Wangerland (15. 5. 2026) – Einen ganz anderen Blick haben Tennisfreunde seit dieser Woche auf die Platzanlage des MTV Hohenkirchen. In ehrenamtlicher Arbeit haben Aktive um den Abteilungsvorsitzenden Robert Meints eine Sitztribüne aufgebaut, die es den Zuschauerinnen und Zuschauern ermöglicht, über die Platzeinfassungen hinweg die Ballwechsel auf den beiden Plätzen zu verfolgen.
Verfolgten die Spiele beim Vatertags-Doppeltunier des MTV Hohenkirchen von der neuen Tribüne aus: (Von links) Hannes Sommer, Harald Fischer, Helmut Petermann, Alexander Scholz und Robert Meints. Foto: hol
Die Tribüne hat beim fast schon traditionelle Vatertags-Doppelturnier für Herren ihre Bewährungsprobe bestanden. Insgesamt zwölf Doppel traten dabei in den Altersklassen ü40 und ü50 an. Jedes Duo hatte dabei zwei Spiele zu absolvieren, meist gegen ein als etwas stärker und ein als etwas schwächer eingestuftes Team. Die Turnerleitung lag in den Händen von Nina Tjarks und Britta Taddigs, die mit den durchweg fairen Partien keine Probleme hatten.
Gewinner waren am Ende alle Teilnehmer der Veranstaltung, die aus dem Wangerland, aus Jever, Wilhelmshaven, Varel und Friedeburg angereist waren. Bei sehr gutem Tenniswetter konnten die Aktiven im Erfolgsfall ihre Leistungsklasse verbessern, zumindest aber Erfahrungen sammeln und sich im Anschluss beim gemeinsamen Essen austauschen.
In der Herren-ü50-Konkurrenz trafen die Wangerländer Doppel Alexander Scholz/Robert Meints und Mirko Ortmanns/Jörg Kase gleich zum Turnierauftakt aufeinander. Scholz/Meints gewannen 6:1/6:3, verloren ihr zweites Spiel gegen Carsten Biskupek/Rainer Dörnath dann aber mit 2:6/2:6. Ortmanns/Kase verpasste im Anschluss gegen das favorisierte Wangerländer Doppel Helmut Petermann/Harald Fischer eine Überraschung nur knapp (6:2, 1:6, 4:10).
Das Hooksieler Doppel Thorsten Csikos (links) und Thomas Otte blieb trotz guten Spiels ohne Erfolg. Foto: hol
Auch ohne Sieg zeigte das Hooksieler Doppel Thomas Otte/Thorsten Csikos gutes Tennis. Gegen das Friedeburger Duo Carsten Viehweger-Sick/Youssef El-Zein reichte es aber nur zu einem 2:6/4:6. Im zweiten Spiel unterlag man knapp mit 3:6/6:1/8:10 geben die Jeveraner Andreas Struß und Christian Horn, die zuvor Petermann/Fischer mit 6:1/6:1 geschlagen hatten. Alle Spielergebnisse des Turniers lassen sich im Internet unter www.tennis.de finden.
Das nächste Doppeltunier auf der Platzanlage des MTV Hohenkirchen ist für Samstag, 1. August, angesetzt. Dann werden Damen-Doppel der Altersklassen ü30 bis ü70 auf dem Platz stehen. Anmeldungen sind noch möglich.
Jever/Wangerland (15. 5. 2025) – Die Zeitungslandschaft im Landkreis Friesland verändert sich. Der Journalist Helmut Burlager (69), langjähriger Redaktionsleiter und Chefredakteur des „Jeverschen Wochenblatt“, erwartet nach der in dieser Woche angekündigten Mehrheitsbeteiligung der NOZ/mh:n Medien („Neue Osnabrücker Zeitung“) am Medienhaus BruneMettcker GmbH mehr Wettbewerb in der Region.
Almuth Thomßen von den Grünen bedankte sich bei Referent Helmut Burlager. Foto: Reiner Tammen
Burlager, seit 2020 Ruheständler mit Wohnsitz in Frankreich, war zu Gast beim politischen Stammtisch der Grünen/Bündnis 90 in Jever. Neben Mitgliedern und Anhängern der Partei waren weitere Journalisten vor Ort. In einem gut zweistündigen Austausch wurden die Gründe, die Chancen und Risiken der sich abzeichnenden Entwicklung diskutiert.
Neuer Partner für BruneMettcker Medienhaus
Zum Hintergrund: Das BruneMettcker Medienhaus gibt das „Jeversche Wochenblatt“ und die „Wilhelmshavener Zeitung“ heraus. Mit der NWZ-Ausgabe „Jeverlandbote“ erscheint im nördlichen Landkreis Friesland eine weitere, personell aber sehr dünn aufgestellte Zeitung. Im Südkreis ist die „Nordwest-Zeitung“ mit Sitz in Oldenburg ohnehin führendes Zeitungshaus. Die NWZ war auch seit Jahrzehnten so genannter Mantelpartner der Lokalzeitungen in der Region, lieferte also die überregionalen Nachricht etwa aus Politik und Sport.
Nach den ursprünglichen Überlegungen hätte diese Kooperation weiter vertieft werden sollen. Das BruneMettcker Medienhaus besteht in seiner aktuellen Form seit 2021. Hervorgegangen ist es aus der 1999 gegründeten Brune-Mettcker Druck- und Verlags GmbH, die zu jeweils 50 Prozent den Verlegerfamilien Brune/Adrian (Wilhelmshaven) und Allmers (Jever) gehörte. Nach dem Tod des WZ-Verlegers Manfred Adrian übernahm die Familie Allmers dessen Anteile und verkaufte dafür den bis dahin ebenfalls zum Unternehmen gehörenden „Anzeiger für Harlingerland“ (Wittmund) an die NWZ.
Veto vom Bundeskartellamt
In der Folge ging der Druck der Zeitungen nach Oldenburg. Anzeigengeschäft, Vertrieb und Internetauftritt wurden mit Blick auf eine geplante Verzahnung der Unternehmen und allgemein sinkenden Auflagenzahlen weitgehend von der NWZ organisiert. Doch aus der Fusion wurde nichts. Das Bundeskartellamt der NWZ untersagte die Übernahme des Mittbewerbers in Friesland. Dadurch sei die Medienvielfalt in der Region in Gefahr.
Bewegung in die Angelegenheit kam Anfang dieses Jahres. Die Madsack Mediengruppe (Hannover), einer der größten Regionalmedienverlage Deutschlands, übernahm die NWZ – offenbar ein schwerer Schlag für die Kooperation zwischen Oldenburg und Jever. Jedenfalls dürfte das das Signal für die Annäherung von BruneMettcker und NOZ gewesen sein.
NWZ stockt Redaktionen auf
Seit Mitte April liefert die NOZ, die schon mehrere Titel in Ostfriesland erworben hat, den Mantel für WZ und Wochenblatt. Vor wenigen Tagen wurde die geplante Übernahme von 50,01 Prozent, und damit der Mehrheit, der Anteile am BruneMettcker Medienhaus durch die NOZ verkündet – vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamtes, die aber in diesem Fall als reine Formsache eingestuft wird.
Schließlich, so nicht nur die Einschätzung von Burlager, dürfte die Fusion den Wettbewerb in der Medienlandschaft in Wilhelmshaven und Friesland eher beleben. Die Konstellation: Die von Hannover aus gesteuerte NWZ gegen die dann zu Osnabrück gehörenden Lokalzeitungen WZ und Wochenblatt. Dafür spricht, dass die NWZ offenbar bereits dabei ist, ihre Redaktionen in Jever und Wilhelmshaven personell zu stärken.
Erhebliche Veränderungen
Abzuwarten bleibt, wie die Entflechtung der übrigen Geschäftsfelder zwischen NWZ und BruneMettcker abläuft. Wie sieht der künftige Internetauftritt der hiesigen Zeitungen aus? Wo erscheinen künftig welche Todesanzeigen? Wer organisiert die Verteilung der Print-Zeitungen vor Ort?
Schwierige, aber aus Sicht von Burlager lösbare Aufgaben. Ungewiss ist allerdings, wie die Leser auf das veränderte Angebot regieren werden. Klar dürfte aber sein: Kurz- und mittelfristig läuft die Region nicht Gefahr, zu einem „Ein-Zeitungs-Kreis“ zu werden. Das wäre ganz im Sinne der Kartellbehörden. Pressevielfalt gilt als ein wichtige Voraussetzung für demokratische Meinungs- und Willensbildung.
Hooksiel (15. 5. 2026) – Zufrieden zeigten sich die Organisatoren des Bücher- und Spieleflohmarktes in Hooksiel. Am Himmelfahrtstag konnten Interessierte im ehemaligen AWO-Heim neben dem Gästehaus zwischen Hunderten Büchern und Spielangeboten auswählen. Ob Krimi oder Liebesroman, Sachbuch oder Biografie, Brett- oder Kartenspiel – für jeden war etwas dabei.
Arnim Fels zeigte sich beeindruckt von der Breite des Angebots beim Bücher- und Spieleflohmarkt. Foto: hol
„Wir hatten durchgehend Lauf und auch ganz gute Umsätze“, sagte Ingrid Tscherney gegenüber „Hooksiel-Life“. Die Erlöse des Flohmarkts kommen dem Kinder- und Jugendhospiz in Wilhelmshaven zugute. Es dürften mehrere Hundert Euro zusammengekommen sein.
Die zum Verkauf angebotenen Artikel waren zum Großteil im Vorfeld gespendet worden. Der Flohmarkt, der im Vorjahr erstmals ausgerichtet worden war, findet bewusst am Rande des Tages der offenen Tür der Feuerwehr statt. Ingrid Tscherney: „Das hat sich bewährt – und wird so bleiben.“
Hooksiel (14. 5. 2026) – Die Hooksieler Feuerwehr ist ehrenamtlich unterwegs – in der Küche, beim Wertgutschein-Verkauf, bei Abwasch und Aufsicht. Unterstützt wurde sie von zahllosen Helfern aus ihren Familien oder dem Umfeld der Dorfgemeinschaft, die von Curry-Wurst über Pommes, Kaffee und Kuchen und Getränken alles anbieten, was die hungrigen Besucher begehren. Das Ergebnis: Ein rundherum gelungenes, buntes Fest zum Tag der offenen Tür am Feuerwehrgerätehaus.
Bürgermeister Mario Szlezak (2. von links) übergab einen neuen Mannschaftswagen an die Feuerwehr Hooksiel. Auf dem Bild (von links) Gemeindebrandmeister Eike Eilers, Ortsbrandmeister Jörg Nöchel und dessen Stellvertreter Dr. Thomas Große. Foto: hol
Bei überraschend schönem Wetter pilgerten am heutigen Himmelfahrtstag gefühlt Tausende Interessierte zur Hohe Straße 112. Sie besichtigen das erst im vergangenen Jahr eingeweihte Einsatzgebäude, begutachteten den modernen Fuhrpark und die vielfältigen Ausrüstung der Hooksieler Wehr und konnten sich über eine ganze Reihe weiterer Sicherheits-, Hilfs- und Rettungsorganisationen informieren.
Dazu gehören das Objektschutzregiment der Luftwaffen ebenso wie das Deutsche Rote Kreuz, die DLRG, das Technische Hilfswerk (THW) und die Hunderettungsstaffel Wilhelmshaven-Friesland. Ein Hingucker war auch der Pkw-Überschlagsimulator der Verkehrswacht Jeverland. Zu sehen gab es auch eine Reihe von historischen Feuerwehrfahrzeugen.
Vorführung der Jugendwehr
Zu den Höhepunkten des Tages zählte eine Life-Übung der Jugendfeuerwehr. Die Mädchen und Jungen des Feuerwehrnachwuchses simulierten unter anderem eine Brandbekämpfung und einen schweren Autounfall, bei dem eine verletzte Person aus einem Wagen geborgen werden musste. „Nein! Nicht geborgen, sondern gerettet“, wirft ein erfahrener Feuerwehrmann ein. „Geborgen werden Tote, Lebende werden gerettet.“
Bunte Vielfalt beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr in Hooksiel. Fotos: hol
Für den Einsatzstab der Wehr, aber auch für die Jugendfeuerwehr, ist ein neues Mannschafts-Transport-Fahrzeug gedacht, das Bürgermeister Mario Szlezak im Rahmen der Veranstaltung an den Hooksieler Ortsbrandmeister Jörg Nöchel übergab. Einen vergleichbaren 9-Sitzer, Kostenpunkt um die 65.000 Euro, hatte kürzlich auch die Feuerwehr in Tettens in Empfang nehmen können.
Anerkennung fürs Ehrenamt
Die gute Ausstattung der Wehren ist nach den Worten von Szlezak auch Anerkennung für den ehrenamtlichen Dienst für die Sicherheit der Bürger in der Gemeinde – auch und vor allem auch zu Zeiten, wenn alle anderen schlafen. Und ein Dankeschön für den Einsatz, den die Feuerwehren für die jeweiligen Dorfgemeinschaften leisten. Etwa bei der Absicherung und der Begleitung von Feiern und Festen in den jeweiligen Orten. Der Eindruck des Bürgermeisters: „Die Hooksieler Feuerwehr ist fest in der Dorfgemeinschaft verankert.“
Am Tag der offenen Tür packen alle mit an: Ortsbrandmeister Jörg Nöchel zum Beispiel beim Geschirr spülen. Foto: hol– Werbeanzeige –
Wangerland/Horumersiel (13. 5. 2026) – Die Stimmungslage in Horumersiel war deutlich wahrzunehmen. Thalasso hin oder her – der Ort braucht dauerhaft einen Versammlungs- und Veranstaltungsort. Vor diesem Hintergrund begleiten viele Bürger die Bemühungen der insolventen Wangerland Touristik GmbH (WTG) mit Skepsis, das komplette Areal „Zum Hafen 3“ in dem Sielort an einen Investor zu verkaufen, der dort zum Beispiel ein Hotel bauen könnte, dessen Gäste das benachbarte Thalasso Meeres Spa (TMS) beleben sollen.
Kann Horumersiel ohne sein Gäste- und Dorfgemeinschaftshaus leben? Viele der Gäste im Kursaal hielten das neue Thalasso Meeres Spa für weniger wichtig als die Begegnungs- und Versammlungsstätte im Ort. Foto: hol
Rund 500 Interessierte aus dem gesamten Wangerland waren am Dienstagabend der Einladung des Seebadevereins Horumersiel-Schillig und des örtlichen Vereins für Handel, Handwerk und Gewerbe in den Kursaal gefolgt. Das Ziel, so Holger Meyer vom Seebadeverein: „Ein ehrliche Bürgergespräch zur Zukunft von Horumersiel.“
Zentraler Veranstaltungsort
Dabei spielt die Zukunft des Grundstücks, auf dem WTG-Zentrale, Touristen-Information, Bücherei, Kurpark und auch der Kursaal untergebracht sind, eine Schlüsselrolle. „Für die Urlauber ist es das Gästehaus, für die Einheimischen das Dorfgemeinschaftshaus“, sagte Frank Hensel, der den Kursaal im Auftrag der WTG betreibt. Das 1967 als DGH eingeweihte Gebäude sei der zentrale Veranstaltungsort für das ganze Wangerland mit um die 20.000 Besuchern im Jahr. Theater, Comedy, Kino, Bälle, Feten, Märkte, Tagungen, Ausstellungen …
Die Frage des Abends: Kann, will oder muss die Gemeinde auf das DGH verzichten? Hensel vertrat die Ansicht, dass man das Gebäude lieber (mit Fördermitteln) sanieren und so lange weiter betreiben sollte, wie es geht, damit Urlauber und Einheimische eine zentrale Anlaufstelle behalten. Energetisch modernisiert und um neue Angebote bereichert ließe sich das DGH nach seiner Überzeugung fast kostendeckend betreiben. Notfalls könnte ein Defizit durch den Gästebeitrag abgedeckt werden, den alle Urlauber im Wangerland zahlen müssen.
Dr. Christian Kaufmann (Foto), juristischer Berater für die Insolvenz in Eigenregie der WTG, hielt dem entgegen, dass das DGH sehr wohl erhebliche Kosten verursache. Zudem dürfe man den Gebäudekomplex nicht allein betrachten. „Das Problem steht nebenan.“
„Das Problem“ ist das Thalasso Meeres Spa (TMS). „Ohne Investor können wir das TMS nicht retten“, so Kaufmann. Im laufenden Ausschreibungsverfahren für den Verkauf des Grundstücks „Zum Hafen 3“ hätten sich bislang sechs Interessenten gemeldet. In der nächsten Woche sollen die ihre Vorstellungen in punkto Kaufpreis und Projektidee erstmals präzisieren.
14 Mio. Euro offene Forderungen
Die Kostenexplosion beim Bau des TMS von 8,8 auf zuletzt genannte 23 Millionen Euro gilt als Hauptgrund für die finanzielle Schieflage der WTG. Um ihre Gläubiger zu befriedigen, muss sich das gemeindeeigene Unternehmen von seinen Liegenschaften wie Campingplätze, Bäder und Grundstücke trennen. Zahlreiche Mitarbeiter wurden bereits entlassen.
Wie groß die Probleme der WTG sind, verdeutlichen Zahlen, die Kaufmann erstmals öffentlich nannte. So hätten Bauunternehmen und Architekt aktuell noch Forderungen in Höhe von 14 Millionen Euro angemeldet, die aber nach Überzeugung der Insolvenzverwaltung nicht alle berechtigt sind. Hinzu kämen Zuschüsse des Landes Niedersachsen in Höhe von 8,5 Millionen Euro, die die WTG zurückzahlen müsste, wenn das TMS nicht als Thalasso-Zentrum genutzt werde. Die Summe von Baukosten, noch offener Forderungen und mögliche Zuschuss-Rückzahlungen bezifferte Kaufmann auf rund 37 Millionen Euro.
Suche nach Investor läuft
Die jährlichen Belastungen für die WTG aus dem TMS – unabhängig davon, ob man es betreibt oder nicht – lägen bei 1,3 Millionen Euro. Vor diesem Hintergrund könne es durchaus sinnvoll sein, so Kaufmann, einem Hotelinvestor zum Beispiel einen Zuschuss in Höhe von 500.000 Euro im Jahr zu zahlen, wenn der dafür die betriebswirtschaftliche Verantwortung für das TMS übernimmt. Und die Gemeinde würde zudem von den touristischen Impulsen profitieren, die man sich einst vom Bau des TMS versprochen hat.
Ein Großteil der Besucher im Saal – so der Eindruck – bezweifeln, ob es derartige Impulse wirklich gibt. Sie warnten von einer zusätzlichen Bettenburg, glauben nicht daran, dass betuchte Thalasso-Gäste tatsächlich den Weg nach Horumersiel finden – mit oder ohne 5-Sterne-Hotel. „Wir sollten uns vielleicht lieber auf unser vorhandenes 3-Stern-plus-Publikum konzentrieren und dem mehr bieten“, sagte der Moderator des Abends, Heiko Manott.
Lösung für „Friesland-Therme“?
Vermieter im Saal beklagten immer schlechter werdende Gästezahlen. In den Wintermonaten sei der Ort tot. Es gebe keine Apotheke, keinen Friseur, nicht einmal ein gutes Café. Mit der Schließung der „Friesland-Therme“ sei ein weiteres Angebot vor allem für Familien mit Kindern weggebrochen.
Wie im Rahmen des Bürgergesprächs bekannt wurde, gibt es aber offenbar im Hintergrund Bemühungen, das Bad wieder zu öffnen. Eine Idee, so sagte Bürgermeister Mario Szlezak, sei es, den Gästebeitrag (derzeit 3,30 Euro am Tag) um 30 Cent zu erhöhen, um mit den Mehreinnahmen das Defizit des Bades zu decken.
Szlezak sagte, dass ein Hotelbau nicht in Stein gemeißelt sei. „Den Erhalt des Gebäudes des DGH kann ich nicht versprechen“, so Szlezak. Aber über die Planungshoheit könne die Gemeinde dafür sorgen, dass ein Neubau zu Horumersiel passt. Die Gemeinde habe einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst, der Raum für ein Hotel, aber auch für andere Projekte bieten könnte.
Wenn es andere Ideen gebe, wie das TMS zu retten sei, sei man offen, so der Bürgermeister. Ein Vorschlag aus dem Saal: Eine Genossenschaft aus Bürgern der Gemeinde Wangerland gründen. Ein anderer: Die WTG als GmbH komplett in Insolvenz gehen lassen. „Wenn die Banken dann ihr Geld nicht bekommen, ist das deren Problem …“.
Versammlungsraum im Hotel-Komplex
Insolvenzfachmann Kaufmann warnte davor, mit den Banken zu brechen. Die Kreditgeber hätten in der Regel Pfändungsrechte. Und wenn die Banken die Grundstücke der WTG dann verkaufen würden, habe die Gemeinde darauf noch weniger Einfluss.
Ebenso wie weitere Kommunalpolitiker betonten die Ratsfrauen Alice Brandenburg-Bienek (CDU) und Geraldine Vogdt (Pro Wangerland), dass die Gemeinde darauf setzt, dass ein Investor gefunden wird, der in seinem Hotel-Projekt auch einen öffentlich nutzbaren Versammlungsraum und Elemente des Dorfgemeinschaftshauses vorsieht. Letztlich habe die Gemeinde Wangerland als Herrin der Bauleitplanung das letzte Wort darüber, was auf dem Grundstück „Zum Hafen 3“ gebaut werden darf und was nicht.
Die CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen warb für Vertrauen in die Kommunalpolitik. Ja, der Rat habe zusätzlichen Millionen für den Bau des TMS im Gemeinderat zugestimmt. Man habe Fachleuten vertraut und Angst vor der Gefahr gehabt, dass ein Abbruch der Arbeiten zu einer Bauruine geführt hätte.
Hooksiel (13. 5. 2026) – Als Tennisspieler gehört Jan Alter zu den Aktivposten der Herren ü50-Mannschaft des SC Wangerland, die ihre Spiele in Hooksiel austrägt. Aber auch als Trainer ist der in Jever lebende Manager sehr ambitioniert. Er ist bereits seit 1995 Inhaber der B-Lizenz „Leistungssport“ und hat in der Vergangenheit auch über Jahre als hauptamtlicher Tennistrainer gearbeitet.
Leistungssport im Fokus
Aktuell hat Alter die Lizenz im Rahmen eine Fortbildung verlängert. Die B-Lizenz ist im Tennis nach dem System des Deutschen Tennis Bundes (DTB) und des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) die zweithöchste Trainerausbildung nach der A-Lizenz. Sie qualifiziert für den Einsatz im Leistungssport. Teilnahmevoraussetzung für die Ausbildung ist ein erfolgreich abzuschließender Sichtungslehrgang. Die Zahl der Teilnehmer ist limitiert. Die Auswahl richtet sich unter anderem nach dem Spielniveau des Bewerbers.
Der aktuelle Lehrgang fand im Landesausbildungszentrum in Bad Salzdetfurth statt. Fortbildungsthema war „Beach-Tennis“. Die Leitung hatte Maraike Biglmair (auf dem Foto mit Jan Alter), ehemalige Weltranglistenerste und Weltmeisterin in dieser Sportart.
Die B-Lizenz-Ausbildung im Tennis bereitet auf die Förderung ambitionierter Leistungsspieler und Mannschaftsspieler vor. Die Schwerpunkte, so Alter, liegen bei der Verbesserung der methodischen Fähigkeiten, der Wettkampfbetreuung und der Qualität der Schlagtechnik.
Meisterschaften in Schillig
„Beach-Tennis“ ist bekanntlich auch im Wangerland ein großes Thema. Vom 7. bis 9. August finden die Landesmeisterschaften des Tennisverbandes Niedersachsen-Bremen (TNB) in Schillig statt. Und zwar im Rahmen eines Jubiläumsturnier – am Strand von Schillig werden bereits seit 25 Jahren die Beach-Tennis-Meister ermittelt.
Hooksiel (12. 5. 2026) – Zum Muttertag sollen auch die Väter Spaß haben. Das dürfte sich das Mitglied des Hooksieler Oldtimer Klön Tages (OKT) gedacht haben, das über eine WhatsApp-Gruppe kurzfristig zu einer Ausflug eingeladen hatte.
Gesagt, getan. Am Muttertag um 11 Uhr machten sich Oldtimer-Freunde so auf den Weg nach Werdum, tranken an der dortigen Mühle Kaffee, aßen Torte und kauften selbst gebackenes Brot ein.
Ausschließlich über Schleichwege fuhren die Oldtimer-Freunde von Hooksiel nach Werdum. Foto: OKT
Darüber hinaus konnte man die „Küsten-Brauerei“ besichtigen. Schön war aber schon die Fahrt selbst nach Ostfriesland – nur über Schleichwege entlang von Rapsblüten, grünen Wiesen und Alleen. „Für uns Väter war das eine schöne Alternative“, so OKT-Sprecher Ulrich Nolzen. „Wir kamen am späten Nachmittag total zufrieden wieder in Hooksiel an.“
Hooksiel (12. 5. 2026) – Der Reit- und Fahrverein Hooksiel freut sich über eine gute Platzierung. Die Quadrille des Vereins belegte beim Wettbewerb in Höven in der Gemeinde Wardenburg den fünften Platz. Ein schöner Erfolg für die Teilnehmerinnen, zumal es die erste Hooksieler Quadrille überhaupt gewesen sein dürfte, die an einem solchen Wettbewerb teilgenommen hat.
Freuten sich über einen gelungenen Auftritt in Höven: die Hooksielerinnen (von links) Frauke Janßen, Saskia Bräkelmann, Silke Janßen, Elke von Hoeveling-Schmidt, Amrei Lüken, Lale Scharfenberger und Freya Heinen.
Der Dank der Teilnehmerinnen ging vornehmlich an Freya Heinen, die kurzfristig die Mannschaftsführung übernommen hatte. Zu einer Quadrille gehören sechs bis acht Dressurreiterinnen oder -reiter, die nach selbst gewählter Musik und eigener Choreografie ihren Auftritt planen und einstudieren.
Zur Hooksieler Quadrille gehören Frauke Janßen auf Raja, Saskia Bräkelmann auf Deichkind L, Silke Janßen auf Yoyke C, Elke von Hoeveling-Schmidt auf Hearke fan de Badwei, Amrei Sophie Lüken auf Strohgirl L, Lale Scharfenberger auf Baron Baco Ma sowie Mannschaftsführerin Freya Heinen.
Hooksiel (12. 5. 2026) – Fahrrad fahren macht Spaß. Vor allem auch mit elektrischer Unterstützung. Mit 25 Stundenkilometern quer durchs Wangerland – dabei lernt man Land und Leute kennen und kann etwas für seine Gesundheit tun. Aber Vorsicht: Wer sich nicht an die geltenden Radfahrregeln hält, riskiert ein Bußgeld in Höhe von bis zu 55 Euro.
Peter Merkler hält die häufig zu findenden Gehwegschilder mit dem Zusatz „Radfahrer frei“ für ein echtes Sicherheitsproblem. Kaum jemand weiß, dass Radfahrer hier nur Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen – selbst wenn keine Fußgänger in der Nähe sind. Foto: hol
Längst nicht alle Vorschriften für Radler so bekannt, wie sie sein sollte. Der Hooksieler „RadKaleu“ Peter Merkler weist im Gespräch mit „Hooksiel-life“ auf ein erhebliches Sicherheits- und Tourismusproblem hin: Die irreführende Beschilderung vieler Wege als Fußgängerwege mit der Ergänzung „Fahrräder frei“. Beispiele dafür gibt es in der Gemeinde Wangerland (und auch in den Nachbarkommunen) jede Menge.
Nur Schrittgeschwindigkeit zulässig
„Die Gemeinde wirbt mit über 200 Kilometern Radwegen im Wangerland, was Urlauber motiviert, viel mit dem Rad zu unternehmen“, erläutert Merkler. „In der Realität handelt es sich jedoch häufig um Fußwege, auf denen Radfahrer eigentlich nur in Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen, um Fußgänger nicht zu gefährden.“
Die Rechtslage ist klar: Auf reinen Gehwegen (Schild mit zwei weißen Fußgängern auf blauem Grund) haben Radfahrer nichts verloren – es sei dann, ein weißes Zusatzschild „Fahrräder frei“ erlaubt ihnen die Mitnutzung des Gehweges. Das heißt, Radfahrer sind hier als Gäste geduldet. Sie müssen auf Fußgänger Rücksicht nehmen und dürfen nur Schrittgeschwindigkeit (4 bis 7 km/h) fahren – und zwar unabhängig davon, ob gerade ein Fußgänger in der Nähe ist oder nicht.
Die Lebenswirklichkeit sieht anders aus. Meist sind die Radfahrer (viel) schneller unterwegs. Weitsichtige gehen zumindest aufs Bremspedal, wenn Fußgänger nahen. Andere wollen die Hindernisse lieber „wegklingeln“. Beides ist nicht erlaubt.
Warum keine echten Radwegschilder?
Peter Merkler fragt sich angesichts der Flut von Verstößen von Radfahrern gegen die Nutzungs-Vorschriften auf Gehwegen, warum an Gemeinde- und Kreisstraßen keine „echten“ Radwegschilder (weißes Fahrrad auf blauem Grund) aufgestellt werden. Oder Schilder mit Fahrrad und zwei weißen Fußgängern daneben für kombinierte Geh- und Radwege. Auf diesen Radwegen müssten Radler die Radweg zu nutzten, auf Kombi-Wegen aber nur dann Schrittgeschwindigkeit fahren, wenn tatsächlich Fußgänger gefährdet sein könnten.
Das blaue Verkehrsschild mit Fahrrad/ Fußgängern auf weißem Grund besagt, dass beide Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. Foto: hol
Der Grund liegt auf der Hand: Radler müssen Radwege mit Benutzungspflicht nur dann befahren, wenn das auch zumutbar ist – wenn der Weg also nicht etwa durch Laubhaufen, Schnee oder parkende Autos blockiert wird oder er nicht so buckelig ist, dass er nicht mehr sicher befahren werden kann. Möglicherweise nutzen Kommunen die Gehweg-Schilder mit dem Zusatzschild „Fahrräder frei“ auch deshalb so gern, um sich Kosten für die eigentlich nötige Radwegsanierung zu sparen?
Radler können Straße nutzen
Wie dem auch sei. Auf Gehwegen mit Zusatzschild gilt keine Benutzungspflicht. Die Zweiradfahrer können hier, mit Ausnahme von Kindern bis zu acht Jahren, auf der Straße fahren – ohne besondere Geschwindigkeitsbegrenzung. Autofahrer dürfen Radfahrern übrigens nur dann überholen, wenn sie mindestens 1,5 Meter Seitenabstand halten. Aber auch das ist so eine Regel, die offenbar kaum jemand kennt.
Wer sich mit RadKaleu Peter Merkler auf eine sichere Radtour durch die Region begeben möchte, kann sich über das von ihm angebotene Programm unter https://radkaleu.de informieren.
Anmerkung:Liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie Anregungen für die Artikel-Serie „Hooksiel sicher“ oder Fragen zu Verkehrsregelungen in Hooksiel haben, auf irreführende oder überflüssige Verkehrsschilder hinweisen möchten oder selbst schon in gefährliche Situationen geraten sind, melden Sie sich bitte per Email unter infos@hooksiel-life.de – Stichwort: „Hooksiel sicher“.
Hooksiel (11. 5. 2026) – Berlin, Paris, New York, Athen. Israel, Neuseeland, Burkina Faso. Jean-Noël Schramm ist schon viel herumgekommen in der Welt. Mehr oder weniger zufällig. Durch Kontakte und Bekannte.
Renate Janßen-Niemann begrüßt den neuen Stipendidaten Jean-Noël Schramm im Hooksieler Künstlerhaus. Foto: hol
Und jetzt Hooksiel. Der in Bayern geborene deutsch-französische Maler und Fotograf wird in den nächsten Wochen im Künstlerhaus wohnen und arbeiten. Am vergangenen Sonntag eröffnete der 66-Jährige zusammen mit der Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann und dem Allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters, Peter Podein, seine Ausstellung „Flüchtige Ewigkeit – Menschen am Strand“.
Neue Ausstellung im Künstlerhaus
Zu sehen ist eine Serie von kleinformatigen Aquarellen von Menschen an Stränden. Junge und ältere Personen, unterschiedlich gekleidet, mit oder ohne Gebrechen. Fotografiert, dann gemalt. Aber so, dass die Protagonisten sich durchaus wiedererkennen würden, ist Schramm überzeugt. Aber darauf kommt es eigentlich gar nicht an, was die Besucher der Vernissage, soweit sie es noch nicht erahnt hatten, einem von Hörbuchsprecherin Anna Carlsson vorgetragenen Erklärtext entnehmen konnten.
„Die Badenden entziehen sich, lösen sich auf, bevor sie überhaupt erscheinen können. Doch genau in diesem Entzug entsteht ein neuer Bildraum: einer der weniger auf Sichtbarkeit als auf Erfahrung basiert.“ Die Spannung der Bilder entsteht in dem Dazwischen – zwischen Wasser und Land, zwischen Intention und Abweichung, zwischen Figur und Struktur.
Segeltörn als Inspiration
Dass der Ort des Entstehens der Kunst dabei nicht nebensächlich ist, kann der Betrachter an einem großformatigen Gitterbild nachvollziehen. Entstanden auf einem Segeltörn in Neuseeland. Geprägt von Welle zu Welle, von Woge zu Woge, alle ähnlich, aber nie gleich. Ein Bild, geprägt von Rhythmus und der Spannung in der Monotonie.
Und auch diese Bild ist ebenso wie die schier endlose Galerie der Badenden nicht vollendet. Es ist ein Projekt. Der Beginn der Auseinandersetzung mit einem Thema, das weiter entwickelt, entfaltet und letztlich vielleicht sogar zerstört werden will. Weitere Badende will Schramm während seines Aufenthalts in Hooksiel ins Visier nehmen. Am Strand. Ungestellt. Überraschend. Authentisch.
Für Beleidigung im Käfig
Aber keine Angst. Der Mann mit der Kamera will nur Kunst. Ihm geht es weniger um die „Darstellung der Körper, sondern die Erfahrung eines Zustandes: das Eintauchen, das Getragenwerden, das zeitweise Ausgesetztsein“ Aber nicht jeder versteht das. So geriet Schramm in Griechenland in die Fänge der Polizei, weil er ein ins Wasser gehendes Paar fotografiert hatte, was als „Beleidigung“ gewertet wurde und ihm 32 Stunden in einem Karzer eintrug.
Die Ausstellung ist bis zum 5. Juli jeweils dienstags bis sonntags sowie am Pfingstmontag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Auch wenn der Künstler wegen einer anderen Verpflichtung in den nächsten Tagen nicht in Hooksiel sein kann, hat er zugesagt, auch vor Ort arbeiten und mit Interessierten ins Gespräch kommen zu wollen.