Friesland/Wangerland (30. 10. 2026) – Der Landkreis Friesland und die Geschäftsführerin der Friesland Kliniken gGmbH Petra Hohmann haben sich gemeinsam darauf verständigt, den 2027 auslaufenden Vertrag von Petra Hohmann nicht zu verlängern. Das verkündete der Landkreis heute in einer Presseerklärung.
Die Geschäftsführerin hat seit dem Jahr 2022 die Geschäfte der gemeinnützigen GmbH des Landkreises geführt. Sie habe mit langjähriger Erfahrung als Klinikgeschäftsführerin und viel Tatkraft die Friesland Kliniken durch die Herausforderungen navigiert, die der Wandel des Gesundheitssystems in den vergangenen Jahren mit sich gebracht habe, heißt es in der Mitteilung.
„Ich danke Petra Hohmann im Namen des Aufsichtsrats für die jahrelange gute Zusammenarbeit und das Engagement, mit dem sie sich für die Gesundheitsversorgung im Landkreis Friesland eingesetzt hat“, sagt der Vorsitzende des Aufsichtsrats Rolf Neuhaus. „Nun gilt es in der verbleibenden Zeit, die Fusion und die weitere Sanierung der Friesland Kliniken intensiv voranzutreiben.“
Hintergründe zur Trennung wurden zunächst nicht bekannt. Die Personalentscheidung trifft den Landkreis und die ihm gehörenden Friesland-Kliniken in einer schwierigen Phase. Vor dem Hintergrund von jährlichen Verluste in Millionenhöhe der jeweiligen Krankenhäuser verhandeln die Stadt Wilhelmshaven und der Landkreis aktuell über den Bau eines gemeinsamen Zentralklinikums.
Neben Änderungen der Rahmenbedingungen für Krankenhäuser auf Bundeseben hatte in den vergangenen Jahren vornehmlich die Um- und Neugestaltung des zu den Friesland-Kliniken gehörenden St.-Johannes-Hospitals in Varel für Unmut gesorgt.
Hooksiel (30. 10. 2026) – Halloween, der Tag der Geister und Gespenster, hat sich einen festen Platz im Jahreskalender vieler Menschen erobert. Auch in Hooksiel. Schon jetzt sind einige Gärten und Fenster mit gruseligen Accessoires wie Gerippe, Spinnen oder Fledermäusen geschmückt. Kostüme und Masken liegen bereit, um am Samstag, andere Menschen zu erschrecken.
Stimmungsvolle Mystik und gekonnte Showelemente sind Markenzeichen des Gruseleums in Hooksiel. Alexandra Strehlau gehört zu den Darstellerinnen bei der Rocky-Horror-Picture-Show. Foto: Museum
Oder zu erpressen. „Süßes oder Saures!“ werden die als kleine Monster verkleideten Kinder fordern, die an Halloween traditionell von Haustür zu Haustür ziehen. Die Initiative „Weil wir Hooksieler sind“ (WWHS) wird dazu mit Einbruch der Dunkelheit im Ortskern zahlreiche Lichter in Kürbissen anzünden, die in Zusammenarbeit mit der Grundschule und der WiKi ausgehöhlt und mit Fratzen versehen wurden.
Gruseleum zieht Urlauber an
Gruselstimmung gibt es in Hooksiel allerdings nicht nur zu Halloween. Schon seit zwölf Jahren betreibt Martina Kreiner inzwischen ihr „Gruseleum“ in der ehemaligen Neuapostolischen Kirche am Pakenser Altendeich. Seit anderthalb Jahren werden dort zudem Gäste in „Esmeralda’s Hexencafé“ mit selbst gebackenem Kuchen und Getränken mit so magischen Namen wie Dämonenschuss, Feenstaub oder Morgengrauen versorgt.
„Wir hatten eine sehr gute Saison“, sagte Martina Kreiner im Gespräch mit „Hooksiel-life“. „Wir sind nach meiner Überzeugung inzwischen ein echter Faktor für Hooksiel geworden – auch im touristischen Sinne.“ Viele Urlaubsgäste seien über die Jahre schon mehrfach in den Shows gewesen. Allein für die Grusel-Vorführungen an Halloween lagen bis Mitte der Woche über 200 Anmeldungen vor. „Ich gehe davon aus, dass wir am Ende um die 300 Besucher haben werden.“
Im Gruseleum sind rund 25 Menschen beschäftigt, davon drei als fest Angestellte. Allein 15 Darsteller sorgen verkleidet als Hexe, Dämon, Waldschrat oder Vampir für die Gruseleffekte bei den Rundgängen durchs Gebäude. „Von 14 bis 19 Uhr bieten wir familiengerechte Vorstellungen“, sagt Martina Kreiner, die als Hexe „Esmeralda“ ihre Gäste verzaubert. Ab 19 Uhr steigt der Gruselfaktor dann nach einmal deutlich. Hier sind nur Besucher ab 14 Jahren zugelassen.
Als Waldschrat verunsichert Timo Kovller die Besucher im Guseleum. Foto: Museum
Das „Gruseleum“ hat in den Saison- und Ferienzeiten täglich geöffnet. Neben dem Café und den Rundgängen durch die Show gehören Gruseldinner und Gruppen-Veranstaltungen zum festen Programm. Kindergeburtstage etwa oder eine Rocky-Horror-Picture-Show. Ein echter Knaller: Wenn ein Kind einen Zauberstab erwirbt, kann es tatsächlich damit zaubern. „Auf einmal können zum Beispiel die Gäste im Café nicht mehr sprechen“, verrät Martina Kreier mit einem Augenzwinkern.
Café soll größer werden
Im Bedarfsfall wird inzwischen auch der Dinner-Raum für das Café mitgenutzt. Martina Kreiner denkt zudem darüber nach, die Außenterrasse so zu verglasen, damit sie auch in der kühleren Jahreszeit bewirtschaftet werden kann. Und noch so ein Geistesblitz: Spukrundgänge durch Hooksiel. Zurzeit sammelt die gelernte Theaterpädagogin dafür gruselige und mystische Geschichten, möglichst mit Ortsbezug.
Am wichtigsten aber ist derzeit der eigene Umzug in das neu erbaute Wohnhaus direkt neben dem Gruseleum, der noch in diesem Jahr vollzogen werden soll. Das verschaffe ihr dann kurze Wege und erspare viel Fahrzeit. Denn, auch das ist bemerkenswert und irgendwie beruhigend, selbst Hexe „Esmeralda“ fliegt nicht mit ihrem Besen zum Einkaufen, wenn sie die Zutaten für ihre Kuchen besorgt.
Wangerland (30. 10. 2026) – Unter dem Motto „Reformation neu feiern: Reset Hoffnung“ laden die Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg und die katholische Kirche im Oldenburger Land zu einem Ökumenischen Gottesdienst zum Reformationstag nach Schillig ein. Der Gottesdienst findet am Samstag, 31. Oktober, um 18 Uhr in der Kirche St. Marien Schillig (Jadestraße 34) statt.
Bischof hält die Predigt
Die Predigt hält der Bischof der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, Thomas Adomeit. Mitgestaltet wird der Gottesdienst von Pfarrer Andreas Bolten (Leiter des Pastoralen Raums Wilhelmshaven), Pfarrer Lars Bratke (Schillig) und Diakon im pfarramtlichen Dienst, Fredo Eilts (Kirchengemeinde Wangerland). Die musikalische Gestaltung liegt bei Axel Scholz.
Im Gottesdienst und der Predigt will Bischof Adomeit thematisieren, dass der Angst nicht die Deutungshoheit über die Zukunft überlassen werden dürfe. „In einer Zeit voller Unsicherheiten und Sorgen wollen wir gemeinsam ein Zeichen der Hoffnung setzen. Wir vertrauen darauf, dass Gott uns nicht aufgibt und immer wieder neue Wege eröffnet.“
Gespräch über Hoffnung
Im Anschluss an den Gottesdienst wird zu einem Imbiss mit Gespräch zum Thema „Hoffnung, die mich trägt…“ in die benachbarte ev.-luth. St.-Nikolai-Kirche in Schillig eingeladen. In dem moderierten Gespräch mit Adomeit, Bolten sowie Gemeindegliedern und Besuchern soll es um die Frage gehen, was als Stärkung und Kraftquelle dienen kann – im Alltag, aber auch im Urlaub, um zuversichtlich und hoffnungsvoll zu bleiben.
Hooksiel (30. 10. 2026) – In Hooksiel werden nicht nur Ortseingangsschilder entwendet. Auch am Dietrichsberg im Freizeitgelände haben Unbekannte unschöne Spuren hinterlassen. Wer sich in das dortige Gästebuch eintragen möchte, wird enttäuscht sein. Wie die Arbeitsgruppe Hooksiel mitteilt, wurde das Gästebuch mit gesamten Inventar wie Stempel und Stempelkissen aus dem Kasten gestohlen.
Die von der Arbeitsgruppe Hooksiel betreute Seehund-Skulptur „Jantje“ wurde jetzt ins Winterquartier gebracht. Foto: Arbeitsgruppe
Die Arbeitsgruppe kümmert sich seit Jahren ehrenamtlich um den Dietrichsberg, der als besonders interessanter Punkt im Bereich Hooksiel ausgewiesen ist. Auf dem rund 15,5 Meter hohen „Gipfel“ des Berges können sich Gäste mit einem Spruch in einem Buch verewigen und einen Stempel in ihren Nordsee-Reisepass eintragen. Wie originell die Einträge zum Teil sin, können Interessierte im Gästehaus Hooksiel nachlesen, wo die vollen Gästebücher einzusehen sind.
„Wahrscheinlich brauchte jemand das Inventar für sich eine Vorlage für einen Berg in den Alpen“, scherzt Arbeitsgruppen-Sprecher Bodo Zeiger. Dennoch: Der Vorfall ist ärgerlich. „Das war schon der zweite Schaden, im Frühjahr wurde die Klappe aus der Halterung vom Holzkasten herausgebrochen.“
Für die Arbeitsgruppe bedeute es, dass man einen neuen Stempel mit Stempelkissen und ein neues Gästebuch bestellen müsse. Die Kosten von rund 50 Euro sind zwar überschaubar, müssen aber aus der Vereinskasse ausgelegt werden. Zeiger: „Uns ist aber wichtig, dass, der Dietrichsberg weiterhin ein Anziehungspunkt für unsere Gäste bleibt.“
Die gute Botschaft: Die Sorge, dass auch „Jantje“ aus ihrem Beet an der Lange Straße entführt worden sein könnte, ist unbegründet. Die von der Arbeitsgruppe liebevoll betreute Seehund-Skulptur sei auch nicht in die Nordsee verschwunden, versichert Zeiger: „Wir haben Jantje bei unserem letzten Arbeitsdienst in zur Restaurierung in eine Scheune gebracht, damit sie im Frühjahr wieder in neuem Glanz auftauchen kann.“
Friesland/Wangerland (29. 10. 2026) – Unter dem Slogan „Neue Impulse für Friesland – Nachhaltig, sozial, vielfältig“ hat sich im Vorfeld zur konstituierenden Sitzung des neuen friesischen Kreistages im November eine Mehrheitsgruppe aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und der Partei Die Partei gegründet.
Haben sich auf eine Zusammenarbeit im künftigen Kreistag verständigt: (von links, vorn) Linn Söderberg-Szymanski, Jannes Wiesner, Uwe Tjardes, (zwei Reihe) Jutta Helmerichs, Jan Ole Möller, Lena Gronewold, (dritte Reihe) Jan Symanski und Torge Heinisch. Foto: privat
Die Gruppe vereint 23 der insgesamt 46 Sitze im neu gewählten Kreistag auf sich. Der Gruppenvertrag wurde laut einer Mitteilung am Dienstag, vorbehaltlich der Zustimmung der Parteigremien, in Jever unterzeichnet.
Zu den inhaltlichen Schwerpunkten, auf die sich die Partner verständig haben, gehören der Klimaschutz und die Bewältigung der Folgen des Klimawandels, der Ausbau erneuerbarer Energien und die Stärkung regionaler Wertschöpfung, eine nachhaltige Verkehrswende mit einem attraktiven Radwegenetz und ÖPNV sowie der Schutz der Natur. Ebenso wichtig seien die Digitalisierung der Verwaltung, der Breitbandausbau, bezahlbarer Wohnraum, gute Bildung, soziale Teilhabe und die Stärkung der regionalen Wirtschaft – von der Landwirtschaft über den nachhaltigen Tourismus bis hin zum Mittelstand und zur Luftfahrtindustrie.
Friesland/Wilhelmshaven (29. 10. 2026) – Bei einer Großrazzia im Bereich Wilhelmshaven und Friesland haben Polizeibeamte gestern früh 14 Objekte durchsucht und zahlreiche Beweise für Drogendelikte gesichert. Das unter Federführung der Staatsanwaltschaft Osnabrück geführte Ermittlungsverfahren ist beim Polizeikommissariat Varel aufgehängt. Polizei hervorgeht, richtet sich der Verdacht gegen insgesamt zehn Beschuldigte.
14 Objekte durchsucht
Ermittelt wird bereits seit Anfang wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Durchsucht wurden Objekte in Varel (11), Schortens (1) und Wilhelmshaven (2). Vorausgegangen seien in den vergangenen Monaten intensive und teilweise verdeckt geführte Ermittlungen. Einzelne Beschuldigte werden nach bisherigen Erkenntnissen dem Rockermilieu beziehungsweise „familiär verbundenen kriminellen Strukturen“, so genannten Clans, zugeordnet.
Ein Teil den Durchsuchungen in Friesland und Wilhelmshaven beschlagnahmten Gegenstände. Foto: Polizei
Bei den Razzien wurden die Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland durch die Zentrale Polizeidirektion Niedersachsen und die Polizeidirektion Oldenburg unterstützt. Durchsucht worden seinen zum Teil Privatwohnungen, aber als auch gewerblich genutzte Räume, darunter ein Kiosk, eine Shisha-Bar sowie ein Betrieb zur Fahrzeugaufbereitung.
Zwei vorläufige Festnahmen
Als Beweismittel sichergestellt worden seien unter anderem Cannabis-Produkte im Kilogramm-Bereich, mehrere Schreckschuss-, Reizgas- und CO₂-Waffen sowie Anscheinswaffen und Munition, ein verbotenes Butterflymesser, zahlreiche Mobiltelefone, Datenträger und ein Computer, mehrere hochwertige Smartwatches, unverzollte E-Zigaretten und Bargeld im unteren vierstelligen Eurobereich.
Zwei Beschuldigte wurden vorläufig festgenommen, aber nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Darüber hinaus seien fünf Beschuldigte erkennungsdienstlich behandelt worden, so die Polizei. „Die sichergestellten Gegenstände, insbesondere die elektronischen Datenträger und Mobiltelefone, werden nun ausgewertet.“
Ermittler sprechen von Erfolg
„Die heutigen Maßnahmen sind das Ergebnis einer intensiven und über mehrere Monate geführten Ermittlungsarbeit. Mit den umfangreichen Durchsuchungen und Sicherstellungen ist uns ein wichtiger Schritt gelungen“, wird Polizeiführer Franz Polifke zitiert. Weitere Ermittlungen dauern an.
Wangerland/Hooksiel (28. 10. 2026) – In regelmäßigen Abständen müssen die Schmutzwasserkanäle gereinigt werden, damit die Abwasserentsorgung weiterhin zuverlässig funktioniert. Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) lässt ab Freitag, 30. Oktober, in der Gemeinde Wangerland Schmutzwasserkanäle mit einer Gesamtlänge von 31 Kilometern reinigen.
In Hooksiel sind etliche Gullydeckel markiert. In den entsprechenden Schächten befinden sich Rattenfallen. Foto: hol
Mit den Arbeiten, die ungefähr fünf Wochen dauern werden, ist die Firma Hilker (Friesoythe) beauftragt worden. Der OOWV rät seinen Kunden, ihre Hausinstallation auf Funktionalität prüfen, damit keine Kanalluft in die Wohnräume eindringt und kein Abwasser aus den Abläufen spritzt.
Bei Störungen Notfallnummer wählen
Anzeichen für Störungen könnten beispielsweise sein: ein langsamer Abfluss trotz gereinigtem Siphon, ein kurzzeitig übler Geruch nach Spülvorgängen oder auch ein Gluckern im Abfluss, wenn an anderer Stelle Wasser läuft.
„Verschlossene oder defekte Be- und Entlüftungseinrichtungen können für die Beeinträchtigungen die Ursache sein“, so der OOWV. Die Hausanschlussleitung sollte nicht verstopft, der Hausanschlussschacht frei zugänglich und die Dachentlüftung ordnungsgemäß angeschlossen sein. Sollte es zu den beschriebenen Ereignissen kommen, können sich Kundinnen und Kunden des OOWV an die Notfallnummer (04401 6006) wenden.
Rattenfallen in Hooksiel ausgelegt
Nichts mit den Reinigungsarbeiten zu tun haben die Markierungen, die seit einigen Tagen auf etlichen Gullydeckeln in Hooksiel zu sehen sind. Grund hierfür seien Schädlingsbekämpfungs-Maßnahmen, hieß es auf Rückfrage von „Hooskiel-Life“.
Konkret geht um Ratten. Die Markierungen signalisieren, dass in diesem Schacht Fallen aufgestellt wurden. Von einer Rattenplage in Hooksiel könne aber nicht die Rede sein, beteuert Markus Gellert, Ordnungsamtleiter bei der Gemeinde Wangerland. „Es handelt es sich um vorbeugende Maßnahmen, damit es zu einer Plage gar nicht erst kommt.“
Horumersiel (29. 10. 2026) – Am Sonntag, 1. November, von 10 bis 16 Uhr dreht sich im Gästehaus Horumersiel alles um gut erhaltene Frauenkleidung, Accessoires, Schuhe und besondere Vintage-Schätze. Der Frauen-Flohmarkt bietet eine gute Gelegenheit, den eigenen Kleiderschrank zu ergänzen und neue Lieblingsstücke aus zweiter Hand zu entdecken.
Gleichzeitig können gut erhaltene Kleidungsstücke, Schuhe und Accessoires, die selbst nicht mehr getragen werden, eine neue Besitzerin finden. Das Angebot konzentiert sich dabei ausschließlich auf Produkte rund um die Frau. Neben dem Stöbern und Entdecken bleibt auch Zeit für Austausch und Gespräche. Für das leibliche Wohl ist vor Ort gesorgt. Der Eintritt ist frei.
Wangerland/Wilhelmshaven (28. 10. 2026) – Damit hatten die Vertreter der Mission Lebenshaus gGmbH offenbar nicht gerechnet. Bei der heutigen Güteverhandlung zur Kündigung der AfD-Kommunalpolitikerin Martina Müller ließ Arbeitsrichterin Dorothea Vincetis durchblicken, dass nach ihrer derzeitigen Einschätzung eine Kandidatur bei der Kommunalwahl allein kein rechtmäßiger Grund für die Entlassung der Wangerländerin war und ist.
Martina Müller (hier mit ihrem Rechtsbeistand Dr. Christian Wirth) rückt nächste Woche für die AfD in den Wangerländer Gemeinderat und den frieisländischen Kreistag ein. Ob ihr Arbeitgeber, die Mission Lebenshaus, ihr deshalb kündigen durfte, ist fraglich. Foto: hol
Die Kündigung hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Saal 42 des Arbeitsgerichtes Wilhelmshaven war entsprechend gut gefüllt, unter anderem mit zahlreichen Medienvertretern. Einige schafften es allerdings nicht bis zum Beginn der Verhandlung in den Saal zu gelangen. Sie mussten sich im Eingangsbereich des Gerichtes ausgiebiger Kontrollen durch Justizmitarbeiter unterziehen.
Durch Kandidatur Loyalität verletzt?
Dr. Dr. Dieter Ahlers, Rechtsbeistand der zur Diakonie gehörenden Mission Lebenshaus (Bremen), erläuterte den Kündigungsgrund. Martina Müller (60) arbeitete in der Verwaltung des Friedel-Orth-Hospizes in Jever als Sekretärin der Geschäftsführung. Als ihre Kandidatur für die vom niedersächsischen Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestufte AfD für den Wangerländer Gemeinderat und den Kreistag bekannt geworden sei, habe man die Mitarbeiterin zunächst abgemahnt – und dann zum 17. August fristlos gekündigt, nachdem sie es abgelehnt habe, von den Kandidaturen zurückzutreten. Mit dem öffentlichen Bekenntnis zur AfD stellt sich die Mitarbeiterin nach Ansicht der Mission gegen zentrale Werte des Unternehmens.
AfD ist nicht verboten
Die Betroffene klagt gegen die Kündigung. Ihr Rechtsanwalt Dr. Christian Wirth, zugleich Bundestagsabgeordneter der AfD, betonte, dass seine Mandantin über 15 Jahre gute Arbeit geleistet habe. Das Engagement für eine nicht verbotene Partei dürfe nicht zu ihrem Nachteil ausgelegt werden. Schon gar nicht mit Hinweis auf die Beurteilung der AfD durch den Verfassungsschutz. Der Verfassungsschutz unterstehe dem politisch geführten Innenministerium. Mit einer Bewertung der Verfassungstreue der Partei durch das Bundesverfassungsgericht habe die Einstufung als „rechtsextrem“ nichts zu tun.
Der juristische Austausch im Saal drehte sich vor allem um zwei Komplexe. Zum einen: Hätte der Arbeitgeber bei der Kündigung nicht auch eine Stellungnahme des Betriebsrates einholen müssen? Das Problem: Martina Müller selbst war die Mitarbeitervertreterin im Hospiz in Jever.
Zum zweiten: Nach dem Mitarbeitenden-Vertretungsgesetz (MVG) der Evangelischen Kirchen in Deutschland sind die Mitarbeitenden in kirchlichen Unternehmen zu Loyalität und vertrauensvoller Zusammenarbeit verpflichtet. In Kirchen hänge das Maß der geforderten Loyalität von der „Verkündungsnähe“ ab, so die Richterin, also von der Außenwirkung, die ein Mitarbeiter für das Unternehmen hat. Im konkreten Fall stellt sich die Frage, inwieweit eine Sekretärin der Verwaltungsleitung tatsächlich Außenkontakte hat.
Verhandlung im April
Die Logik, die dahinter steht: Um so mehr ein Mitarbeiter in der öffentlichen Wahrnehmung für das diakonisch-kirchliche Unternehmen steht, um so glaubwürdiger muss er hinter den zentralen Werten der Kirche stehen. Inwieweit gilt das für eine Sekretärin der Geschäftsführung? Sollte dieser Aspekt eine Rolle spielen, so ein Hinweis von Rechtsanwalt Wirth, hätte die Mission Lebenshaus vor einer Kündigung ein interne Versetzung prüfen können und müssen.
Eine außergerichtliche Einigung der Parteien etwa auf eine Trennung mit einer finanziellen Abfindung zeichnete sich gestern nicht ab. Die Richterin setzte den Verhandlungstermin in der Hauptsache für den 14. April 2027 fest.
Im Nachgang zum Gütetermin zeigte sich die Mission Lebenshaus gGmbH zuversichtlich, dass die Kündigung rechtes war. „Nach dem Verlauf der Verhandlung sehen wir uns weiterhin in unserer Entscheidung zur Kündigung bestätigt und gehen davon aus, dass diese rechtlich Bestand haben wird.“
Hooksiel (28. 10. 2026) – Die Polizei hat am gestrigen Mittwoch einen 63-jährigen Mann aus dem Keller eines Hauses in einer Wohnstraße befreit. Eine besorgte Person hatte gegen 14 Uhr die Polizei über die offenbar hilflose Person informiert. Der Mann habe aufgrund einer starken Alkoholisierung das Haus nicht mehr eigenständig verlassen können. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 3,41 Promille. Der Mann sei durch den Rettungsdienst zur weiteren medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht worden, so die Polizei.