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Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Müller: Gemeinderäte müssen unbequem und kritisch sein

Wangerland (29. 9. 2026) – Zum 31. Oktober geht eine Ära in der Kommunalpolitik des Wangerlandes zu Ende. Die Unabhängige Wählergemeinschaft Wangerland (UWW), zu deren Gründern vor über einem viertel Jahrhundert die langjährigen Gemeinderatsmitglieder Immo Müller, Ellmer Cramer und Jens Damm gehörten, wird im neuen Rat nicht mehr vertreten sein. 

Rathaus-Blockade mit Treckern

Ein Rückblick: März 2001. Vor dem Rathaus in Hohenkirchen stehen gut 70 Trecker. Über hundert aufgebrachte Landwirte protestieren im Vorfeld einer Ratssitzung geben den Plan der Gemeinde Wangerland, eine „touristische Schwerpunktzone“ auszuweisen, die die Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe beeinträchtigen könnte. Vornehmlich geht es um den Bau von Geflügelmastställen.

Die Rathaustüren werden blockiert. Bürgermeister Joachim Gramberger, Kämmerer Erwin Ufken und einige Ratsmitglieder sind im Gebäude eingesperrt. Als Höhepunkt der Aktion, mit der die Landwirte – mittendrin Tierarzt Immo Müller – ihren Unmut kundtun, wird ein Güllefass ausgekippt … das allerdings nur mit Wasser gefüllt ist.

Heute, 25 Jahre später, ein anderes Bild. Der Ärger über die Tourismus-Zone ist längst verflogen. Und: Immo Müller (Foto) zieht sich als letzter UWW-Aktivist aus der Kommunalpolitik zurück. Ende Oktober wird er das Rathaus verlassen. Vermutlich unbehelligt.

20 Jahre lang war der 70-Jährige als Ratsherr aktiv. Zunächst 15 Jahre lang in einer Oppositionsrolle gegenüber wechselnden, mal von der SPD, mal von der CDU dominierten Mehrheiten im Rat. Dann – nach fünf Jahren Pause – ab 2021 in der Gruppe ZUW (Zusammenschluss unabhängiger Wählergemeinschaften), einen Verbund aus Pro Wangerland, UWW und BfB.

Sachorientierte Diskussionen

„Die Gründung der ZUW hat die Zusammenarbeit im Gemeinderat grundlegend verändert“, bilanziert Müller. Die Konstellation mit drei Machtblöcken im Rat – GfW (CDU/FDP/Grüne), SPD und ZUW – habe die Ratsmitglieder geradezu gezwungen, sachorientiert zu diskutieren, um möglichst gemeinsame Beschlüsse fassen zu können. Mit Ausnahme des leidigen Themas Bau des „Thalasso Meeres Spa“ habe das auch gut geklappt.

Müller, der aus Rücksicht auf seine Gesundheit und die Familie nicht mehr für den neuen Rat kandidiert hat, galt als kritischer Geist, der oft seine Meinungen gesagt hat, oftmals auch unbequeme. Vor allem seine aus professioneller Planung von Windparks erworbenen Kenntnisse in Baurechtsfragen und Baugenehmigungsverfahren waren für Ratspolitiker und Verwaltung häufig nützlich.

Nach 15 Jahren in Rats-Blase gefangen

„Gemeinderäte sollten diskutieren, Meinungen und Sichtweisen kundtun, dabei aber nicht unbedingt streiten“, betont Müller in seiner Rückschau. Wobei er für sich selbst festgestellt hat, dass die fünfjährige Pause in seiner Ratstätigkeit sehr gut war. „Nach meinem ersten Ausscheiden habe ich gemerkt, dass man nach 15 Jahren im Rat den Blick von außen verliert, also sich sozusagen in einer Rats-Blase befindet.“

Dabei können Sichtweisen von außerhalb dieser Blase auf Geschehnisse manchmal deutlich differenzierter sein. Müllers Empfehlung an alle langjährigen Kommunalpolitiker: „Nach längstens 15 Jahren sollte man mindestens ein Periode lang aussetzen.“

Künftigen Ratsvertretern rät der Unabhängige, Fragen zu stellen, noch mal Fragen zu stellen und sich selbst in komplizierte Themen einzuarbeiten, auch wenn das Zeit und Mühe koste. „Ratsvertreter sind ehrenamtlich tätig. Aber dennoch sollten sie nicht darauf vertrauen, dass so genannte Fachleute, Investoren und Verwaltungsfachleute belastbare und richtige Zahlen vorlegen und alle Risiken aufzeigen“, so Müller. „Gemeinderäte haben nach meiner Meinung unbequem und kritisch zu sein.“

Neue Pastorin beim Erntedank und beim Männerkreis

Wangerland/Hooksiel (29. 9. 2026) – Die evangelisch- lutherischen. Kirchengemeinde Wangerland lädt zum „Gottesdienst zum Erntedank“ am Sonntag, 4. Oktober, ein. Die Veranstaltung beginnt um 11 Uhr auf dem Hof Graalfs in der Nähe von Neugarmssiel (Kleinengroden 1).

Die geistliche Einführung werden Diakon Fredo Eilts und die neue Pastorin Vera Rosin übernehmen. Musikalisch umrahmt wird der Gottesdienst von Jagdhornbläsern und dem Kirchenchor Hohenkirchen. Im Anschluss laden die Landfrauen zu einer warmer Suppe ein. Besucher werden gebeten, Suppenschalen und Löffel mitzubringen.

Wenige Tage später, am Dienstag, 20. Oktober, wird sich Vera Rosin beim Männerkreis der Bezirke Pakens-Hooksiel und St. Joost-Wüppels der ev.-luth. Kirchengemeinde in Hooksiel vorstellen. Der Organisator der Runde, Herbert Ulfers, lädt dazu für 19 Uhr ins Walter-Spitta-Gemeindehaus ein. Auch Männer, die der Runde noch nicht angehören, sind herzlich willkommen. Mit der Veranstaltung endet die Sommerpause des Männerkreises, der sich danach wieder einmal monatlich treffen wird.

Europäischer Tourismus-Preis für den Nordsee-Reisepass

Wilhelmshaven/Wangerland (29. 9. 2026) – Der „Nordsee-Reisepass“ der Tourismus-Agentur Nordsee GmbH (TANO) ist bei der 19. European Cultural Tourism Conference mit einem ECTN Award ausgezeichnet worden. Insgesamt hatten sich 72 Bewerber aus 23 Nationen Hoffnung auf den europäischen Branchen-Oscar gemacht. Die Verleihung fand auf der griechischen Insel Skiathos statt.

Branchen-Oscar für die TANO

Die Auszeichnung wird vom European Cultural Tourism Network in sechs Kategorien vergeben. In der Kategorie „Regenerative Tourism Synergies with Culture and Heritage“ ging die TANO als Sieger durchs Ziel. 

Das Bild zeigt TANO-Geschäftsführer Mario Schiefelbein (links) mit Thodoris Tzoumas, Bürgermeister von Skiathos bei der Preisverleihung.

Foto: Tourismus-Agentur Nordsee GmbH

„Die Auszeichnung empfinden wir nicht nur als eine besondere Anerkennung für die gemeinsame Arbeit in unserer Region, sondern auch als Ansporn, das Projekt weiterzuentwickeln. Unser Dank gilt allen Kommunen, Einrichtungen und Betrieben, die mit uns ein Netzwerk gebildet haben. Es zeigt, dass wir gemeinsam sehr viel erreichen können“, sagte TANO-Geschäftsführer Mario Schiefelbein.

Stempelstelle am Diedrichsberg

An mehr als 250 Stempelstellen, darunter auch im Bereich der Gemeinde Wangerland, können Gäste und Einheimische mit dem „Nordsee-Reisepas“s die Natur- und Kulturlandschaft der Nordseeküste kennenlernen und dabei Stempel sammeln. Das Angebot macht auch auf kleinere Orte, Museen und Naturräume aufmerksam, mit dem Ziel, die Besucherströme räumlich breiter über die Region zu verteilen.

Über 60 Stempelboxen in der Natur – unter anderem am Dietrichsberg im Hooksieler Freizeitgelände – ergänzen das analoge Erlebnis Hier werden mittels QR-Codes weitere Informationen zum Standort bereitgestellt, darunter auch KI-generierte Lernvideos zum Thema Klimaanpassung. Aus den Erlösen des Verkaufs der Reisepässe unterstützt die TANO Baumpflanzaktionen.

Die TANO mit Sitz in Wilhelmshaven wurde 2022 gegründet. Sie ist die flächendeckende touristische Organisation für Destinations-Management und -Marketing an der niedersächsischen Nordseeküste. Ihre Gesellschafter sind die sieben Landkreise Ammerland, Aurich, Cuxhaven, Friesland, Leer, Wesermarsch und Wittmund sowie die kreisfreie Stadt Wilhelmshaven und die Seestadt Bremerhaven. 

Noch-Bürgermeister verspricht geordneten Übergang im Rathaus

Wangerland (28. 9. 2026) – Sonntag kurz nach 19 Uhr. Die Bürgermeisterwahl im Wangerland ist so gut wie entschieden. Beim künftigen Bürgermeister Thies Fischer (CDU) klingelt das Telefon. Noch-Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) gratuliert seinem Nachfolger zum Wahlerfolg und verspricht einen geordneten Übergang.

Noch-Bürgermeister Mario Szlezak (rechts) zeigt sich als fairer Verlierer. Noch am Abend der Stichwahl gratulierte der SPD-Politiker seinem designierten Nachfolger Thies Fischer von der CDU. Archiv-Foto: hol

Wechsel vom Land in die Kommune

Fischer, der derzeit noch beim Finanzamt in Wilhelmshaven tätig ist, wird am 2. November auf dem Bürgermeistersessel im Rathaus in Hohenkirchen Platz nehmen. Was den 25-Jährigen dort erwartet, weiß er noch nicht so genau. Er hat bislang noch nicht für die Gemeinde gearbeitet – weder ehrenamtlich noch hauptberuflich. Auch deshalb will er, wie im Wahlkampf mehrfach angekündigt, mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung persönliche Gespräche führen.

Zunächst aber geht es um den Übergang. Fischer wollte am heutigen Montag mit seiner Chefin im Finanzamt sprechen und ihr seine neue berufliche Perspektive schildern. Üblicherweise endet in einem solchen Fall das Beamtenverhältnis beim Land passgenau. Der angehende hauptamtliche Bürgermeister muss also keine Kündigungsfrist einhalten und wird seine Aufgabe als Kommunalbeamter auf Zeit pünktlich antreten können.

Szlezak auf Jobsuche

Schwieriger ist die Lage für Mario Szlezak. Der 52-Jährige ist vor fünf Jahren aus der Industrie an die Spitze der Gemeindeverwaltung gewechselt. Dafür musste er seinen Job kündigen, den sein Arbeitgeber zwischenzeitlich neu besetzt haben dürfte. „Ich bin zuversichtlich, dass ich wieder einen guten Job in der Industrie finde. Es hat schon Gespräche gegeben und ich werde jetzt Bewerbungen schreiben“, sagte Szlezak heute im Gespräch mit „Hooksiel-life“.

Aktuell habe er noch zwei Wochen Urlaub. Danach werde er zurück ins Rathaus gehen, die nächste Ratssitzung (3. November) und die folgenden Ausschusssitzungen vorbereiten, seinen Schreibtisch aufräumen und die Amtsgeschäfte geordnet an seinen Nachfolger übergeben. Da Szlezak sich nicht um ein Mandat im künftigen Gemeinderat beworben hat, wird er künftig die Kommunalpolitik im Wangerland nur von außen verfolgen – aber sicher mit großem Interesse. Immerhin zieht seine Frau Gaby für die Grünen ins neue Kommunalparlament ein.

Hooksieler rückt in den Rat nach

Der scheidende Bürgermeister bedankte sich heute über die sozialen Medien bei den Menschen, die ihm in den vergangenen Jahren ihr Vertrauen geschenkt hätten. „Bürgermeister vom Wangerland sein zu dürfen, war für mich etwas ganz Besonderes. Ich habe dieses Amt mit viel Herz, großer Verantwortung und voller Überzeugung ausgeübt. Die vielen gemeinsamen Momente dieser Jahre werden mir bleiben.“

Spürbare Enttäuschung hier, sichtbarer Freude dort. Thies Fischer feierte am Wahlabend mit Freunden aus seiner Partei und Unterstützern seinen Wahlsieg in der Gaststätte „Friesenkate“ in Hooksiel. Mit dabei der Hooksieler Mitstreiter Björn Christiansen, der unmittelbar vom Aufstieg Fischers ins Bürgermeisteramt profitiert. Fischer macht dadurch einen Platz in der CDU-Fraktion im Rat frei, auf den Christiansen nachrücken wird.

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Backstein-Kunst als Verbindung von Natur und Mensch

Hooksiel (28. 9. 2026) – Backsteine sind ein Markenzeichen für die ost-friesisiche Region. Gewöhnlich baut man mit den gebrannten Ziegeln besonders stabile, wetterfeste Häuser. Nicht so Nic Schaatsbergen. Die Bildhauerin, die in der Nähe von Dornum lebt, gestaltet aus den Ziegeln „Körper“. Eine Auswahl davon ist seit Sonntag im Künstlerhaus in Hooksiel zu bewundern.

Eröffneten die Ausstellung „Körper“ der Künstlerin Nia Schaatsbergen (rechts) im Künstlerhaus Hooksiel: (von links) die stellvertretende Bürgermeisterin Marianne Kaiser-Fuchs, Kunsthistorikerin Sarah Byl und Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann. Foto: hol

Als Plattform für die Ausstellungseröffnung nutzte Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann den Vorplatz es Gebäudes an der Lange Straße. Zum einen weil im Innenraum der Platz durch die Vielzahl der Exponate beengt gewesen wäre. Zum anderen weil wieder über 40 Kunstinteressierte zu der Vernissage gekommen waren, darunter auch Wangerlands stellvertretende Bürgermeisterin Marianne Kaiser-Fuchs und die Kunsthistorikern Sarah Byl, die in Werk und Arbeitsweise von Nic Schaatsbergen einführte.

Unterschiedliche Arbeitsweisen

Die Künstlerin, deren ursprünglichen beruflichen Wurzeln im Journalismus lagen, hat von 2028 bis 2022 ein Kunststudium im Fachbereich Bildhauerei in Bochum absolviert. Schon im Studium sei der Backstein zum Medium ihrer Wahl geworden – auch als ein Bekenntnis zu ihrer Wahlheimat Ostfriesland und den dortigen Klinkerbrennereien, mit denn sie eng zusammenarbeitet.

Byl stellte zwei unterschiedliche Arbeitsweisen vor, die sich an den im Künstlerhaus gezeigten Arbeiten gut nachvollziehen lassen. Zum einen mauere die Künstlerin Klinker in Rohform auf und schnitze die gewünschte, stets im Vorfeld genau geplante und skizzierte Skulptur heraus. Anschließend werden die Rohlinge getrocknet, wieder abgemauert und nummeriert, um dann – nachdem sie im Hochofen gebacken wurden – erneut zum endgültigen Kunstwerk aufgemauert zu werden.

Bei der zweiten Herangehensweise modelliere Nic Schaatsbergen ihre Kunstwerke direkt aus dem Rohmaterial des Ziegels. Dieser Prozess sei schneller, berge aber beim Trocknen und Brennen des Materials aber auch Risiken und Tücken wie Abplatzungen oder Risse, mit denen die Künstlerin dann umgehen muss. Auch die Farbe, in der das Werk den Hochofen verlässt, lässt sich kaum präzise vorherbestimmen. „Das ist oft eine ein Überraschung“, so Nic Schaatsberger. „Aber so ist das Leben.“

Bei ihren Körper-Skulpturen, so Sarah Byl, gehe es der Künstlerin meist um Verbindungen zwischen Natur und Mensch. Die Backsteine werden kombiniert, mal mit Holz, mal mit Blättern oder Muscheln. Die Oberflächen sind häufig uneben, mit Lücken, Fugen und Rissen übersät – auch als Ausdruck für beschwerliche Wege und zerbrechliche Verbindungen.

Der weibliche Körper ist eines das Hauptmotiv bei den Skulpturen von Nico Schaatsbergen. Foto: hol

„Hauptmotiv ihrer Werk ist der weibliche Körper und die Urformen der körperlichen Darstellung“, so die Kunsthistorikerin. „Schaatsbergen interessiert an dem Motiv der Frau ihr Selbst, ihr Inneres, ihr Wandel im Laufe der Zeit.“ Die Ausstellung ist bis zum 1. November jeweils von dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

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Wechsel im Rathaus: Kantersieg für Thies Fischer

Wangerland (27. 9. 2026) – Das Wangerland bekommt einen neuen Bürgermeister. Thies Fischer (CDU) hat die Stichwahl gegen Mario Szlezak (SPD) deutlich gewonnen. 69,7 Prozent der Wählerinnen und Wähler stimmten für den 25-jährigen Herausforderer aus Middoge. Für Szlezak endet damit seine fünfjährige Amtszeit an der Spitze der Gemeindeverwaltung am 31. Oktober. 

Mario Szlezak abgewählt

Pünktlich um 18 Uhr waren die sechs Wahllokale im Gemeindegebiet geschlossen worden. Die Wahlvorstände begannen vor Ort mit der Auszählung der Stimmen. Im Rathaus wurden zeitgleich zwei Briefwahlbezirke ausgezählt.

Schon nach den ersten Ergebnissen zeichnete sich der Trend des Wahlabends ab. 18.15 Uhr: In Hooksiel, Horumersiel und Minsen – den am stärksten touristisch geprägten Orten im Wangerland – lag Fischer (Foto) mit um die 75 Prozent der Stimmen vorn.

Aber auch in den ländlicher geprägten Gemeindeteilen gelang es dem Tettenser Szlezak nicht, das Wahlergebnis noch zu drehen. In keinem der acht Wahlbezirke konnte er mehr Stimmen erzielen als sein Herausforderer.

In der Grundschule Hooksiel stimmten fast 80 Prozent der Wähler für Fischer. Szlezak erzielte sein bestes Teilergebnis mit an die 47 Prozent der Stimmen in Tettens-Oldorf-Wiefels. Aber auch hier lag Fischer mit 53 Prozent der Stimmen vorn.

Das Endergebnis stand gegen 19.15 Uhr fest. Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl lag bei 8180 Walberechtigten mit 54,2 Prozent deutlich niedriger als bei der Kommunalwahl vor zwei Wochen (66,8 %), als die Wähler neben der Bürgermeister-Frage auch noch über die Zusammensetzung des Gemeinderates, des Kreistages und den künftigen Landrat abzustimmen hatten. Szlezak holte 1134 Stimmen und damit deutlich weniger als im ersten Wahlgang (1655). Fischer, der vor zwei Wochen mit 2263 Stimmen gewonnen hatte, baute seinen Vorsprung weiter aus und kam am Ende auf 3069 Stimmen.

Krettek bleibt im Amt

Spannend verlief die Auszählung der Stichwahl ums Bürgermeisteramt in der Gemeinde Bockhorn. Hier setzte sich Amtsinhaber Thorsten Krettek (parteilos) hauchdünn gegen seinen Herausforderer Marco Hans (SPD) durch. Auf Krettek entfielen 50,5 Prozent der Stimmen, auf Hans 49,5 Prozent. In absoluten Zahlen: Krettek hat im vorläufigen Endergebnis 43 Stimmen Vorsprung.

Wangerland Touristik Thalassa
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Kommentar: Neuanfang kann nur mit absoluter Transparenz gelingen

Von Gerd Abeldt

Wangerland (27. 9. 2026) – Das Wangerland bekommt einen neuen Bürgermeister. Thies Fischer (CDU) hat sich heute in der Stichwahl gegen Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) durchgesetzt. Die Botschaft ist eindeutig: Die Bürgerinnen und Bürger wollen einen Neuanfang im Rathaus.

Ergebnis überraschend deutlich

Obwohl Fischer bereits im ersten Wahlgang vor zwei Wochen vorn lag, ist das Ergebnis in seiner Deutlichkeit überraschend. Mario Szlezak (52) hat einen engagierten Wahlkampf gezeigt. Und seine Bilanz nach fünf Jahren an der Spitze der Gemeindeverwaltung ist so schlecht nicht. In schwierigen Zeiten konnten ein Reihe von Projekten umgesetzt werden. Unter anderem der Bau von zwei neuen Feuerwehrgerätehäusern, eines Kindergartens und der Verkauf der Rundinsel in Hohenkirchen, durch den der Ort mittelfristig weiter touristisch aufgewertet werden dürfte, gehören zu den Pluspunkten. 

Aber für die Wähler waren offenbar die Dinge wichtiger, die nicht geklappt haben. Ausschlaggebend dürfte das Desaster bei der Kostenentwicklung beim Bau des Thalasso Meeres Spa in Horumersiel gewesen sein. Bauherr war dabei noch nicht einmal die Gemeinde selbst, sondern mit der Wangerland Touristik GmbH (WTG) ein gemeindliches Tochterunternehmen mit einem eigenen Geschäftsführer.

Opfer des Thalaso-Desasters

Dennoch: Ein Bürgermeister trägt aus Sicht der Wähler eine Gesamtverantwortung für die Geschicke in der Gemeinde. Dabei geht es nicht um Schuld oder Nicht-Schuld. Die Beteuerung des Bürgermeisters, dass er aus den Fehlern von Rat und Verwaltung beim Thalasso-Bau gelernt habe und sich an die Spitze der Aufklärung der Vorfälle stellen werden, haben ganz offensichtlich nicht verfangen. Der Schmerz, den die Insolvenz der WTG und die Schließung der Bäder in Horumersiel und Hooksiel ausgelöst haben, wog deutlich schwerer. 

Da hatte es Fischer leichter. Er hat selbst nicht mit im Gemeinderat gesessen, als die (Fehl-)Entscheidung über den Gesundheitstempel gefällt wurden. Die Wähler habe offenkundig einen Unterschied gemacht zwischen dem CDU-Kandidaten Fischer und der CDU-Ratsfraktion, die lange den Thalasso-Kurs der WTG aktiv mitgetragen hat.

Vertrauen zurückgewinnen

Nun mach der Umstand, bei einer Fehlentscheidung nicht dabei gewesen zu sein, noch keinen guten Bürgermeister aus. Dem jungen Mann aus Middoge ist es in den vergangenen Wochen gelungen, den Eindruck zu erwecken, dass er als Finanzbeamter Verwaltung kann. Jetzt muss er liefern. Ob es ihm wirklich gelingt, die Gemeinde auf einen wirtschaftlich und finanziell gesunden Kurs zu steuern, wird die Zukunft zeigen.

Entscheidend dabei dürfe werden, wie gut der künftige Bürgermeister mit dem neuen Rat zusammenarbeitet, in dem die CDU keinesfalls eine Mehrheit hat. Es wird also immer wieder um (gute) Kompromisse gehen. Eine weitere Messlatte wird die lückenlose Aufklärung des Thalasso-Desasters. Für einen Neuanfang muss zunächst verloren gegangenes Vertrauen zurückgewonnen werden. Das schafft man nur durch ein Höchstmaß an Transparenz.

Höhe der Beteiligung wichtiger Faktor bei der Stichwahl

Wangerland (26. 9. 2026) – An diesem Sonntag geht ein monatelanger Wahlkampf zu Ende. In der Stichwahl um das Bürgermeisteramt der Gemeinde Wangerland stehen sich Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) und Herausforderer Thies Fischer (CDU) gegenüber.

Wer wird Chef der Verwaltung?

Szlezak (52) möchte seine seit 2021 andauernde Tätigkeit im Rathaus fortsetzen. Für Fischer (25) wäre es die erste Amtszeit als hauptamtlicher Bürgermeister. Der künftige hauptamtliche Bürgermeister ist als Beamter auf Zeit ab dem 1. November für acht Jahr Chef der Verwaltung im Rathaus und zugleich erster Repräsentant der Gemeinde. Aber auch er hat nur eine Stimme im Gemeinderat, der für wichtige politische Weichenstellungen verantwortlich ist.

Der Ausgang der Wahl gilt als offen, auch wenn Fischer im ersten Wahlgang weit vorn lag. Szlezak hatte sich bereits vor fünf Jahre in der Stichwahl gegen seinen damaligen Kontrahenten Bernd Abrahams (Pro Wangerland) durchgesetzt.

Engagierter Wahlkampf

In der Schlussphase des von allen Bewerbern sehr engagiert geführten Wahlkampfes hatten die Grünen ihre Anhänger zur Wahl von Szlezak aufgefordert. Die FDP hingegen unterstützt Fischer. Die Wählergruppe Pro Wangerland, deren Kandidat Abrahams diesmal im ersten Wahlgang durchgefallen war, hat keine Wahlempfehlung abgegeben.

Ein wichtiger Faktor dürfte die Höhe der Wahlbeteiligung sein. Sie lag bei der Wahl am 13. September bei 66,8 Prozent. Vorteile dürfte der Kandidat haben, dem es in den beiden zurückliegenden Wochen gelungen ist, Wähler von Abrahams auf seine Seite zu ziehen und der gleichzeitig seine Stammwählerschaft dazu motivieren konnte, möglichst vollzählig an den Wahlurnen zu erscheinen.

Ergebnis gegen 19.30 Uhr

Im Wangerland sind am Wahltag sechs Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Hinzu kommen zwei Briefwahlbezirke. Die Auszählung der Stimmen beginnt um 18 Uhr. Bis 19.30 Uhr wird mit dem vorläufigen Endergebnis gerechnet. Das amtliche Wahlergebnis soll am kommenden Mittwoch, 30. September, um 18 Uhr vom Gemeindewahlausschuss im Rathaus verkündet werden. 

Nach Mastbruch Katamaran sicher nach Hooksiel gebracht

Hooksiel (26. 9. 2026) – Die Überführungsfahrt eines Seglerpaares von Skandinavien nach Portugal endete am Freitagabend nördlich von Wangerooge. Aus ungeklärter Ursache brach der Mast des Kajüt-Katamarans. Die Seenotretter der Station Hooksiel der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sowie Einsatzkräfte der Bundespolizei See kamen den Seglern zu Hilfe und schleppten das havarierte Boot in den Hafen von Hooksiel.

Am havarierten Katamaran (rechts) sind die „Johann Fidi“ sowie das Kontrollboot der „Bad Düben“ eingetroffen. Seenotretter und Polizisten kümmern sich gemeinsam um den gebrochenen Mast und das Segel. Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Gegen 17.30 Uhr empfing die Seenotküstenfunkstelle Bremen Rescue Radio der DGzRS auf dem international einheitlichen UKW-Sprechfunk-Not- und -Anrufkanal 16 einen schwachen „Mayday“-Ruf – das Signal für unmittelbare Lebensgefahr. Der Funkspruch nannte weder den Namen eines Schiffes noch eine Position.

Manövrierunfähig in der Nordsee

Bald darauf meldete sich die Crew einer Segelyacht bei den Seenotrettern. Sie hatte das „Mayday“ in ihrer Nähe ebenfalls aufgefangen und machte einen havarierten Katamaran rund 16,5 Kilometer nördlich von Wangerooge aus. Das etwa zehn Meter lange Boot hatte Mastbruch erlitten und trieb manövrierunfähig mit zwei Menschen an Bord in der Nordsee.

Die Rettungsleitstelle See in Bremen alarmierte den in Hooksiel stationierten Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“ , der sofort auslief. Dessen Tochterboot „Johann Fidi“ befand sich zu dem Zeitpunkt bereits zu einer Kontrollfahrt auf See und lief dem Seenotrettungskreuzer voraus. Auch das Einsatzschiff der Bundespolizei „Bad Düben“ hatte über Funk von der Notlage erfahren und steuerte die Unglücksstelle an.

Skipper seekrank

Gegen 18.15 Uhr trafen die Einsatzkräfte bei dem havarierten Katamaran ein. Dessen Skipper war durch das unkontrollierte Schaukeln des Bootes auf den Wellen seekrank geworden. Mit dem Kontrollboot der „Bad Düben“ wurde der Mann an Bord des Einsatzschiffes gebracht und dort zwischenzeitlich medizinisch versorgt. Die Seenotretter stiegen gemeinsam mit Bundespolizisten auf den havarierten Katamaran über und trennten schließlich den gebrochenen Mast mitsamt Segel und Takelung ab, um den Havaristen in Schlepp nehmen zu können.

Während die „Bad Düben“ mit ihrem Kran zunächst Mast und Segel sicherte, nahm der Seenotrettungskreuzer den Katamaran in Schlepp. Die Segelpartnerin des Skippers blieb an Bord, um während der Schleppreise das Ruder zu bedienen. Gegen 22.45 Uhr traf der Schleppverband sicher im Hafen von Hooksiel ein. Wenige Zeit später folgte auch die „Bad Düben“, so dass das Seglerpaar wieder vereint war. Eine weitere medizinische Versorgung war nicht mehr notwendig.

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Konzertreihe im Herbst: Von zeitlosen Oldies bis rockigen Sound

Hooksiel/Horumersiel (25. 9. 2026) – Mit einem abwechslungsreichen Programm startet die Veranstaltungsreihe „Live hinterm Deich“ in die Herbstsaison. Vom 8. bis zum 27. Oktober finden jeden Dienstag und Donnerstag ab 19 Uhr Konzerte in Horumersiel und Hooksiel statt. Der Eintritt dazu ist frei.

Sechs verschiedene Bands

Die Konzertreihe hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil des Veranstaltungsprogramms der Wangerland Touristik GmbH (WTG) entwickelt und begeistert nicht nur im Sommer mit musikalischer Vielfalt. Insgesamt sechs verschiedene Acts stehen auf dem Programm der Herbst-Ausgabe. „Von traditionellen Shanties über zeitlose Oldies und rockige Sounds bis hin zu avantgardistsicher Popmusik ist für jeden Geschmack etwas dabei“, so die WTG. Woche für Woche sorgen unterschiedliche Künstlerinnen und Künstler für stimmungsvolle Abende in besonderer Atmosphäre. 

Dienstags erklingen die Konzerte im Kursaal Horumersiel, donnerstags im Saal im Gästehaus Hooksiel statt. Bei gutem Wetter finden die Konzerte draußen unter freiem Himmel mit Lichterketten, Feuerschalen und heißen Getränken statt. Für gastronomische Betreuung ist gesorgt.

Abwechslungsreiches Programm

Diese Bands stehen bei „Live hinterm Deich“ auf der Bühne: Donnerstag, 8. Oktober: Die Ungesteckerten 3 (Pop und Rock von Bowie bis Queen); Dienstag, 13. Oktober; Syracrus (Oldies aus den 60ern und 70ern); Donnerstag, 15. Oktober: Honeybird (sweet, groovy, acoustic – Unplugged-Trio); Dienstag, 20. Oktober: Adenalin (Rock- und Pop-Musik); Donnerstag, 22. Oktober: Shantychor Likedeeler (Maritimes und Shanties) sowie am Dienstag, 27. Oktober: Hey Brother (Rock- und Pop-Musik).

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