Wangerland (14. 9. 2026) – Die Zusammensetzung des künftigen Gemeinderates der Gemeinde Wangerland wird sich stark verändern. Ein Ergebnis der Kommunalwahl: Zwei der insgesamt 25 Sitze in dem Kommunalparlament werden unbesetzt bleiben.
Zwei AfD-Sitze unbesetzt
Der Grund dafür: Der Stimmenanteil der AfD (14,1 Prozent) hätte drei Kandidaten der Partei den Einzug in den Rat ermöglicht. Da die Alternativen aber mit Martina Müller nur einer Bewerberin ins Rennen geschickt haben, bleiben zwei Sitz unbesetzt.
Das vorläufige Wahlergebnis für den Gemeinderat lag um 2.32 Uhr vor. Sieger ist die CDU, die 33,1 mit Prozent der Stimmen. Starke Verluste musste die SPD hinnehmen, die auf 25 Prozent kam. Der Wählergemeinschaft Pro Wangerland (WPW) gaben 15 Prozent der Wähler ihre Stimme, der AfD, die bislang nicht im Rat vertreten war, 14,1 Prozent, den Grünen 8,8 Prozent. Für die Sitzverteilung bedeutet das: CDU: 8, SPD: 6, WPW: 4, AfD: 3 (davon nur eine besetzt), Grüne: 2 und FDP 1.
SPD verliert Hooksiel
Im Wahlbezirk Hooksiel, der bislang als SPD-Hochburg galt, stimmten 30,1 Prozent der Wähler für die CDU, 21,7 Prozent für die SPD, 18,1 Prozent für die Wählerinitiative pro Wangerland und 15,7 Prozent für die AfD. Nicht berücksichtigt sind dabei die per Briefwahl abgegebenen Stimmen, die keinem Wahlbezirk zugeordnet werden.
Der neue Gemeinderat
In den neuen Gemeinderat gewählt wurden: Thies Fischer, Katharina Jensen, Arndt Lowien, Dieter Behrens-Focken, Mario Krar, Joachim Janßen, Christian Burchardt und Alice Brandenburg-Bienek (alle CDU), Sven Ambrosy, Jannes Wiesner, Ronja Hildebrand, Holger Ulfers, Stefanie Bremers und Florian Wirth (alle SPD), Bernd Abrahams, Dieter Schäfermeier, Geraldine Vogdt und Hermann Wilken (alle Pro Wangerland), Martina Müller (AfD), Gaby Szlezak und Sven Pohle (Grüne) sowie Lübbo Meppen (FDP).
Wangerland (13. 9. 2026) – Es ist das erwartet enge Rennen geworden. Im ersten Wahlgang zur Wahl des Bürgermeisters der Gemeinde Wangerland für die nächsren acht Jahre hat es am heutigen Sonntag noch keine Entscheidung gegeben. Keiner der drei Bewerber erreichte die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Dennoch: Sieger der Wahl ist Thies Fischer.
In zwei Wochen haben die Wangerländer die Wahl zwischen Thies Fischer (links) und Mario Szlezak.
Mit 42,1 Prozent (2262 Stimmen) entschied der erst 25-jährige Fischer (CDU) den Wahlgang für sich. Er muss jetzt im zweiten Wahlgang in zwei Wochen, am Sonntag, 27. September, gegen Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) antreten, der auf 30,8 Prozent der Stimmen (1655) kam und sich damit beim Rennen um Platz nur zwei knapp gegen Bernd Abrahams (Pro Wangerland) mit 27,1 Prozent der Stimmen (1454) durchsetzte.
Stichwahl in zwei Wochen
Entscheidend für den Ausgang der Stichwahl dürfte werden, wie sich die Abrahams-Wähler dann orientieren. Eine erste Analyse der Wahlergebnisse zeigt, dass einzelne Ortschaften im Wangerland ganz unterschiedliche Präferenzen haben.
Der Vorsteher des Wahlbezirks Hooksiel, Torsten Meuer (links), und seine ehrenamtlich tätigen Wahlhelfer hatten heute beim Auszählen der Stimmen für die Bürgermeister- und Gemeinderatswahl sowie für die Landrats- und Kreistagswahl alle Hände voll zu tun. Foto: hol
So entschied Szlezak die Wahl im Bereich Tettens-Oldorf-Wiefels mit 48,2 Prozent der Stimmen eindeutig für sich. Auch in Hohenkirchen sprachen sich 41,7 Prozent der Wähler für den Amtsinhaber aus. Fischer hingegen konnte die Wahlbereiche Hooksiel (40,9 Prozent), Minsen-Friederikensiel-Neugarmssiel (52,3 %) und Waddewarden (44,5 %) gewinnen . In Horumersiel-Altebrücke-Wiarden hatte Abrahams mit 38,6 Prozent der Stimmen die Nase vorn.
Abrechnung für Thalasso-Desaster?
Detaillierte Aussagen über das Wählerverhalten in den einzelnen Orten geben die veröffentlichten Wahlergebnisse allerdings nicht her. Weit über 2000 Wähler hatten im Vorfeld des Wahltages ihr Votum bereits per Briefwahl abgegeben. Diese Stimmen können im Nachhinein nicht mehr den Wohnsitzen der Wähler zugeordnet werden.
Klar aber dürfte sein, dass das Thalasso-Desaster großen Einfluss auf den Ausgang der Wahl hatte. Szlezak war der einzige der drei Kandidaten, der zum Zeitpunkt der Entscheidungen über den Bau des Thalasso Meeres Spa (TMS) in Horumersiel und im Zeitraum der Kostenexplosion für das Projekt bei der gemeindeeigenen Wangerland Touristik GmbH (WTG) schon politische Verantwortung trug. Möglicherweise haben ihn einige der Wähler auch für die Schließung des Hallenwellenbades in Hooksiel mitverantwortlich gemacht. Jedenfalls gaben hier, im größten Wahlbezirk, nur 23,7 Prozent der Wähler ihre Stimme dem amtierenden Bürgermeister.
Abrahams hingegen gehörte schon bei der Wahl 2021 zum Kreis der Skeptiker des Thalasso-Projektes, das die WTG in die Insolvenz gerissen hat. Die CDU-Fraktion im Gemeinderat, die hinter Fischer steht, hatte das Vorhaben lange im Vertrauen auf die Geschäftsführung als alternativlos unterstützt, aber zuletzt – ebenso wie Abrahams und Szlezak – uneingeschränkte Transparenz bei der Klärung der Verantwortlichkeiten zugesagt.
Abrahams knapp geschlagen
Bis 19.30 Uhr – zu diesem Zeitpunkt lagen die Ergebnisse von sechs der acht Wahlbezirke vor – lag noch Abrahams mit drei Stimmen vor Szlezak auf Platz zwei. Nach der Auszählung in Tettens, wo nur 16 Prozent der Wähler für Abrahams stimmten, zog der Bürgermeister aber an Abrahams vorbei und hatte vor der Auszählung des zweiten Briefwahlbezirks einen Vorsprung von 176 Stimmen. Um 20.34 Uhr dann das Gesamtergebnis. Szlezak liegt nach Auszählung aller acht Wahlbezirke um 201 Stimmen vor Abrahams auf Platz zwei.
Für Abrahams ist der Bürgermeisterwahlkampf damit beendet. Szlezak tritt in zwei Wochen gegen Fischer an. Alle drei Bewerber hatten sich in den vergangenen Wochen einen intensiven, aber durchweg fairen Wahlkampf geliefert.
Neuhaus neuer Landrat
Bei der zweiten Direktwahl bei der heutigen Kommunalwahl, der Wahl des friesländischen Landrates, hat sich das Wangerland eindeutig für Rolf Neuhaus ausgesprochen. Dem Parteilosen, der aktuell bereits als Dezernent in der Kreisverwaltung arbeitet, sprachen über 54 Prozent der Wangerländer Wählerinnen und Wähler ihr Vertrauen aus. Neuhaus gewann die Wahl letztlich mit kreisweit mit 57,5 Prozent der Stimmen, also der absoluten Mehrheit der Stimmen. Sibylle Raquet (FDP) holte 23,8 Prozent der Stimmen, Jan Ole Möller (Die Partei) 18,7 Prozent.
Inwieweit das Wahlergebnis letztlich einer bereits angekündigten rechtlichen Anfechtung standhalten wird, bleibt abzuwarten. Im Vorfeld war Martin Sichert (Zetel) als Kandidat der AfD vom Wahlausschuss als weiterer Bewerber für das Landratsamt abgelehnt worden. Als Grund dafür wurden Zweifel an seiner Verfassungstreue angegeben, die einer Berufung in ein Beamtenverhältnis entgegen stehen würde.
Alle vorläufigen Ergebnisse der Kommunalwahl finden sich im Internet.
Weitere Wahlergebnisse aus der Region
In der Gemeinde Sande setzt sich Annika Ramke (SPD) mit 68 Prozent der Stimmen gegen Hanno Jelken (CDU) durch und wird damit ab dem 1. November Nachfolgerin von Stephan Eiklenborg.
In Schortens gelingt der erste seit einigen Monaten in der Stadt lebenden SPD-Bewerberin Ermana Nurkovic ein Kantersieg gegen den langjährigen CDU-Kommunalpolitiker Axel Homfeldt, der mit nur 18 Prozent der Stimmen sogar noch hinter dem Einzelbewerber Karsten Töpel (18,5 Prozent) rangiert. Ermana Nurkovic wird Nachfolgerin von Gerhard Böhling, der in den Ruhestand geht.
In Varel muss SPD-Bürgermeister Gerd-Christian Wagner nach fast 20 Jahren im Amt seinen Posten räumen. Er unterlag in der Wahl Gesche Charlotte Wittkowski von der Wählergemeinschaft „Zukunft Varel“, die auf 64,7 Prozent der Stimmen kommt.
In Wilhelmshaven hat sich bei der Oberbürgermeisterwahl Dr. Eva Maria Haarmann im ersten Wahlgang mit 55,5 Prozent der Stimmen durchgesetzt. Sie war von einem Bündnis aus mehreren Parteien, darunter die CDU, getragen worden. SPD-Bewerber Volker Block kam lediglich auf rund 22 Prozent der Stimmen. Eva Maria Haarmann wird Nachfolgerin von Carsten Feist, der sich nicht zur Wiederwahl gestellt hatte.
Hooksiel (13. 9. 2026) – Samstag, kurz nach 15 Uhr. Die „Trotz“ fährt in den Hooksieler Außenhafen ein. Auf der Mole wird ein Feuerwerk gezündet. Kapitän Nils Schröder steuert seinen Fischkutter durch eine Reihe von Sportbooten hindurch Richtung Liegeplatz. Dort warten bereits gut Hundert Freunde, Bekannte und Kunden, die zum letzten Mal frischen Granat direkt vom Kutter kaufen wollen.
Riesiger Andrang nach der letzten Fangfahrt. Gut 100 Kunden wollten frische Krabben direkt von Bord der „Trotz“ kaufen. Foto: hol
Es war die letzte Fahrt der „Trotz“ – und möglicherweise der Anfang vom Ende des Fischereihafens Hooksiel. Schröder hat sich die „Abwrackprämie“ gesichert, mit der EU- und Bund bis Ende 2027 die Größe der Fischereiflotte deutlich verringern wollen. Nach Angaben der Wangerländer Landtagsabgeordneten Katharina Jensen (CDU) sollen von den noch 112 an der niedersächsischen Küste fischenden Kuttern 30 Prozent abgewrackt werden.
Ende des Fischereihafens?
„Die niedersächsische Küstenfischerei befindet sich bereits seit Langem in einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Lage. Jede weitere Belastung kann das Ende dieser traditionsreichen Branche einläuten“, betont Jensen in einer Mitteilung. Den Garaus für die beiden verbleibenden Hooksieler Krabbenfischer könnte die geplante Ausweisung von fischereifreien Gebieten bedeuten.
Erklärtes Ziel ist es, zehn Prozent des niedersächsischen Küstenmeeres zum Sperrgebiet zu erklären. Stark betroffen wäre davon das Jadegebiet. Nach zuletzt diskutierten Vorschlägen wären insbesondere die kompletten Fanggründe vor der Küste des Wangerlandes künftig Verbotszone.
Fischer Nils Schröder plant seine berufliche Zukunft neu. An seine Zeit auf der „Trotz“ erinnert ein Rettungsring in einer Hooksieler Gaststätte. Fotos: hol/Köster
Jensen und ihre Fraktion im Landtag fordern die Landesregierung auf, Entscheidungen über fischereifreie Gebiete auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu treffen und den so genannten „Fischereidialog“ neu aufzusetzen. Das Zehn-Prozent-Ziel der EU-Biodiversitätsstrategie beziehe sich auf die gesamte Union. Es gebe keine Verpflichtung in Niedersachen genau zehn Prozent der Flächen zu sperren. Niedersachen müsse hier seine Gestaltungsspielräume nutzen, zumal sich die Fangründe bereits durch Hafennutzung, Baggerungen, Kabeltrassen und Offshore-Windparks erheblich verkleinert hätten.
Kutter wird abgemeldet
„Unsere Fischer wollen keine Sonderbehandlung. Sie wollen fischen, arbeiten und ihren Lebensunterhalt erwirtschaften. Deshalb müssen wir nicht nur beantworten, wo künftig nicht mehr gefischt werden darf, sondern auch, wo Fischerei dauerhaft möglich bleibt“ so Jensen.
Für Nils Schröder, Fischer in vierter Generation, spielt das nur noch bedingt eine Rolle. Er ist froh, dass er bei seinem letzten Fang so viele Krabben fangen konnte, dass alle an der Kaje wartenden Kunden bedient werden konnten. Schröder meldet seinen Kutter jetzt aus der aktiven Fischfangflotte ab und plant seine berufliche Zukunft neu.
Die „Trotz“ lief am Samstag nach ihrer letzten Fangfahrt in den Hooksieler Außenhafen ein. Foto: hol
Als Erinnerung an die „Trotz“ zurück bleibt ein Rettungsring mit dem Schriftzug des Krabbenkutters, der in der Gaststätte „Ahoi“ am Alten Hafen einen Platz finden wird und dort an ein Kapitel der Hooksieler Krabbenfang-Geschichte erinnert.
Hooksiel (12. 9. 2026) – Geballte Frauenpower! Tanja Daugill, Vorstand von der Volksbank Jade-Weser eG, hat Bankkauffrau Hilke Staak (links im Bild) in der Hooksieler Filiale der Volksbank für 25-jährigen Tätigkeit bei der Genossenschafts-Organisation geehrt. Hilke Staak schaut nach eigenem Bekunden auf eine schöne und abwechslungsreiche berufliche Tätigkeit im Kundenservice zurück.
Besonders lägen ihr ihre Kunden am Herzen. Sie stelle sich gern der Herausforderung, allen Kunden das Online-Banking näher zu bringen, so Hilke Steak. „Im digitalen Zeitalter hilft es jedem, auf den schnellen Zug aufzuspringen.“
Friesland/Wilhelmshaven/Hannover (11.9. 2026) – Beim traditionellen Parlamentarischen Abend der Jade Wirtschaftsregion kamen in Hannover am Donnerstagabend über 250 Gäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft im Alten Rathaus zusammen. Zum siebten Mal versuchten die regionalen Partner, Zukunftsthemen der Küstenregion in die Landespolitik zu tragen. Zu Gast waren Ministerpräsident Olaf Lies sowie Mitgliedern des Landtages.
Wollen ihre Kooperation am Sicherheitsrat- und Innovationsstandort Jade Wirtschaftsraum stärken: (von links): Holger Saß (Jade Hochschule), Ministerpräsident Olaf Lies, Holger Heymann (Landrat Landkreis Wittmund), Tom Nietiedt (Präsident des AWV), Christoph Müller-Meinhard (Marineunterstützungskommando), Rainer Sacher (Leitender Direktor des Marinearsenals), und Prof. Dr. Frederic Stahl (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz). Foto: AWV Jade e.V.
Den Höhepunkt des Abends bildete die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung zur Stärkung des maritimen Sicherheits- und Innovationsstandorts Jade Wirtschaftsregion. Mit der Vereinbarung bekennen sich die Partner dazu, die besonderen Stärken der Region künftig noch enger miteinander zu verknüpfen und daraus neue wirtschaftliche Perspektiven zu entwickeln.
Stärkung des Jade Wirtschaftsraumes
Im Mittelpunkt steht das Ziel, die einzigartige Kombination aus Deutschlands größter Bundeswehrregion mit Marine, Marinearsenal sowie den Standorten der Luftwaffe in Upjever und Wittmund, dem JadeWeserPort, dem „Energy Hub“ Port of Wilhelmshaven und der Jade Hochschule zu einer gemeinsamen Sicherheits-, Innovations- und Wertschöpfungsstrategie weiterzuentwickeln. Geplant ist unter anderem die Stärkung der Jade Hochschule sowie der Aufbau eines maritimen Sicherheits- und Innovationscampus auf Grundlage der vorgesehenen Landesinvestition in Höhe von 25 Millionen Euro.
Darüber hinaus soll mit dem „Wehrcluster Jade“ ein regionaler Unternehmens- und Projektverbund entstehen, der die Bedarfe von Marine und Bundeswehr mit den Kompetenzen der regionalen Wirtschaft zusammenführt. Ein weiterer Schwerpunkt der Erklärung ist die stärkere Einbindung der Jade Wirtschaftsregion in eine norddeutsche maritime Innovationsarchitektur. Dazu soll die Region als Marinearsenal-Standort und möglicher Satellit eines geplanten Innovationszentrums der Bundeswehr für maritime Systeme positioniert werden.
Idealer Standort für Rechenzentren
Weite Themen des Parlamentarischen Abends waren die Chancen und Herausforderungen einer Region, die sich zu einem wichtigen Standort für Energiewirtschaft, Hafenlogistik und industrielle Entwicklung entwickelt hat. Wittmunds Landrat Holger Heymann: „Die Jade Wirtschaftsregion ist schon so weit – dahin muss sich die gesamte Bundesrepublik erst noch entwickeln.“ Präsident des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbandes Jade (AWV), Tom Nietiedt, unterstrich die Bedeutung der Region für die Energiewende. Die vorhandene Infrastruktur und hohe Verfügbarkeit von Energie böten ideale Voraussetzungen für die Ansiedlung energieintensiver Unternehmen und die Nutzung überschüssiger Energiemengen.
In einem „landespolitischen Dialog“ diskutierte Moderator Christian Wilhelm Link mit Lies. Der Ministerpräsident in Sande zu Hause ist, bestätigte die Rolle der Jade Wirtschaftsregion als wichtiger Energiestandort: „Dank guter Infrastruktur und großer Flächenpotentiale ist die Region ist das Tor zur Welt und zur Energie.“ Lies vertrat die Ansicht, dass Rechenzentren dort entstehen müssten, wo die Voraussetzungen in Sachen Flächen, Anbindung und Energieverfügbarkeit gut sind. „Die Investoren, die Interesse haben, wollen wir gewinnen.“
Hooksiel (11. 9. 2026) – Am morgigen Samstag, 12. September, geht in Hooksiel eine Ära zu Ende. Fischer Nils Schröder legt zum letzten Mal nach einer Fangfahrt mit seinem Krabbenkutter „Trotz“ am Außenhafen an. Wichtig für alle Garnelenfreunde: „Ab 15.30 Uhr werden wir noch einmal frischen Granat direkt vom Kutter verkaufen.“
Der Krabbenkutter „Trotz“ mit der Kennung „Hoo-60“ wir künftig nicht mehr auf Fangfahrt gehen. Foto: Schröder
Der 56 Jahre alte Kutter „Trotz“ wird aus der aktiven Fischereiflotte verschwinden. Schröder hat sich erfolgreich um die so genannte „Abwrackprämie“ des Bundes beworben, mit deren Hilfe die deutsche Krabbenkutterflotte um etwas 30 Prozent verkleinert werden soll. Was genau mit dem Kutter werden soll, steht im Moment noch nicht fest.
Schröder, der aus einer Vareler Fischerfamilie kommt, geht seit elf Jahren von Hooksiel aus auf Krabbenfang. Insgesamt dürfte er in dieser Zeit weit über 2000 Mal in See gestochen sein, um seine Netze auszuwerfen. Die „Trotz“ zählte während dieser Zeit auch stets zu zu maritimen Hinguckern bei den Festen der Dorfgemeinschaft im Alten Hafen.
Auch künftig will Schröder, der mit seiner Frau Jennifer und Familie in Hooksiel lebt, der Region und der See treu bleiben. Zu Details zu seinen beruflichen Plänen hält er sich aber noch bedeckt.
Wangerooge/Hooksiel (11. 9. 2026) – Seenotretter haben in der Nacht zu Donnerstag die Besatzung einer Segelyacht aus einer bedrohlichen Lage befreit. An Bord der Yacht, die nordwestlich von Wangerooge in einem Großschifffahrtsweg befand, war die komplette Elektrik ausgefallen und die Segel waren stark beschädigt.
Die Seenotretter der Freiwilligenstation Wangerooge haben am Donnerstag, 10. September 2026, ein Baggerschiff mit Maschinenschaden eingeschleppt. Dieses befand sich fast unmittelbar vor der Hafeneinfahrt der Nordseeinsel. Foto: DGzRS
Gegen 0.15 Uhr empfing die Seenotküstenfunkstelle Bremen Rescue Radio der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) einen schwachen „Mayday“-Ruf der Segelyacht, das Signal für unmittelbare Lebensgefahr. Die beiden Männer an Bord meldeten mit einem Handfunkgerät zerfetzte Segel sowie einen Ausfall fast aller Systeme an Bord, darunter auch die Positionsleuchten.
Aufgrund dessen hatten die Segler, ein Franzose und ein Belgier, rund zehn Kilometer nordwestlich von Wangerooge im Fahrwasser „Neue Weser“ die Orientierung verloren. Die in der Dunkelheit unsichtbare Segelyacht stellte nach Einschätzung der DGzRS in dem dicht befahrenen Schifffahrtsweg ein erhebliches Kollisionsrisiko dar
Segler nach Hooksiel gebracht
Die Rettungsleitstelle See der DGzRS in Bremen alarmierte die Stationen Hooksiel, Wangerooge und Helgoland. Als erstes trafen die Freiwilligen der Station Wangerooge mit dem Seenotrettungsboot „Fritz Thieme“ vor Ort ein, wenig später auch der Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“. Mittlerweile war es den beiden Männern gelungen, mit Navigationshilfe von Lotsen mit Motorkraft ein Stück in Richtung Süden zu fahren. Sie befanden sich jetzt zwischen den Tonnen 6 und 8 des Jadefahrwassers. Bei schwerem Seegang mit Wellen bis zu drei Metern lotsten die Seenotretter die rund zehn Meter lange Segelyacht weiter aus dem Schifffahrtsweg.
Nachdem die Kollisionsgefahr gebannt war, geleitet die „Bernhard Gruben“ die Segelyacht auf möglichst sicherem Kurs durch die schwere See. Gegen 7 Uhr traf der Verband mit den stark erschöpften Seglern im Hafen von Hooksiel ein.
Baggerschiff manövrierunfähig
Bei einem weiteren Einsatz am Donnerstag halfen die freiwilligen Seenotretter von Wangerooge einem manövrierunfähigem Baggerschiff. Das Schiff hatte vor der Hafeneinfahrt von Wangerooge Maschinenschaden erlitten. Es benötigte dringend Hilfe, um mit dem starken Ebbstrom nicht zu vertreiben und aufzulaufen.
Die nur zehn Meter lange „FritzThieme“ nahm das fast fünf Mal so lange Baggerschiff auf den Haken. Mit ihren 380 PS gelang es, die rund 550 Tonnen schwere „Anke“ in den Hafen zu schleppen und an die Pier zu legen.
Hooksiel (11. 9. 2026) – Zu dem Wochenende der „Offenen Ateliers und Werkstätten“ laden für Samstag und Sonntag, 12. und 13. September, 23 Künstlerinnen, Künstler und Kunsthandwerkende jeweils zwischen 11 und 18 Uhr ein. Mit dabei ist die Hooksieler Künstlerin Brigitte Barten, deren Galerie EinMalig.Anders am Alten Hafen zu finden ist.
Die Hooksieler Künstlerin Brigitte Barten lädt für dieses Wochenende in ihr Atelier am Alten Hafen ein. Archiv-Foto: hol
Ihr Schaffen umfasst Wandobjekte, Keramik und spannende, reliefartige Bilder. Spannend ist dabei ihr Umgang mit den verschiedenen Werkstoffen, wenn sie ungewöhnliche Materialien einsetzt, um die Wandobjekte zu gestalten. Sie versucht dabei ungewöhnliche Raumeindrücke zu erzeugen.
Die Route erstreckt sich von Hooksiel im Wangerland über die Landkreise Wittmund, Aurich und Leer, bis nach Emden und in die Krummhörn. In den einzelnen Ateliers können verschiedene Gewerke erkundet werden, von Textil, Drechslerei, bis zu Grafik und Objektkunst. In einigen Werkstätten können die Besucherinnen und Besucher selbst Hand anlegen, in anderen Ateliers ist live-Musik zu hören und ein Autor liest aus seinen Büchern.
Der Eintritt zu den Ateliers und Werkstätten ist frei. Weiter Informationen unter www.kultino.de, oder direkt unter www.atelierroute.de.
Wangerland/Hooksiel (10. 9. 2026) – Wer seinen Stimmzettel für die Kommunalwahl per Post in auf den Weg bringen will, der muss sich beeilen. Spätestens am heutigen Donnerstag sollte der Briefwahl-Umschlag in den Postkasten gehen. Da das Bundesunternehmen mit Blick auf den Wahltermin 13. September auch an diesem Samstag Briefe zustellt, sollten die Stimmzettel noch rechtzeitig im Rathaus in Hohenkirchen ankommen.
Wer auf Nummer sicher gehen will, der kann seinen Briefwahl-Umschlag natürlich auch persönlich beim Rathaus vorbeibringen. „Alle Stimmzettel, die bis Sonntag, 18 Uhr, in unserem Briefkasten liegen, werden gezählt“, versichert Thomas Hayen (Foto), stellvertretender Gemeindewahlleiter im Wangerland.
Am Sonntag sind 8274 Wangerländer Bürger aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Zum einen jeweils eine Stimme für die Direktwahl von Bürgermeister und Landrat, zum anderen jeweils bis zu drei Stimmen für die Zusammensetzung des Gemeinderates und des friesländischen Kreistages.
Bereits 2024 Briefwähler
Bis Donnerstag früh hatten bereits 2024 Briefwähler aus dem Wangerland gewählt. Ihre Stimmen werden aber auch erst am Sonntag ab 18 Uhr ausgezählt. Dafür werden im Rathaus zwei Briefwahlbezirke eingerichtet. Hinzu kommen die Ergebnisse aus den sechs Wahllokalen im Gemeindegebiet, – unter anderem in der Grundschule Hooksiel -, in denen die Bürger von 8 bis 18 Uhr ihre Stimmen abgeben können.
Für den ordnungsgemäßen Ablauf in den Wahllokalen werden insgesamt 64 Wahlhelfer sorgen, so Hayen. Zudem stehen einige Gemeindemitarbeiter in Bereitschaft, falls hier oder dort ein Wahlhelfer ausfallen sollte.
Direktwahlen gehen vor
Sie interessiert am meisten, ob ihr Nachbar in den Gemeinderat einzieht oder nicht? Dann werden sie sich etwas gedulden müssen. Für die Reihenfolge der Auszählung der Stimmzettel gibt es strikte Vorgaben. „Direktwahlen gehen vor“, so Hayen. „Und der Landkreis kommt vor der Gemeinde.“
Konkret heißt das: Zunächst werden die Wahlhelfer die Stimmen für die Landratswahl auszählen und ins Kreishaus nach Jever übermitteln. Danach folgt die Bürgermeisterwahl. Damit dürfe am frühen Abend feststehen, ob sich einer der drei Bewerber im Wangerland – Mario Szlezak (SPD), Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland) – bereits im erste Wahlgang durchsetzen konnte. Das wäre dann der Fall, wenn er mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen erhält. Andernfalls müssten die beiden Bestplatzierten in zwei Wochen, am Sonntag, 27. September, zu einer Stichwahl antreten.
Anspruchsvolle Auszählung
Nach den Direktwahlen geht ans Auszählen der Verhältniswahlen. Erst werden die Stimmen für den Kreistag und danach die für die Zusammensetzung des nächsten Gemeinderats ermittelt. Und das ist nicht ohne. Bei den Verhältniswahlen hat jede Wählerinnen und jeder Wähler drei Stimmen, die er nach Belieben auf die Listen der Parteien und Wählergruppen oder auf einzelne Kandidaten verteilen kann. „Da muss man sich beim Auswerten schon gehörig konzentrieren“, schildert Hayen.
Danach werden alle einer Partei oder Wählergruppe zuzuordnenden Stimmen nach dem so genannten Hare/Niemeyer-Verfahren ins Verhältnis gesetzt. „Wer zum Beispiel ein Drittel der Stimmen erhält, soll auch ein Drittel der Sitze im künftigen Rat haben“, erläutert Hayen. Da der Wangerländer Rat – neben dem hauptamtlichen Bürgermeister – 24 Sitze hat, wären das für eine 33-Prozent-Partei acht Sitze.
Besetzung der Sitze
Und welche acht Kandidaten der Partei bekommen die Sitze? Hier wird es kompliziert, da es sich bei der Kommunalwahl nicht nur um eine Verhältnis- sondern auch um eine Persönlichkeitswahl handelt. Zunächst werden die Stimmen für die Parteiliste oder für einzelne Kandidaten ins Verhältnis gesetzt. Gehen wir für unsere Beispiel-Rechnung von 50:50 aus, würden die ersten vier Sitze der Partei durch die Kandidaten mit den meisten persönlichen Stimmen besetzt. Die vier weiteren Sitze gehen an weitere Kandidaten in der Reihenfolge ihrer Nominierung in der Parteiliste.
Dieses System ermöglicht durchaus beliebten Kandidatinnen und Kandidaten den Einzug in die Kommunalparlamente, die ganz hinten auf der jeweiligen Parteiliste zu finden sind. Umgekehrt können aber auch Bewerber mit sehr wenig persönlichen Stimmen in Rat und Kreistag einziehen, wenn sie auf einem vorderen Listenplatz stehen.
Zu wenige Bewerber?
Spannend könne es bei der Kommunalwahl im Wangerland aber noch aus einem anderen Grund werden. In Paragraf 36 des Niedersächsisches Kommunalwahlgesetzes heißt es: „Ergibt die Berechnung … mehr Sitze für einen Wahlvorschlag, als er Bewerberinnen und Bewerber aufweist, so bleiben die übrigen Sitze bis zum Ablauf der Wahlperiode unbesetzt.“
Was heißt das das Wangerland? Sollte etwa die FDP – was zugegebenermaßen recht unwahrscheinlich ist – 50 Prozent der Stimmen holen, hätte sie Anspruch auf zwölf Sitze im Rat. Da der Wahlvorschlag der Partei nur zwei Personen nennen, blieben zehn Sitze im Rat unbesetzt. Gleiches würde auch für die AfD gelten – mit dem Unterschied, dass diese Partei nur eine Kandidatin benannt hat. Prognosen gegen davon aus, das die AfD im landesweiten Durchschnitt auf 20 Prozent kommen könnte.
Friesland/Wilhelmshaven (10. 9. 2026) – Der Fahrplan für den Bau des neuen Zentralklinikum für die Region Wilhelmshaven/Friesland steht. Der friesländische Kreistag und der Rat der Stadt Wilhelmshaven haben am Mittwochnachmittag jeweils mit großer Mehrheit einem gleichlautenden Beschlussvorschlag zugestimmt, der den Kurs für Standortsuche und Finanzierung absteckt.
Favorisierter Standort in Sande
Beide Gebietskörperschaften betreiben derzeit mit dem Klinikum Wilhelmshaven und den Friesland Kliniken mit Standorten in Sande und Varel eigene Krankenhäuser, die die Haushalte der Kommunen aktuell jeweils mit jährlichen Zuschussbedarfen in Millionenhöhe belasten. Nach der Ansicht von Fachleuten könnte ein gemeinsames, hoch modernes Zentralklinikum wirtschaftlicher betrieben werden.
So könnte das geplante Zentralklinikum aussehen, dass Wilhelmshaven und Friesland gemeinsam bauen wollen. Grafik: Landkreis
Aber wo soll der Neubau errichtet werden? Gutachter hatten zuletzt sechs mögliche Standorte nach vorher festgelegten Kriterien bewertet, darunter die beiden Bestands-Krankenhäuser in Wilhelmshaven und Sanderbusch. Die Gremien haben gestern den von den Gutachtern empfohlenen Standort „C – Wilhelmshavener Kreuz Ost“ am Oldenburger Damm in Sande „als Vorzugsstandort für die weitere Entwicklung des gemeinsamen Zentralklinikums“ festgelegt. Der Standort gilt insbesondere für das gesamte Einzugsgebiet von Varel bis Hohenkirchen sowie von Jever ist Wilhelmshaven aus gut erreichbar.
Förderung durchs Land entscheidend
Der Beschluss ist allerdings noch keine finale Standortentscheidung. Sollte sich in der weiteren Planungs- und Genehmigungsphase rechtliche, bautechnische oder wirtschaftlich Gründe ergeben, die den Neubau am „Wilhelmshavener Kreuz Ost“ unmöglich machen, soll die Planung für das gemeinsame Großprojekt automatisch am nächstbest bewerteten Standort vorangetrieben werden. Der liegt zwischen der Hooksieler Landstraße und der Maade in Wilhelmshaven.
Entscheidend für das Projekt dürften aber auch die Rahmenbedingungen für dessen Finanzierung sein. Die politischen Gremien beauftragten ihre Verwaltungen, zusammen mit den Krankenhausgesellschaften mit dem Sozialministerium in Hannover Kontakt aufzunehmen, um möglichst schnell verbindliche Aussagen zu Fördermöglichkeiten durch das Land Niedersachen zu erhalten. Wilhelmshaven und Friesland hoffen auf eine Förderquote von 90 Prozent für das mehrere Hundert Millionen Euro teuer Projekt, das die stationäre Gesundheitsvorsorge der Region für die nächsten Generationen sichern soll. Bis zur Einweihung dürfe es aber im besten Fall wohl noch mindestens zehn Jahre dauern.