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Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Keine gütliche Einigung über Kündigung von AfD-Politikerin in Sicht

Wangerland/Wilhelmshaven (28. 10. 2026) – Damit hatten die Vertreter der Mission Lebenshaus gGmbH offenbar nicht gerechnet. Bei der heutigen Güteverhandlung zur Kündigung der AfD-Kommunalpolitikerin Martina Müller ließ Arbeitsrichterin Dorothea Vincetis durchblicken, dass nach ihrer derzeitigen Einschätzung eine Kandidatur bei der Kommunalwahl allein kein rechtmäßiger Grund für die Entlassung der Wangerländerin war und ist.

Martina Müller (hier mit ihrem Rechtsbeistand Dr. Christian Wirth) rückt nächste Woche für die AfD in den Wangerländer Gemeinderat und den frieisländischen Kreistag ein. Ob ihr Arbeitgeber, die Mission Lebenshaus, ihr deshalb kündigen durfte, ist fraglich. Foto: hol

Die Kündigung hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Saal 42 des Arbeitsgerichtes Wilhelmshaven war entsprechend gut gefüllt, unter anderem mit zahlreichen Medienvertretern. Einige schafften es allerdings nicht bis zum Beginn der Verhandlung in den Saal zu gelangen. Sie mussten sich im Eingangsbereich des Gerichtes ausgiebiger Kontrollen durch Justizmitarbeiter unterziehen.

Durch Kandidatur Loyalität verletzt?

Dr. Dr. Dieter Ahlers, Rechtsbeistand der zur Diakonie gehörenden Mission Lebenshaus (Bremen), erläuterte den Kündigungsgrund. Martina Müller (60) arbeitete in der Verwaltung des Friedel-Orth-Hospizes in Jever als Sekretärin der Geschäftsführung. Als ihre Kandidatur für die vom niedersächsischen Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestufte AfD für den Wangerländer Gemeinderat und den Kreistag bekannt geworden sei, habe man die Mitarbeiterin zunächst abgemahnt – und dann zum 17. August fristlos gekündigt, nachdem sie es abgelehnt habe, von den Kandidaturen zurückzutreten. Mit dem öffentlichen Bekenntnis zur AfD stellt sich die Mitarbeiterin nach Ansicht der Mission gegen zentrale Werte des Unternehmens.

AfD ist nicht verboten 

Die Betroffene klagt gegen die Kündigung. Ihr Rechtsanwalt Dr. Christian Wirth, zugleich Bundestagsabgeordneter der AfD, betonte, dass seine Mandantin über 15 Jahre gute Arbeit geleistet habe. Das Engagement für eine nicht verbotene Partei dürfe nicht zu ihrem Nachteil ausgelegt werden. Schon gar nicht mit Hinweis auf die Beurteilung der AfD durch den Verfassungsschutz. Der Verfassungsschutz unterstehe dem politisch geführten Innenministerium. Mit einer Bewertung der Verfassungstreue der Partei durch das Bundesverfassungsgericht habe die Einstufung als „rechtsextrem“ nichts zu tun.

Der juristische Austausch im Saal drehte sich vor allem um zwei Komplexe. Zum einen: Hätte der Arbeitgeber bei der Kündigung nicht auch eine Stellungnahme des Betriebsrates einholen müssen? Das Problem: Martina Müller selbst war die Mitarbeitervertreterin im Hospiz in Jever.

Zum zweiten: Nach dem Mitarbeitenden-Vertretungsgesetz (MVG) der Evangelischen Kirchen in Deutschland sind die Mitarbeitenden in kirchlichen Unternehmen zu Loyalität und vertrauensvoller Zusammenarbeit verpflichtet. In Kirchen hänge das Maß der geforderten Loyalität von der „Verkündungsnähe“ ab, so die Richterin, also von der Außenwirkung, die ein Mitarbeiter für das Unternehmen hat. Im konkreten Fall stellt sich die Frage, inwieweit eine Sekretärin der Verwaltungsleitung tatsächlich Außenkontakte hat.

Verhandlung im April

Die Logik, die dahinter steht: Um so mehr ein Mitarbeiter in der öffentlichen Wahrnehmung für das diakonisch-kirchliche Unternehmen steht, um so glaubwürdiger muss er hinter den zentralen Werten der Kirche stehen. Inwieweit gilt das für eine Sekretärin der Geschäftsführung? Sollte dieser Aspekt eine Rolle spielen, so ein Hinweis von Rechtsanwalt Wirth, hätte die Mission Lebenshaus vor einer Kündigung ein interne Versetzung prüfen können und müssen.

Eine außergerichtliche Einigung der Parteien etwa auf eine Trennung mit einer finanziellen Abfindung zeichnete sich gestern nicht ab. Die Richterin setzte den Verhandlungstermin in der Hauptsache für den 14. April 2027 fest.

Betrunkenen Mann aus Keller eines Wohnhauses befreit

Hooksiel (28. 10. 2026) – Die Polizei hat am gestrigen Mittwoch einen 63-jährigen Mann aus dem Keller eines Hauses in einer Wohnstraße befreit. Eine besorgte Person hatte gegen 14 Uhr die Polizei über die offenbar hilflose Person informiert. Der Mann habe aufgrund einer starken Alkoholisierung das Haus nicht mehr eigenständig verlassen können. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 3,41 Promille. Der Mann sei durch den Rettungsdienst zur weiteren medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht worden, so die Polizei.

„Masterplan Wangerland“ soll positive Vision bis 2045 spannen

Hooksiel (28. 10. 2026) – Die Gemeinde Wangerland benötigt nach Ansicht von Wolfgang Ademes unbedingt einen Plan. Am Dienstagabend stellte der Vorsitzende des Hooksieler Seebadevereins im Rahmen der Veranstaltung „Gäste- und Bürgersnak“ die Idee vom „Masterplan Wangerland 2045“ vor. 2045? „Wir sollten 20 Jahre in den Blick nehmen und uns jetzt die Frage stellen, wo will das Wangerland 2045 stehen.“

Der Plan solle, so Ademes (Foto), eine „positive Vision“ aufspannen, an dessen Verwirklichung sich danach alle Beteiligen zu halten hätten. Erarbeitet werden soll das Papier gemeinsam von Bürgern, Gästen, Vereinen sowie Gemeindeverwaltung und Rat.

Dafür müssten zunächst Gedanken und Ideen gesammelt, Stärken und Schwächen analysiert sowie Chancen und Risiken abgewogen werden – und zwar für das gesamte Wangerland und für eine Vielzahl von Themen. Von Tourismus über Wohnen bis zur Jugendarbeit. Von Veranstaltungen über öffentlichen Personennahverkehr bis zu sozialen Fragen etwa im Bereich Jugend und Senioren.

Rückendeckung aus dem Rathaus

Den wesentlichen Teil der vorbereitenden Arbeit, so die Vision von Ademes, sollten dabei – mit Rückendeckung der Gemeinde – ehrenamtlich engagierte Bürger aus den Dörfern und Vereinen leisten. Entscheiden über konkrete Projekte und Zwischenschritte müsste am Ende stets der Gemeinderat. Einer gewissen Rückendeckung habe sich der Seebadeverein bereits in einem Gespräch mit dem designierten neuen Bürgermeister Thies Fischer (CDU), dem Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH (WTG), Torsten Riedel, und dem Hooksieler Ratsherrn Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland) versichert. Fischer und Schäfermeister waren beim Bürgersnak dabei und signalisierten Unterstützung.

Bestandsaufnahme

Fischer will als ersten Schritt eine Bestandsaufnahme aller im Rathaus bereits laufender Planungen machen. Dazu dürfte die Umsetzung der „Gemeindeentwicklungs-Planung“ ebenso gehören wie der „Leitbildprozess 2017“. Im Rahmen des Gemeindeentwicklungs-Planung wird aktuell die Bauleitplanung für einzelne Orte überarbeit, um die verschiedenen Wohnformen wie Dauer-, Zweit- und Ferienwohnungen neu zu ordnen. Der seinerzeit von de WTG angestoßene „Leitbildprozess 2017“ enthält über 50 Projekte, mit denen auch der Tourismus vorangebracht werden sollte. „Aber nur die wenigsten davon wurden umgesetzt“, so Ademes. Eines der realisierten Vorhaben: der Bau des Thalasso Meeres Spa in Horumersiel.

Befragung von 2000 Gästen

Schäfermeier stellte die Idee „Zukunftsplan Wangerland 2035“ vor, mit dem die Wählergemeinschaft Pro Wangerland die Diskussion über die Neuorganisation der Tourismusförderung in der Gemeinde nach dem Ende der Insolvenz der gemeindeeigenen WTG anschieben will. Unter anderem stünde hier die Gründung eines „Tourismus-Rates“ und eine Befragung von 2000 Urlaubsgäste auf der Agenda. Weitere Entwürfe gibt es für einen „Notfall-Plan“ für die Vorbereitung auf Krisen und Katastrophen aller Art sowie für einen „Hitzeschutz-Plan“. 

Als Einstieg in die verschiedenen Planungen regte Schäfermeier die Gründung eines Arbeitskreises Masterplan durch den Gemeinderat an. In dem Gremium könnten dann Kommunalpolitiker, Verwaltung und kompetente Bürger weiter an den Themen arbeiten.

Müller: Musterpläne könnten Feuerwehrhäuser günstiger machen

Wangerland (26. 10. 2026) – Eigentlich hatte er sich schon aus der Kommunalpolitik verabschiedet. Doch ein Bericht in der in Kassel erscheinenden Tageszeitung HNA (Hessische/Niedersächsische Allgemeine) hat den scheidenden Ratsherrn Immo Müller dazu veranlasst, noch einmal sein Wort an den zukünftigen Rat zu richten.

Müller (Foto), der 20 Jahre lang die Unabhängige Wählergemeinschaft Wangerland (UWG) im Gemeinderat vertreten hat, sieht sich durch eine Initiative des Landes Hessen zum Bau von Feuerwehrgerätehäusern bestätigt, die ausdrücklich vom Bund der Steuerzahler unterstützt wird.

Danach sollen Kommunen durch Musterbaupläne für Feuerwehrhäuser in Sachen Planung, Zeitbedarf und Finanzierung entlastet werden. Müller hatte mit Blick auf Feuerwehrprojekte im Wangerland mehrfach ein solches Vorgehen angeregt. „Leider erfolgte seitens der Gemeinde, der Feuerwehren oder des Städte- und Gemeindebundes keine Initiative.“ 

Niedersachsen lehnt Vorstoß ab

Ob die erfolgreich gewesen wären, steht auf einem anderen Blatt. Das niedersächsische Innenministerium hat es laut HNA-Bericht abgelehnt, der Initiative des Landes Hessen von Ende 2025 zu folgen. Das wiederum kritisiert der Steuerzahlerbund. „Statt zu bremsen sollte das Land hier lieber den Turbo einlegen: Denn solche Musterpläne ließen sich in modularer Weise sicher auch für Schulen, Kindertagesstätten, Polizei- und Verwaltungsgebäude erarbeiten“, wird Jan Vermöhlen, Vorstandsmitglied des Steuerzahlerbundes Niedersachsen und Bremen in dem Zeitungsbericht zitiert.

Leitfaden für Standardbauten

Der Leitfaden, den das Land Hessen seinen Kommunen für den Bau von Feuerwehrhäusern an die Hand gibt, enthält Musterplanungen, Raumprogramme und Empfehlungen zu Standortwahl, Abläufen und Ausstattung, um Kosten und Bürokratie zu reduzieren. Die Gemeinde Wangerland baut aktuell ein neues Feuerwehrhaus in Hohenkirchen, das als „Bunte Wache“ auch die Polizei beherbergen soll. Eher Standardbauten dürften in den Folgejahren für die Feuerwehren Tettens und Minsen erforderlich werden.

Soldaten sammeln Spenden für die Kriegsgräberfürsorge

Friesland/Wangerland (28. 10. 2026) – Auch in diesem Jahr findet im Landkreis Friesland die Haus- und Straßensammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge statt. Zwischen Montag, 2. November, und Donnerstag, 5. November, sowie am Dienstag, 24. November, sind die Soldatinnen und Soldaten des Objektschutzregiments der Luftwaffe „Friesland“ für den guten Zweck in der Region unterwegs. Traditionell startet die Sammlung auf dem Wochenmarkt in Jever am Freitag, 30. Oktober, um 11 Uhr.

Das Motto „Versöhnung über den Gräbern“ ruft mit Blick auf den Volkstrauertag am 15. November dazu auf, sich der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu erinnern sowie sich aktiv für eine friedliche Zukunft einzusetzen. Die Spenden unterstützen nicht nur die Pflege der Kriegsgräber als Mahnmale, sondern leisten auch einen Beitrag zur historisch-politischen Bildungs- und Jugendarbeit, was wesentlich zur Völkerverständigung beiträgt.

Während der Sammlung legitimieren sich die Soldaten zusätzlich zu ihrem Truppenausweis mit einem offiziellen Sammelausweis des Volksbundes.

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Hooksieler Ortsschild als Schmuck für einen Partykeller?

Hooksiel (27. 10. 2026) – Wer zurzeit von der Pakenser Straße kommend nach Hooksiel hereinkommt, der wundert sich. Das Ortseingangschild fehlt. Gut 100 Meter vor der Straße Am Südring steht nur noch der leere Schilderrahmen.

An der Pakenser Straße fehlt das Hooksiel-Schild. Hinweise darauf, wer es abmontiert hat, gibt es bislang nicht. Foto: hol

Anwohner sind überzeugt: „Das hat bestimmt ein Urlauber abmontiert, um es als Erinnerung in seinem Partykeller aufzuhängen.“ Reine Spekulation? Ja, aber nicht unrealistisch. Auch Markus Gellert, Leiter des Ordnungsamtes im Rathaus in Hohenkirchen, hält ein solches Szenario für möglich. Aber nachweisen lasse sich das natürlich nicht.

Immer wieder würden im Gemeindegebiet Ortsschilder verschwinden. „Wir habe im Schnitt zwei bis drei vergleichbare Fälle im Jahr“, sagte Gellert. Die Gemeinde müsse dann neue Schilder bestellen, die jeweils um die 250 Euro kosten.

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Ast- und Strauchschnitt: Abholtermine nach Anmeldung

Friesland/Wangerland (27. 10. 2026) – Bürger im Landkreis Friesland, die Ast- und Strauchwerk am eigenen Grundstück abholen lassen möchten, können sich noch bis einschließlich Montag, 9. November, für diesen Service anmelden. Darauf weist die Abfallbehörde hin.

Die Anmeldung ist über die Sperrmüllkarte möglich, die im Kreisamt und in den Rathäusern der Städte und Gemeinden erhältlich ist. Alternativ kann die Anmeldung online unter www.friesland.de/sperrig erfolgen. Auch eine telefonische Anmeldung über das Servicetelefon der Augustin Entsorgung Friesland unter 04421/500495025 ist möglich.

Die Abholtermine beginnen am Montag, 23. November. Die Bündel dürfen maximal 2,5 Meter lang sein und müssen von einer Person getragen werden können. Der Durchmesser darf bei Ästen 15 Zentimeter und bei Wurzeltellern 25 Zentimeter nicht überschreiten. Die maximale Abholmenge beträgt fünf Kubikmeter pro Grundstück. 

Ungebündeltes Ast- und Strauchwerk kann ganzjährig auch an den Grünabfall-Annahmestellen etwa im Abfallwirtschaftszentrum (AWZ) Wiefels angeliefert werden. Auch hier eine Anmeldung erforderlich. 

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CDU Wangerland kritisiert neue Mehrheitsgruppe scharf

Wangerland (26. 10. 2026) – Die CDU Wangerland sieht in der Bildung der neuen Mehrheitsgruppe aus SPD, Pro Wangerland und Bündnis 90/Die Grünen ein falsches Signal zum Beginn der neuen Ratsperiode. Nach Auffassung des CDU-Gemeindeverbandes wird damit eine große Chance vertan, den bei der Kommunalwahl deutlich gewordenen Wunsch nach Veränderung in eine neue politische Zusammenarbeit zu überführen.

Wählerwillen ignoriert

Die CDU ging als stärkste Kraft aus der Gemeinderatswahl hervor und konnte ihre Zahl der Ratsmandate von sechs auf acht erhöhen. SPD und Pro Wangerland mussten hingegen deutliche Stimmenverluste hinnehmen. Bei der Bürgermeisterwahl wurde CDU-Kandidaten Thies Fischer mit großer Mehrheit zum neuen Bürgermeister gewählt. Er löst den SPD-Amtsinhaber Mario Szlezak am 1. November ab.

„Die Menschen im Wangerland haben nicht nur neue Personen gewählt. Sie haben aus unserer Sicht auch deutlich gemacht, dass sie sich einen anderen politischen Kurs, neue Ideen und einen echten Neuanfang wünschen. Diesen Wählerwillen müssen wir ernst nehmen“, betont der Vorsitzender der CDU Wangerland, Christian Burchardt (Foto), in einer Presseerklärung.

Umso kritischer bewerte die CDU die Entscheidung von SPD, Pro Wangerland und Grünen, unmittelbar vor Beginn der neuen Ratsperiode eine feste Mehrheitsgruppe zu bilden. Bemerkenswert sei dabei, dass die Beteiligten nach eigenen Aussagen keine gemeinsamen Kernthemen festgelegt hätten, für die sie geschlossen eintreten wollen.

Erhalt von Posten und Einfluss

„Wenn drei politische Gruppierungen eine feste Mehrheit bilden, ohne zuvor deutlich zu machen, welches gemeinsame politische Konzept sie verbindet, stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem eigentlichen Ziel dieses Zusammenschlusses“, so Burchardt.

Es entstehe der Eindruck, dass es bei dieser Gruppenbildung weniger um gemeinsame politische Überzeugungen, konkrete Inhalte oder die besten Lösungen für das Wangerland geht, sondern vielmehr um den Erhalt bestehender Positionen, politischer Einflussmöglichkeiten und Machtverhältnisse. „Gerade nach diesem Wahlergebnis wäre es jedoch das falsche Signal“, kritisiert Burchardt. Die CDU habe frühzeitig angeboten, die aus ihrer Sicht erfolgreiche Kultur einer sach- und ergebnisorientierter Ratsarbeit fortzuführen – ohne starre Mehrheitsblöcke, dafür mit offenen Gesprächen über die jeweils bestem Lösungen.

Besonders kritisch sieht Burchardt die Rolle der Wählergemeinschaft Pro Wangerland, die nicht erkennen lasse, wie sie ihr Wahlergebnis analysiert und aufgearbeitet habe. „Wer nach einer deutlichen Wahlniederlage eine selbstkritische Aufarbeitung ankündigt, muss sich auch daran messen lassen, welche Konsequenzen daraus gezogen werden“, so Burchardt. „Statt eines erkennbaren Kurswechsels erleben wir erneut einen Zusammenschluss mit der SPD – nun ergänzt durch die Grünen.“

Kein Zukunftskonzept

Selbstverständlich respektiere die CDU das Recht aller Ratsmitglieder, Fraktionen und Gruppen zu bilden. Eine rechnerische Mehrheit sei jedoch noch kein politisches Zukunftskonzept. „Wir brauchen Lösungen für die schwierige Finanzlage unserer Gemeinde, die Folgen der Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH, die wirtschaftliche Entwicklung, unsere Infrastruktur und die Zukunft unserer Ortschaften. Entscheidend muss sein, was wir gemeinsam für die Menschen erreichen – nicht, wer am Ende die meisten Ausschusssitze besetzt“, betont Burchardt. 

Die CDU werde trotz der neuen Mehrheitsverhältnisse an ihrem Kurs festhalten. Man biete allen demokratischen Kräften eine konstruktive Zusammenarbeit an.

Moderne Technik allein macht Häuser nicht klimafreundlich

Jever/Wangerland (26. 10. 2026) –  Dr. Martin Dehrendorf, ehemaliger Bau- und Umweltdezernent des Landkreises Friesland, plädierte für ein Umdenken und einen Perspektivwechsel im Klimaschutz. Statt auf Ressourcenknappheit reflexartig mit mehr Bautätigkeit, Investitionen und technischer Nachrüstung zu reagieren, müsse gefragt werden, welche klimaschädlichen Aktivitäten sich bereits durch das Bauen selbst vermeiden lässt, so Dehrendorf beim politischen Stammtisch der Grünen in Jever: „Entscheidend ist nicht allein, welche technischen Lösungen eingesetzt werden, sondern auch, welche tatsächlichen Auswirkungen die Summe aller Maßnahmen auf den CO₂-Ausstoß und den Ressourcenverbrauch haben.“

Almuth Thomßen, Moderatorin des politischen Stammtisches, bedankte sich beim Referenten Dr. Martin Dehrendorf. Foto: Grüne 

Besonders kritisch beleuchtete der Referent den Flächenverbrauch durch Einfamilienhausgebiete mit großen Grundstücken. Diese beanspruchten viel Fläche, verursachten zusätzlichen Mobilitätsbedarf und ließen sich häufig nur unzureichend an den öffentlichen Nahverkehr anbinden. Hinzu kämen die erheblichen Emissionen, die bereits bei der Herstellung von Baustoffen und der Errichtung eines Gebäudes entstünden: „Für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche sind das rund 100 Tonnen CO₂, die allein beim Bau anfallen.“

Verdichtete Wohnformen sinnvoll

Eine wichtige Rolle komme dabei den Kommunen zu. Verdichtete, attraktive und generationengerechte Wohnformen könnten dazu beitragen, Flächenverbrauch, Erschließungsaufwand und graue Energie zu reduzieren. Historische Stadtstrukturen zeigten, dass kompakte und vielfältige Siedlungen durchaus ressourcenschonend gestaltet werden könnten. Für moderne Wohnquartiere gelte es, unterschiedliche Wohnungsgrößen, flexible Grundrisse und einen geringen Erschließungsaufwand miteinander zu verbinden.

In der Diskussion wurde deutlich, wie anspruchsvoll die Umsetzung dieser Ziele sein kann. Im Mittelpunkt stand ein Planungs-Entwurf in Jever, der zwar die fachlichen Anforderungen erfülle, gestalterisch jedoch als gleichförmig und wenig innovativ wahrgenommen werde. Als mögliche Lösungen wurden kompakte Reihenhäuser sowie zwei- bis dreigeschossige Gebäude genannt.

Mehrgenerationen-Projekte

Mehrgenerationen-Projekte könnten soziale Kontakte fördern und Einsamkeit entgegenwirken, wenn sie unterschiedliche Wohnungsgrößen mit gemeinschaftlich nutzbaren Bereichen verbinden. Zugleich wurde davor gewarnt, solche Modelle zu idealisieren. Sie benötigten langfristige Moderation, klare Regeln und gegebenenfalls professionelle Unterstützung bei Konflikten. Frühere Initiativen seien unter anderem an unterschiedlichen Interessen und zeitlichen Vorstellungen gescheitert.

Einig waren sich die Diskutanten in ihrer Forderung an die kommunale Stadtentwicklung: Neue Baugebiete sollten nicht allein danach beurteilt werden, wie schnell sie realisiert werden können oder welche technischen Standards sie erfüllen. Maßgeblich sind ebenso ihr tatsächlicher Beitrag zum Klimaschutz, ihr Flächenverbrauch, ihre soziale Qualität und ihre langfristige Attraktivität.

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Sturmflutwarnung: Strände, Deichvorland und Häfen meiden!

Hooksiel (25. 10. 2026) – Sturmflutwarnung für die niedersächsische Nordseeküste. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geht davon aus, dass in der Nacht von Sonntag auf Montag auch im Bereich der Gemeinde Wangerland die Strände, das sonstige Deichvorland und Hafenflächen überflutet werden können. Alle Bürger werden aufgefordert, sich mit Blick auf die zu erwartende leichte Sturmflut nicht in den bedrohten Gebieten aufzuhalten und insbesondere dort auch keine Fahrzeuge abzustellen.

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor orkanartigen Böen im gesamten Nordwesten. Für den Bereich der Gemeinde Wangerland werden für Sonntagabend Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 110 Stundenkilometern erwartet.

Aufgrund der Wetterlage hat die Deutsche Bahn ihren Fährverkehr zur Insel Wangerooge für den heutigen Sonntag angepasst. „Am Montag erfolgt gar kein Fährverkehr von und nach Wangerooge“, teilt die DB mit. Das betreffe auch die Frachtbeförderung.

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