Hooksiel (19. 8. 2026) – Der Rat der Gemeinde Wangerland will eine Trabrennbahn für Hooksiel erhalten. Einen entsprechenden Beschluss habe der Verwaltungsausschuss bereits am 16. Juni in nicht-öffentlicher Sitzung gefasst, sagte die Sprecherin der Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“, Alice Brandenburg-Bienek (CDU), am Dienstagabend im öffentlich tagenden Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Sanierung.

Überrascht von dieser klaren Festlegung wurden nicht nur die Zuhörer, sondern auch Marko Meyer, für Immobilienentwicklung zuständiger Abteilungsleiter bei NPorts Wilhelmshaven. Der landeseigenen Hafengesellschaft gehört das Hooksieler Freizeitgelände zwischen der Bäderstraße und dem Hooksmeer einschließlich der Trabrennbahn. NPorts möchte die in den 1970er Jahren im Zuge der Aufspülung des Voslapper Grodens und dem Bau der Hooksieler Seeschleuse entstandenen, etwa 200 Hektar großen Flächen von der zweiten Deichlinie am ehemaligen Hallenwellenbad bis einschließlich der Flächen am Außenhafen für Tourismus- und Freizeitzwecke entwickeln.
Bauleitplanung fürs Freizeitgelände
Der Gemeinderat steht den Plänen grundsätzlich positiv gegenüber. „Das ist wirklich toll“, sagte Holger Ulfers (SPD). Ohne Gegenstimmen segnete der Ausschuss die Entwürfe für die Aufstellung von drei Bebauungsplänen ab, über die nach mehreren Beteiligungsstufen Baurecht entstehen soll. Einmal geht es dabei um eine Fläche zwischen Trabrennbahn und Sportplätzen bis in Höhe Surfgelände. Darüber hinaus soll ein Gebiet im Bereich Hooksieler Werft und Wasserskianlage überplant werden. Und zum dritten möchte NPorts am Außenhafen Baurecht für ein Hafenservicegebäude mit Gastronomie schaffen.
NPorts-Vertreter hatten die zusammen mit einer privaten Immobilien-Entwicklungsgesellschaft erarbeiteten Überlegungen schon mehrfach vorgestellt. Dabei lag stets ein Schwerpunkt bei der künftigen Nutzung des Trabrennbahn-Areals. Hier sieht NPorts die Chance, Investoren für einen Hotelbau oder einen Ferienpar zu finden.
Investoren für Projekte gesucht
Auf die Frage aus dem Ausschuss, ob die Entwicklung des Freitzeitgeländes auch ohne die Nutzung des Trabrennbahn-Geländes vorstellbar sei, antwortete Meyer ausweichen. „Das entscheiden allein die Investoren.“ Bislang sehen die NPorts-Pläne für das weitere Gelände eine weniger intensive Nutzung vor. Denkbar sein etwa ein Baumhotel, Hausboote oder eine Tinyhouse-Siedlung.
Im Bereich Werft/Wasserskianlage soll im wesentlichen die vorhandene Entwicklung abgesichert werden. Neu in der Planung: An der Bäderstraße rückwärtig des Hooksieler Badestrandes in Höhe von Strandhaus 1 und Strandhaus 2 könnte sich NPorts eine so genannte „Aktionsfläche“ für Veranstaltungen wie etwa Konzerte vorstellen. Das wäre auch aus Sicht des Hooksieler Gewerbevereins-Vorsitzenden Tobias Geisen, der dem Ausschuss als Beisitzer angehört, eine ideale Ergänzung zur geplanten Umgestaltung des Hooksieler Badestrandes selbst.
Aktionsfläche hinter dem Badestrand
Ratsherr Immo Müller (UWW), zugleich Vorsitzender des Hooksieler Rennvereins, der die Trabrennbahn nutzt, regte an, die Aktionsfläche mit der Trabrennbahn zu kombinieren. Schon jetzt würden auf dem Rennareal auch andere Veranstaltung wie Autotreffen und Festivals stattfinden. Meyer zeigte sich skeptisch, ob das eine gute Idee sei. Nach der bisherigen Planung wolle man lautstarke Aktivitäten möglichst weit von den ruhigen Wohn- und Erholungsbereichen entfernt halten.
Ulfers regte an, notfalls die Trabrennbahn zu verlegten – und zwar im Freizeitgelände in Richtung geplanter Aktionsfläche. Hier sehen die Pläne von NPorts den Erhalt des vorhandenen Waldes vor. Ulfers hielt dem entgegen, dass von einem Wald nie die Rede gewesen sei, als das Freizeitgelände als Kompensation für die Belastungen Hooksiels durch die Industrie auf dem Voslapper Groden aufgespült worden ist.










