruns und Wencke Burkhardt die Aufgaben des Jobcenters bei der Integration Geflüchteter und berichten aus ihrer täglichen Arbeit mit Geflüchteten und Unternehmen und zeigen auf, wie Programme wie der „Job-Turbo“ die Integration konkret voranbringen können. Der grüne Stammtisch beginnt um 19 Uhr im Parkhotel in Jever in der Mühlenstraße 51. Alle interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen.

Neue Sirenen am bundesweiten Warntag erstmals zu hören

Hooksiel/Friesland (9. 9. 2026) – Für Donnerstag ist ein bundesweiter Warntag angesetzt. Um 11 Uhr werden überall die Handys schrillen und die Sirenen heulen – erstmals auch in Hooksiel. Die Sirenen am Feuerwehrgerätehaus an der Nee Straat und am Hooksieler Außenhafen wurden erst in den vergangenen Monaten als Teil des kreisweiten Sirenennetzes installiert.

Die neue Sirene am Feuerwehrgerätehaus erlebt an diesem Donnerstag ihre Premiere. Archiv-Foto: hol

Insgesamt sollen künftig im Landkreis Friesland 65 Sirenen die Menschen schnell und zuverlässig vor drohenden Katastrophen warnen. Nach Angaben des Landkreises hat der Aufbau des Netzes rund 2,2 Millionen Euro gekostet. Die Gemeinde Wangerland hatte sich nach anfänglichen Bedenken letztlich doch dazu entschlossen, sich an dem System (und seinen Kosten) zu beteiligen.

Die neuen Sirenen sind mit Solarmodulen ausgestattet und funktionieren auch dann, wenn sie keine externe Stromversorgung mehr haben. Als Warnung vor Gefahren wie Großbrände, Chemieunfällen und Unwetter werden die Sirenen eine Minute lang mit einem auf- und abschwellendem Heulton zu hören sein. Gegen 11.45 Uhr soll das Signal „Entwarnung“ gesendet werden

Von Hotels, Bädern und dem richtigen Umgang mit Investoren

Hooksiel (9. 9. 2026) – Es war das letzte direkte Aufeinandertreffen der drei Bürgermeisterkandidaten vor der Wahl am kommenden Sonntag. Zwei Stunden lang plauderten und argumentierten Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) und seine Herausforderer Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland) am Dienstagabend vor rund Hundert Interessierten im Gästehaus Hooksiel.

Enges Rennen ums Bürgermeisteramt

Ob sie dabei den Wahlausgang entscheidend beeinflussen konnten, ist ungewiss. Auf die Frage von Moderator Sebastian Urbanczyk, wer denn durch den Verlauf der Debatte seine Wahlentscheidung noch einmal überdacht habe, meldeten sich lediglich fünf Personen. Das Fazit des Journalisten: „Einer von Ihnen hat vielleicht eine Stimme dazu gewonnen. Wer weiß, wofür das gut ist.“

Sorgten zwei Stunden lang im Gästehaus Hooksiel für kurzweilige Unterhaltung: (von links) Moderator Sebastian Urbanczyk sowie die Bürgermeisterkandidaten Bernd Abrahams, Thies Fischer und Mario Szlezak. Foto: hol

Wer weiß. Das Rennen um das Bürgermeisteramt gilt als offen. Allen drei Bewerbern wird zugetraut, die Stichwahl der beiden Bestplatzierten zu erreichen, zu der es am Sonntag, 27. September, kommen würde, wenn keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält.

Zu den Gewinnern der vom Seebadeverein Hooksiel veranstalteten Debatte gehörte auf jeden Fall das Publikum, das zwei Stunden lang gut unterhalten wurde. Weniger durch die zumeist schon bekannten politischen Positionen der Bewerber als vielmehr durch eine amüsante Gesprächsführung. Überraschende Fragen brachten Einblick in Spontanität und Kreativität der drei Herren auf dem Podium.

Launige Fragen

„Was war die Entscheidung, die Sie auf keinen Fall so wieder treffen würden?“ – Szlezak: „Meine Zustimmung zum Bau des Thalasso Meeres Spa.“ – Abrahams: „Dass ich meinen Wahlkampf vor fünf Jahren zu spät begonnen habe. Sonst wäre ich Bürgermeister geworden und wir hätten das Problem mit dem TMS nie bekommen.“

„Was schätzen Sie an ihren Mitbewerbern am meisten?“ Szlezak über Fischer: „Seine jugendliche Agilität.“ Fischer über Abrahams: „Dass er es wirklich geschafft hat, persönlich seine Wahlflyer zu jedem Haus im Wangerland zu bringen.“ Abrahams über Szlezak: „Seine Hemdsärmeligkeit.“

Vier Hotels für Hooksiel?

Inhaltlich drehte sich die Debatte um die Zukunft der insolventen Wangerland Touristik GmbH, die angespannte Finanzlage der Gemeinde, um Handlungsbedarfe am Alten Hafen von Hooksiel, um die Entwicklung des Freizeitgeländes und den Bau von möglicherweise bis zu vier Hotels im Ort. Fischer würde sich ein kleines, schickes Hotel auf dem ehemaligen Feuerwehrareal am Alten Hafen wünschen. Szlezak zeige sich zuversichtlich, dass auf dem Grund und Boden des geschlossenen Hallenwellenbades ein Hotelbau entstehen kann. Auf einem Grundstück gegenüber ist ohnehin ein Hotel geplant.

Vierter Standort könnte die Trabrennbahn sein, die alle drei Bewerber für ein attraktives Investitionsprojekt opfern würden. Frage aus dem Publikum: „Braucht Hooksiel wirklich vier Hotels?“ Während Szlezak und Fischer sich bedeckt hielten, auf notwenige Planungen und Marktmechanismen verwiesen, beleuchtete Abrahams die Frage von der anderen Seite. „Wenn wir Pech haben und keinen Investor finden, kommt überhaupt kein Hotel.“

Szlezak: Netto-Markt kommt

Szlezak war zu verdanken, dass dann auch noch einige Neuigkeiten bekannt wurden. So soll der Investor, der für den Discounter Netto einen Markt im Hooksieler Gewerbegebiet bauen will, das Grundstück inzwischen erworben haben. „Netto kommt. Die Frage ist nur, wann.“ Neu war auch, dass die Gemeindeverwaltung davon abrät, den geplanten Neubau einer Grundschule in Hohenkirchen – der ebenso wie geplante Feuerwehrbauten von allen drei Kandidaten mitgetragen wird – durch private Investoren bauen zu lassen.

Stichwort Investoren: Einigkeit in der Runde herrschte darüber, dass die Gemeinde Wangerland in der Zukunft pfleglicher mit potenziellen Investoren umgehen muss. Hier sei die Verwaltung durch schnelles und professionelles Handeln etwa in der Bauleitplanung gefordert. Aber auch in den politischen Gremien sei mehr Verbindlichkeit nötig. Fischer: „Da müssen wir besser werden.“

Hoffnung auf Hallenbad

Sehr zuversichtlich zeigte sich der Bürgermeister, dass das Wangerland bald wieder ein Hallenbad haben wird. Im Zuge des WTG-Insolvenzverfahrens gebe es vielversprechende Gespräche mit möglichen Käufern des Campingplatzes Schillig, die sich auch in der „Friesland-Therme“ in Horumersiel engagieren wollen. „Wir als Tourismusgemeinde brauchen auf jeden Fall ein Bad“, stellte Szlezak im Einvernehmen mit Fischer fest.

Eine gewisse Unterstützung durch die Gemeinde und aus dem Gästebeitrag wäre dafür vertretbar, da der Transport von Schulkindern zu anderen Schwimmbädern auch Geld koste. Zudem sollten die Urlauber in der Gemeinde gehalten werden. Kritischer Einwurf von Abrahams: „Aber der DLRG ist mit der Öffnung der Friesland-Therme nicht geholfen …“

Bürgermeister meldet Vollzug: Lösung für Deichstraße gefunden

Horumersiel (9. 9. 2026) – Die Parksituation in der Deichstraße in Horumersiel wird neu geordnet. Das Thema war zuletzt Ende August bei einer Podiumsdiskussion mit den Bürgermeistr4-Kandidaten angesprochen worden. Anlieger hatten dort auf die seit etwa zehn Jahren schwierige Situation hingewiesen. Überall parkende Autos würden den Durchgangsverkehr auf der schmalen Straße unzumutbar behindern.

Bürgermeister Mario Szlezak sagte zu, dass das Problem in den nächsten zwei Wochen abstellen werde. Jetzt meldet er Vollzug. Bei einem Vorort-Termin habe man die Situation und mögliche Lösungen direkt in der Deichstraße besprochen. In Abstimmung mit der Verwaltung sei dann eine Regelung erarbeitet worden, die aktuell umgesetzt wird.

Mitarbeiter des Bauhofes der Gemeinde markieren derzeit in der Deichstraße in Horumersiel die künftigen Parkzonen. Foto: Gemeinde

Die Parkmöglichkeiten sollen klarer geordnet und entsprechend gekennzeichnet werden. Ziel ist es, die Befahrbarkeit der Deichstraße zu verbessern und gleichzeitig den vorhandenen Parkraum sinnvoll zu nutzen.

„Mir ist wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger mich ansprechen können und wissen, dass ich ihre Anliegen ernst nehme“, sagt Szlezak. „Deshalb wollte ich mir die Situation selbst vor Ort ansehen und gemeinsam nach einer praktikablen Lösung suchen. Nicht jedes Problem lässt sich sofort lösen. Aber wenn es eine vernünftige Lösung gibt, muss man sie auch auf den Weg bringen.“

Polizei sucht Zeugen: Auto an Straße Am Tief beschädigt

Horumersiel (9.9. 2026) – Zwischen Montag, 13.30 Uhr, und dem gestrigen Dienstag, 11.30 Uhr, kam es in Horumersiel zu einer Verkehrsunfallflucht. Ein in der Straße Am Tief abgestellter grauer Ford C-Max wurde durch ein bislang unbekanntes Fahrzeug an der Beifahrerseite beschädigt, teilt die Polizei mit.

Der Verursacher entfernte sich vom Unfallort, ohne seinen Pflichten als Unfallbeteiligter nachzukommen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet Personen, die den Unfall beobachtet haben oder Hinweise zum verursachenden Fahrzeug geben können, sich beim Polizeikommissariat Jever unter Telefon 04461/7449-0 zu melden.

„Hooksiel sicher“: E-Scooter haben auf Gehwegen nichts verloren

Friesland/Hooksiel (8. 9. 2026) – Immer häufiger berichtet die Polizei von Unfällen, bei denen Pedelec-Fahrer und auch E-Scooter-Fahrer beteiligt sind. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Beteiligten die geltenden Verkehrsregeln nicht kennen.

kein echter Radweg
Auf einem Gehweg mit dem Zusatzschild „Radverkehr frei“ dürfen Radler nur Schittgeschwindigkeit fahren und E-Scooter-Fahrer haben hier überhaupt nichts verloren. Archiv-Foto: hol

Ein klassiches Beispiel aus den vergangenen Tagen im Jeverland: Nach einer Begegnung mit einem E-Scooter-Fahrer stürzt eine Pedele-Fahrerin und verletzt sich dabei. Die Frau befuhr einen Gehweg, der durch das Zusatzzeichen „Radverkehr frei“ für den Radverkehr freigegeben ist. In einem durch Sträucher verengten Bereich kommt ihr ein E-Scooter-Fahrer entgegen. Zu einer direkten Kollision kommt es nicht, aber die Radfahrerin verliert das Gleichgewicht.

Besondere Rücksichtnahme nötig

„Gerade die unterschiedlichen Regelungen für Fahrräder und E-Scooter sorgen im Alltag immer wieder für Unsicherheiten“, so die Polizei. Grundsätzlich gilt: Ein Gehweg ist dem Fußverkehr vorbehalten. Ist ein Gehweg – wie in Hooksiel die Regel – durch das Zusatzzeichen „Radverkehr frei“ zusätzlich für Fahrräder freigegeben, dürfen Radfahrende diesen benutzen – sie müssen es jedoch nicht. 

Wer dort mit dem Fahrrad fährt, ist gegenüber Fußgängerinnen und Fußgängern zu besonderer Rücksichtnahme verpflichtet. Der Fußverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Radfahrende dürfen nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren und müssen erforderlichenfalls warten. „Ist ein gefahrloses Vorbeifahren nicht möglich, muss gegebenenfalls abgestiegen und das Fahrrad geschoben werden“, so die Polizei.

Für E-Scooter gilt eine andere Rechtslage: Ein Gehweg mit der alleinigen Freigabe „Radverkehr frei“ darf mit einem E-Scooter grundsätzlich nicht befahren werden. Eine für Fahrräder ausgesprochene Freigabe gilt nicht automatisch auch für Elektro-Kleinstfahrzeuge. Eine Nutzung wäre nur zulässig, wenn dies durch eine entsprechende Beschilderung ausdrücklich auch für Elektro-Kleinstfahrzeuge freigegeben wurde.

Rechtslage oft unbekannt

Anders ist die Rechtslage auf gemeinsamen Geh- und Radwege, die durch das Verkehrszeichen 240 gekennzeichnet sind. Solche Wege müssen von Fahrrädern und E-Scootern genutzt werden. Auch hier haben Fußgängerinnen und Fußgänger besonderen Schutz: Sie dürfen weder gefährdet noch behindert werden und die Geschwindigkeit muss erforderlichenfalls angepasst werden.

Die Polizei appelliert insbesondere an E-Scooter-Fahrende, sich vor Fahrtantritt mit den geltenden Regelungen vertraut zu machen. „Gehwege dienen in erster Linie dem Schutz des Fußverkehrs. Besonders Kinder, ältere Menschen und Personen mit Mobilitäts-Einschränkungen müssen sich dort sicher bewegen können“, betont die Polizei. „Rücksichtnahme und angepasste Geschwindigkeit sind entscheidend: Wo verschiedene Verkehrsarten aufeinandertreffen, sollte im Zweifel Geschwindigkeit herausgenommen, ausreichend Abstand gehalten und bei einer Engstelle gewartet werden. Ein vermeintlicher Zeitgewinn rechtfertigt keine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmender.“

Anmerkung: Liebe Leserinnen und Leser, wer die bereits erschienen Artikel im Rahmen der Serie „Hooksiel sicher“ lesen möchte, sollte im Suchfeld (oben links auf der Startseite) einfach „Hooksiel sicher“ eingeben. Anregungen, Hinweise oder Fragen zu Verkehrsregelungen in Hooksiel haben, melden Sie sich bitte per Email unter infos@hooksiel-life.de – Stichwort: „Hooksiel sicher“.

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Menü-Tage bringen kulinarische Kultur der Küste auf den Tisch

Wilhelmshaven/Wangerland (8. 9. 2026) Regional, saisonal, nich’ egal: noch b s zum bis Sonntag, 13. September, wird im Rahmen der „Biosphären-Menü-Tage“ die kulinarische Vielfalt der Biosphärenregion Niedersächsisches Wattenmeer. 15 Partner-Betriebe zwischen Cuxhaven und Weener sowie auf den Ostfriesischen Inseln servieren besondere Gerichte und Menüs, bei denen regionale und saisonale Zutaten im Mittelpunkt stehen. Aus dem Wangerland dabei ist das nahe Horumersiel gelegene Landhotel und Restaurant Nakuk. 

Die besonderen Bedingungen an der Nordseeküste haben über Generationen hinweg eine eigene kulinarische Kultur geprägt. Salzige Luft, stürmische Winde und ein raues Klima stellen die Landwirtschaft seit jeher vor Herausforderungen. Gleichzeitig haben sich robuste, an die Küstenbedingungen angepasste Sorten entwickelt. Traditionelle Produkte wie die „Kleikartoffel“ zeugen noch heute von dieser besonderen Verbindung zwischen Mensch, Landschaft und Landwirtschaft.

„Mit den Biosphären-Menü-Tagen wollen wir zeigen, wie vielfältig und besonders die Küche unserer Region ist. Wer regionale Produkte auf dem Teller genießt, bekommt nicht nur einen Geschmack von der Landschaft, sondern unterstützt gleichzeitig die Menschen, die hier nachhaltig wirtschaften und unsere Region prägen“, sagt Kim Lüdtke, Koordinatorin für das Partner-Netzwerk bei der Nationalparkverwaltung. 

Wangerland Touristik Thalassa
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CDU setzt für Landtagswahl erneut auf Katharina Jensen

Jever/Wangerland (7. 9. 2026) – Die Landtagsabgeordnete Katharina Jensen wurde am Freitag bei der Aufstellungsversammlung des CDU-Kreisverbands Friesland in Jever für die Kandidatur um das Direktmandat im neuen Landtagswahlkreis Friesland nominiert. Die Landtagswahl findet am 26. September 2027 statt. 

Die CDU zieht in Friesland zur Landtagswahl 2027 erneut mit der Wangerländerin Katharina Jensen in den Wahlkampf. Neben ihr Moderator Kai Ulferts (links) und der CDU-Landesvorsitzende Sebastian Lechner. Foto: CDU

Im Zuge der Wahlkreisreform wurde der bisherige Wahlkreis Friesland/Jade neu geschnitten: Die Gemeinde Jade und die Stadt Varel gehören künftig nicht mehr dazu. Bockhorn, Jever, Sande, Schortens, Wangerland, Wangerooge und Zetel bleiben Bestandteil des Wahlkreises Friesland. Die Wangerländerin Katharina Jensen (40), die sich auch im Gemeinderat engagiert, gehört dem Landtag seit 2022 an. 

Lob vom Landeschef

Als Gäste waren der niedersächsische CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzende Sebastian Lechner sowie Jevers Bürgermeister Jan Edo Albers bei der Veranstaltung dabei. Lechner hob in seiner Rede insbesondere Jensens Kompetenz in der Agrarpolitik hervor. Albers würdigte ihre Arbeit und ihren Einsatz für die Region und machte mit Blick auf den aktuellen Kommunalwahlkampf deutlich, dass es sich lohne, für die Demokratie zu streiten. 

„Ich freue mich sehr über das Vertrauen und darüber, für das Direktmandat in Friesland antreten zu dürfen“, sagt Jensen. „Für meine Arbeit ist es wichtig, vor Ort ansprechbar zu sein. Viele Themen landen überhaupt erst auf meinem Schreibtisch, weil mir die Menschen sagen, wo es gerade hakt.“ 

Landwirtschaft und Häfen

Neben den konkreten Themen aus dem Wahlkreis will Jensen ihre Arbeit insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft und Häfen fortsetzen. „Diese Themen gehören unmittelbar zu unserer Region. Bei der Landwirtschaft geht es um die Zukunft unserer Betriebe und darum, dass politische Entscheidungen in der Praxis funktionieren. Unsere Häfen stehen vor großen Aufgaben, und die Landwirtschaft ist eine der wichtigsten Branchen unserer Region.“ 

Begonnen hatte der Abend mit einer Führung durch das Friesische Brauhaus zu Jever. Anschließend eröffnete und moderierte Kai Ulferts die Aufstellungsversammlung. Auch Sibylle Raquet, Kandidatin für das Amt der Landrätin im Landkreis Friesland, war im Laufe des Abends zu Gast. 

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Pro Wangerland warnt vor planlosem Ausverkauf von WTG-Immobilien

Wangerland (7. 9. 2026) – Die Wählergemeinschaft Pro Wangerland bereitet sich intensiv auf die nächste Wahlperiode im Rat der Gemeinde Wangerland vor. Pro-Wangerland-Vorsitzender Dieter Schäfermeier präsentierte jetzt einen„Zukunftsplan Wangerland 2035“, der am Montag, 14. September, dem Tag nach der Kommunalwahl, allen Ratsmitgliedern zugeschickt werden soll.

Thalasso Meeres Spa von außen
Über die Zukunft des Thalasso Meeres Spa sollte auf Grundlage einer Kosten-Nutzen-Analyse entschieden werden. Archiv-Foto: hol

Der Hintergrund: Die Wählergemeinschaft wolle verhindern, dass ihr Masterplan zur künftigen Entwicklung im Tourismus von den politischen Mitbewerbern noch für den Kommunalwahlkampf ausgeschlachtet wird. „Das Papier soll eine Diskussionsgrundlage für eine wichtige Debatte werden, die wir im Rat gemeinsam führen sollten. Unsere Positionen sind dabei keineswegs in Stein gemeißelt“, so Schäfermeier.

Masterplan für den Tourismus

Das Papier setzt sich mit der Frage auseinander, wie es mit der Tourismusförderung in der Gemeinde Wangerland nach dem Ende der Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG) weitergehen soll. Pro Wangerland sieht das Modell gescheitert, nach dem die WTG gleichzeitig Tourismusorganisation, Immobiliengesellschaft und Bauherr sowie Betreiber vor Großprojekten sein sollte.

„Die WTG soll zu ihren eigentlichen Aufgaben zurückkehren und sich auf Tourismus, Marketing und das Wohl der Gäste kümmern“, so Schäfermeier. Dazu gehöre neben dem Gästeservice und der Organisation von Veranstaltungen die Zusammenarbeit mit den Gastgebern und die die Entwicklung von neuen Angeboten für die Vor- und Nachsaison. Pro Wangerland warnt vor einem planlosen Ausverkauf von WTG-Immobilen. Strategisch wichtige Flächen müssten für die öffentliche Hand gesichert werden.

Live hinterm Deich
Die WTG soll auch künftig für ein attraktives Veranstaltungsprogramm sorgen – vor allem in der Vor- und Nachsaison. Archiv-Foto: hol

Über die Zukunft des Thalasso Meeres Spa (TMS) müsse auf Grundlage einer Kosten-Nutzen-Analyse für die nächsten 20 Jahre nüchtern entschieden werden. Private Investoren dürften nicht mit „Tafelsilbe“ dafür belohnt werden, dass sie der WTG langfristig unwirtschaftliche Verpflichtungen abnehmen.

Wertschöpfung je Gast erhöhen

Im Fokus der touristischen Bemühungen der WTG sollten die Stammgäste stehen. „Wir brauchen nicht unbedingt immer mehr Gäste“, so Schäfermeier. Ziel müsse es sein, die in der Gemeinde verbleibende Wertschöpfung je Gast zu erhöhen. „ Wenn jeder Urlauber am Tag fünf Euro mehr im Wangerland ausgäbe, würde sich die Wertschöpfung bei 2,1 Millionen Übernachtungen um 10,5 Millionen Euro im Jahr erhöhen.“

Besonders wichtig sei es, die Nebensaison etwa durch Themen wie Gesundheit (Thalasso), Radfahren, Natur und Veranstaltungen zu stärken. Gute Radwege, saubere Toiletten, attraktive Strandzugänge und gepflegte Orte seien wichtiger als ein weiteres Millionenprojekt.

Vertrauen durch Transparenz schaffen

Nach dem Desaster bei Bau des TMS sei es künftig besonders wichtig, verloren gegangenes Vertrauen durch Transparenz zurückzugewinnen. Dafür sollte die WTG einmal jährlich öffentlich darlegen, wie sich der Tourismus aus Sicht des Unternehmens entwickelt, wie die wirtschaftliche Lage der WTG ist und inwieweit angestrebte Ziele erreicht wurden.

„Alles behalten und dauerhaft Verluste bezahlen, ist keine Lösung“, ist man bei Pro Wangerland überzeugt. Aber: „Alles verkaufen, um die Probleme der Vergangenheit zu bezahlen, ebenso wenig.“ Der richtige Weg, den man mit dem Rat und der WTG entwickeln wolle, liege irgendwo dazwischen.

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