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Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

„Kino-Sommer“ mit zwölf Film-Klassikern im Kursaal

Wangerland (5. 7. 2026) – Das Kino kehrt nach Horumersiel zurück. Frank Hensel, Inhaber der Friesenevent-Agentur und Betreiber des Kursaals im Haus des Gastes, und seine Frau Kathrin laden zum „Kino-Sommer“ ein. Im Rahmen seiner „Horumersieler Filmtage“ werden im Zeitraum von Mittwoch 8. Juli bis zum 26. August insgesamt zwölf Filme ausgestrahlt.

Kathrin und Frank Hensel bringen das Kino-Erlebnis zurück in den Kursaal in Horumersiel. Mit dabei: Clint Eastwood. Foto: hol

Auf der Großleinwand sind jeweils mittwochs ab 15.30 Uhr und ab 19 Uhr zwei Filme zu sehen. Nachmittags gibt es einen Film für Kinder und Jugendliche, abends einen für Erwachsene. „Wir wollen den Kursaal beleben“, sagt Frank Hensel bei der Vorstellung des Programms. Dass das funktionieren kann, haben die vergangenen Wochen bereits gezeigt.

Erste Erfahrungen gesammelt

Im März verfolgten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger in dem Saal den aktuellen Kinofilm „Der Schimmelreiter“, der in weiten Teilen im Wangerland mit Statisten aus der Region gedreht worden war. „Dabei ging es vielen Zuschauern weniger um den Inhalt“, ist Hensel überzeugt. „Die meisten Leute wollten sehen, ob sie selbst zu sehen sind.“ Weitere Erfahrungen sammelte das Friesenevent-Team mit der Live-Übertragungen der WM-Fußballspiele der deutschen Nationalmannschaft, die durchweg gut besucht waren.

Eine ähnliche Zugkraft erhofft sich Hensel von den Film-Klassikern, die während des „Kino-Sommers“ zu sehen sein werden. Zum Auftakt am Mittwoch, 8. Juli, werden die Komödien „Hände weg von Mississippi“ (2007) und „25 km/h“ /2018) zu sehen sein. Den Schlusspunkt setzt am 26. August Schauspieler-Legende Clint Eastwood, der die Hauptrolle in dem Sozialdrama „Gran Torino“ (2008) spielt. Die Filme werden der Friesenevent übrigens durch das Projekt „Mobiles Kino Niedersachsen“ zur Verfügung gestellt. „Wir hatten die Auswahl aus einem Paket von 1000 Filmen.“

Kursaal als Begegnungsort

Mit dem „Kino-Sommer“ knüpfen Katrin und Frank Hensel an cineastische Traditionen im Wangerland an. Vor Jahren wurden bereits regelmäßig Kinofilme im Kursaal gezeigt. Damals gab es im Herzen von Schillig sogar noch ein eigenes Kino. Und noch einen Zweck verfolgen die Macher mit der Filmreihe: Sie wollen das Freizeitangebot für Einheimische und Gäste in Horumersiel erweitern – und den Wert des Kursaals als Veranstaltungsort für das Wangerland ins Bewusstsein rufen

Bekanntlich sucht die insolvente Wangerland Touristik GmbH (WTG) aktuell europaweit nach Investoren, die auf dem derzeit von der WTG genutzten Areal samt Haus des Gastes und Kursaal ein Hotel bauen möchten. Ob im künftigen Neubau dann ein öffentlich nutzbarer Saal eine Hauptrolle spielen wird, steht noch in den Sternen.

Das Programm

Mittwoch, 8. Juli, 15.30 Uhr „Hände weg von Mississippi“; 19 Uhr „25 km/h“
Mittwoch, 29. Juli, 15.30 Uhr „Catweazle“; 19 Uhr „Der Junge muss an die frische Luft“
Mittwoch, 5. August, 15.30 Uhr „Ronja Räubertochter“; 19 Uhr „Die fabelhafte Welt der Amélie“
Mittwoch, 12. August, 15.30 Uhr „Hotel Transsilvanien 3“; 19 Uhr „Heute bin ich Samba“
Mittwoch, 19. August, 15.30 Uhr „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“; 19 Uhr „Willkommen bei den Sch’tis“
Mittwoch, 26. August, 15.30 Uhr „G.O.A.T. – Bock auf große Sprünge“; 19 Uhr „Gran Torino“

Der Eintritt kostet 5 Euro (5 bis 14 Jahre) beziehungsweise für Erwachsene 10 Euro. Karten im Vorverkauf gibt es bei der Wangerland Touristik GmH. Es wird aber auch eine Abendkasse geben.

Nach Überflutungen: OOWV prüft Entwässerungssystem

Hooksiel/Wangerland (4. 7. 2026) –  Die Arbeiten an einem Generalentwässerungsplan (GEP) für die Gemeinde Wangelrand haben in der vergangenen Woche begonnen. Wie der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) auf Anfrage von „Hooksiel life“ mitteilt, habe der Verband ein externes Ingenieurbüro mit der Studie beauftragt. „Der GEP soll die bestehenden Entwässerungsstrukturen systematisch erfassen und eine Grundlage für notwendige Maßnahmen schaffen, so OOWV-Sprecher Heiko Poppen.

Immer wieder müssen Feuerwehr und THW nach Starkregenfällen ausrücken, um das Wasser aus Gräben wie hier an der Viethstraße, Kellern und von überfluteten Grundstücken abzupumpen. Foto: hol

Die Starkregenereignisse der vergangenen Tage hätten erneut gezeigt, vor welchen Herausforderungen Entwässerungssysteme angesichts immer häufiger auftretender Extremniederschläge stehen. Selbst leistungsfähige Entwässerungssysteme könnten dabei an ihre Belastungsgrenzen stoßen, so der OOWV. Die Überflutungsvorsorge im Starkregenfall erfordere ein abgestimmtes Zusammenwirken aller an den Entwässerungssystemen beteiligten Akteure.

Klärendes Gespräch mit der Gemeinde

Nach den großflächigen Überflutungen in Hooksiel am vergangenen Wochenende hatte es auch Kritik am OOWV gegeben. Unter anderem hatte der SPD-Ratsherr Holger Ulfers dem Verband Untätigkeit vorgeworfen. Die Gemeinde Wangerland hat die Oberflächenentwässerung an den Verband übertragen. Offenbar gibt es aber immer noch Unstimmigkeiten über die Aufgabenverteilung, insbesondere bei der Aufreinigung von offenen Gräben. 

„Richtig ist, dass es derzeit in einzelnen Punkten noch Abstimmungsbedarf zwischen der Gemeinde Wangerland und dem OOWV hinsichtlich der Zuständigkeiten und Aufgabenverteilung gibt“, räumt der Verband ein. Dazu sei für Anfang August ein gemeinsames Gespräch vereinbart worden. „Ziel ist es, offene Fragen zu klären und die weitere Zusammenarbeit verbindlich abzustimmen. Auch die Frage, welche Anlagen im Einzelfall in die Unterhaltungspflicht des OOWV fallen, ist Gegenstand dieser Abstimmungen.“

Analyse der Schwachstellen

Für den Bereich Hooksiel müssten die konkreten Ursachen der Überflutungen sorgfältig ausgewertet werden. Dabei sind nach Ansicht des OOWV verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: etwa die Leistungsfähigkeit einzelner Entwässerungsanlagen, die örtlichen Gegebenheiten sowie die außergewöhnlich hohen Niederschlagsmengen. Poppen: „Auf dieser Grundlage werden wir gemeinsam bewerten, an welchen Stellen Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen sinnvoll sind.“

Grundsätzlich weise der OOWV seit Jahren mit Partnern wie dem Landkreis, den Gemeinden und weiteren Akteuren darauf hin, dass sich private Grundeigentümer angesichts zunehmender Starkregenereignisse mit dem Schutz ihrer Gebäude vor möglichen Überflutungen beschäftigen sollten.  So empfiehlt der Verband Hauseigentümern unter anderem, sich grundsätzlich gegen Rückstau absichern, wenn sie einen Keller haben oder Räume im Gebäude ganz oder teilweise unterhalb der Straßenoberkante liegen.

Tipps für Hauseigentümer

Zum Schutz vor eindringendem Oberflächenwasser könnten Barrieren wie Schwellen oder Aufkantungen sinnvoll sein. „Auch Sandsäcke vor Kellerlichtschächten oder tieferliegenden Eingängen können im Ernstfall helfen“, so der OOWV. Darüber hinaus könnten Vordächer über Kellerzugängen sowie wasserdichte Fenster und Türen dazu beitragen, Gebäude besser vor eindringendem Wasser zu schützen.

Über zwei Jahrzehnte Garant für verlässliche Betreuung

Hooksiel (3. 7. 2026) – Mit diesem Ende des Schuljahrs ist an der Grundschule Hooksiel eine kleine Ära zu Ende gegangen. Die kommissarische Schulleitung und das Lehrerkollegium verabschiedeten mit Maike Donker eine langjährige pädagogische Mitarbeiterin in den Ruhestand.

Myriam Giersdorf (rechts) aus der kommissarischen Grundschulleitung verabschiedete Maike Donker in den Ruhestand. Foto: Schule

Maike Donker war seit 2001 für die so genannte „Randstunden-Betreuung“ der Kinder der ersten und zweiten Klassen zuständig. Dieses Betreuungsangebot war Baustein der Anerkennung der Schule als „Verlässliche Grundschule“. Durch den Einsatz von pädagogischen Mitarbeitern wurde sicher gestellt, dass die Kinder jeden Tag bis 12.30 Uhr, dem Ende der fünften Unterrichtsstunde, betreut wurden.

Bei schönem Wetter spielten die Kinder dabei meist unter Aufsicht auf dem Schulhof. Bei schlechter Witterung konnten sie unter Anleitung der Betreuungskräfte im Schulgebäude malen, basteln, spielen oder auch lesen. Zum Abschied erhielt Maike Donker von ihren Kolleginnen und Kollegen einen Präsentkorb – und von den Kindern eine große Sammlung von gemalten und geschriebenen Abschiedsgrüßen. „Das war schon bewegend.“

Gemeinde: Nächste Woche Asphaltarbeiten in Schillig

Wangerland (3. 7. 2026) – In der kommenden Woche kann es in Schillig zu Verkehrsbehinderungen kommen. Der Grund: Die Gemeinde Wangerland lässt die Asphaltdecke in der Jadestraße sanieren.Die Arbeiten sollen im Zeitraum von Dienstag, 7. Juli, bis Freitag, 10. Juli, erledigt werden. 

Die Hauptzufahrt nach Schillig bleibt während der geplanten Bauarbeiten in der Jadestraße befahrbar. Grafik: Gemeinde Wangerland

„Im Rahmen der Maßnahme wird ein rund 185 Meter langes Teilstück der Jadestraße, beginnend ab der Zufahrt zum Campingplatz in Richtung Ortsmitte, mit einer Dünnen Asphaltschicht in Kaltbauweise (DSK) saniert“, teilt die Gemeinde mit. Die Straße werde während der Bauarbeiten halbseitig gesperrt. Der Verkehr soll mittels einer Ampelanlage geregelt werden. „Die Zufahrt zum Ortskern bleibt während der gesamten Bauzeit gewährleistet“, versichert die Gemeinde. 

Im Anschluss an die Arbeiten in der Jadestraße werde außerdem der Einfahrtsbereich zum Deichtor sowie zur Fußgängerzone auf dieselbe Art saniert. Die DSK-Bauweise zeichne sich insbesondere dadurch aus, dass die sanierte Fahrbahn bereits nach kurzer Zeit wieder befahrbar ist und zeitnah für den Verkehr freigegeben werden kann. 

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Zahl der Kegelrobben im Wattenmeer deutlich angestiegen

Wilhelmshaven/Wangerland (3. 7. 2026) – Der Bestand der Kegelrobben im Wattenmeer und auf Helgoland nimmt weiter zu. Während der Erhebungen 2025-2026 zählten Forschende 12.497 Kegelrobben und 3.385 Jungtiere, was ein weiteres Populationswachstum bestätigt. Das teilt das Trilaterale Wattenmeer-Sekretariat mit Sitz in Wilhelmshaven mit. 

Fühlen sich offenkundig wohl: Zwei Kegelrobben auf einer Sandbank. Foto: Jessica Schop 

Die Zahl der gesichteten Jungtiere sei im Vergleich zum Vorjahr um elfProzent gestiegen. In den vergangenen fünf Jahren habe sich die Zahl der Jungtiere jährlich um durchschnittlich zwölf Prozent erhöht. Wie in den Vorjahren wurden die meisten Jungtiere im niederländischen Teil des Wattenmeers (1.731) gefunden, gefolgt von Helgoland (1.077) und Niedersachsen (575), wo ein deutlicher Anstieg beobachtet wurde. 

Viele Gründe für Schwankungen

Während des Fellwechsels 2026 wurden mit 3,6 Prozent mehr Kegelrobben gezählt als im Jahr zuvor. Von den insgesamt 12.497 Tieren wurden in Niedersachsen (1.222) gesichtet, was hier einen Rückgang bedeutet. „Jährliche Schwankungen können durch Wetter, Störungen und andere Faktoren hervorgerufen werden, weshalb die langfristigen Trends im Wattenmeer der zuverlässigere Indikator sind“, so die Forschenden.

Nach Angaben der trilateralen Expertengruppe für Meeressäuger mit Mitgliedern aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden bestätigen die Zahlen die fortlaufende Ausbreitung der Kegelrobben im Wattenmeer in Richtung Osten. Gleichzeitig komme der Nachwuchs oft in benachbarten Ländern zur Welt. Der spätere Zeitpunkt der Geburten im östlichen Wattenmeer deute darauf hin, dass sich die dortigen Kolonien noch in der Entwicklung befinden.

Gesamte Wattenregion im Blick

„Kegelrobben der Nordsee bewegen sich frei und ausgiebig, daher erfassen unsere Zählungen nicht nur lokale Kegelrobben, sondern auch Besucher aus anderen Regionen“, sagt Jessica Schop von Wageningen Marine Research, Hauptautorin des Forschungsberichts. „Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, die Populationsdynamik in einem größeren Maßstab zu betrachten und Beobachtungen aus benachbarten Kolonien in die jährliche Bewertung der Populationstrends einzubeziehen.“ 

Kegelrobben sind die größten Raubtiere an der Wattenmeerküste und eine der symbolträchtigsten Arten der Region. Ihr Bestand wird jährlich im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit zwischen Dänemark, Deutschland und den Niederlanden gezählt.

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Neue Angebote: Sauna und Arbeiten direkt am Wasser

Hooksiel/Schillig (2. 7. 2026) – An der Marina Hooksiel lädt der „Green Tiny Sauna Space“ ab sofort zu einer besonderen Auszeit direkt am Wasser ein. „Die autarke Sauna verbindet nachhaltiges Wellness-Erlebnis mit maritimem Ambiente“, verspricht die Wangerland Touristik GmbH (WTG). „Mit diesen Konzepten möchten wir sowohl Erholungssuchende als auch moderne, ortsunabhängige Berufstätige ansprechen und das touristische Angebot in der Region weiter bereichern“, so Eske Gobes vom WTG-Marketing.

Die neue Sauna in unmittelbarer Nähe der Marina der Wangerland Touristik im Hooksieler Freizeitgelände. Foto: WTG

Beheizt wird die von bis zu vier Personen gleichzeitig nutzbare Sauna mit einem skandinavischen Holzofen, der eine sanfte Slow-Sauna ebenso ermögliche wie klassisch-finnische Temperaturen von bis zu 80 Grad Celsius. Je nach Holzmenge lasse sich die Wärme individuell regulieren. „Das Knistern des Feuers und der Blick auf die Marina sorgen für eine entspannte, naturnahe Atmosphäre“, verspricht die WTG. 

Im Buchungspreis von 39 Euro sind acht bis zehn Holzscheite für den ersten Saunagang enthalten. Zusätzliches Holz sowie Saunatücher können bei Bedarf hinzugebucht werden. Parkmöglichkeiten und ein Sanitärgebäude befinden sich in unmittelbarer Nähe an der Marina im Freizeitgelände.

Workspace in Schillig

Mit der Aussicht auf „Arbeiten mit freiem Blick auf die Nordsee“ wirbt ein weiteres neues Angebot in Schillig. Dort ist ab sofort ein „Green Tiny Work Space“ buchbar. Gemeinsam mit der Firma „Green Tiny Management“ sei es gelungen, einen inspirierenden Arbeitsplatz an der Küste für mobiles Arbeiten und kreative Auszeiten zu schaffen.

Mit dem neuen Angebot greife das Wangerland den wachsenden Trend zum ortsunabhängigen Arbeiten auf, so die WTG. Buchbar ist der Workspace halbtags oder ganztags. Kostenfreies WLAN, Stromanschlüsse direkt am Arbeitsplatz, ein ergonomischer Stuhl sowie Ablageflächen sorgen für eine funktionale Ausstattung. Ventilator und Heizlüfter ermöglichen eine individuelle Klimaregulierung zu jeder Jahreszeit. Ein kostenloser Parkplatz auf dem Campingplatz Schillig ist inklusive. 

Weitere Informationen und Buchungsmöglichkeiten unter wangerland.de/entspannen/green-tiny-sauna oder unter wangerland.de/nordseeurlaub/workation 

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Glosse: Vorsicht, wenn das Heilung verflucht teuer wird!

Von Gerd Abeldt

Wilhelmshaven (2. 7. 2026) – Seien Sie froh, wenn Sie kein Russisch können. Sie leben dann möglicherweise sicherer. Und das hat nichts mit neuen Einreisebestimmungen in die USA oder automatisierten Abhörmethoden des CIA zu tun.

Ohne Russisch-Kenntnisse, so die Hoffnung, geraten Sie nicht ins Visier einer vermeintlichen Wunderheilerin, die zuletzt in Wilhelmshaven ihre Dienste angeboten hat. Wie die Polizei berichtet, hat dort am vergangenen Donnerstag eine 74-jährige Seniorin die Dienste der Anfang 40-jährigen Frau mit kräftiger Statur und blonden, zusammengesteckten Haaren in Anspruch genommen. 

Gegen 10 Uhr sei die Rentnerin im Wendehammer der Otto-Meentz-Straße, Ecke Bismarckstraße, von zwei bislang unbekannten Täterinnen angesprochen worden. Eine dieser Frauen offenbarte der 74-Jährigen, dass sie verflucht sei – auf Russisch, was auch das Opfer bestens beherrscht.

Sie ahnen schon, wie die Geschichte weiter ging? Die Helferin bot ihre Dienste gegen den Fluch an. Eine zweite Frau – etwa 50, dunkelbraune Haare, ebenfalls mit akzentfreiem Russisch – kam hinzu und bestätigte die Fähigkeiten der Heilerin. Na dann …

Die 74-Jährige wurde nach Darstellung der Polizei von der vermeintlichen Heilerin über mehrere Stunden in ein Gespräch verwickelt. Dabei erklärte sie, dass sie für die Heilung neben Lebensmitteln auch das Bargeld der Verfluchten benötige.

Das eigentliche Heilungsritual wurde in der Bismarckstraße im Bereich der Bushaltestelle „Stettiner Straße“ in der Nähe eines Friseursalons vollzogen. Dabei wurde das Geld in ein Tuch gewickelt. Die Heilerin übergab das Bündel an die Seniorin, die es für eine bestimmte Zeit unter ihre Matratze legen solle, um den Fluch zu brechen.

Es kam wie es kommen musste: Die Geschädigte offenbarte sich ihren Angehörigen. Eine Nachschau ergab, dass sich in dem Beutel anstelle des Geldes lediglich Papier befand. Wie viel Geld die Seniorin für ihre „Heilung“ eingebüßt hat, berichtet die Polizei nicht.

Sie können kein Russisch? Na dann seien Sie trotzdem vorsichtig. Schon wegen der Ähnlichkeiten des Vorfalls zu den Praktiken selbst ernannter Heiler mit deutschen Wurzeln. Am Anfang steht eine Diagnose. Es folgt ein Heilungsversprechen. Dann wird es teuer. Und oft genug ist in Nachgang unklar, ob die Heilung gewirkt hat. Vielleicht, so die Hoffnung, wurde ja die 74-Jährige auch tatsächlich von ihrem Fluch befreit …

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Kandidatinnen und Kandidaten fürs Jugendparlament gesucht

Friesland/Wangerland (2. 7. 2026) – Im September finden im Landkreis Friesland die Wahlen zum Jugendparlament Friesland statt. Wie der Landkreis mitteilt, können sich noch bis Dienstag, 21. Juli, Interessierte als Kandidatin oder Kandidat bewerben. In Frage kommen alle Jugendlichen, die zwischen 13 und 21 Jahre alt sind und seit mindestens drei Monaten in einer Stadt oder Gemeinde des Landkreises Friesland gemeldet sind.

Die Bewerbungsunterlagen können unter www.friesland.de/jugendparlament abgerufen werden. Jeder Kandidat benötigt mindestens 15 Unterstützungsunterschriften und eine Einverständniserklärung, „Mit dem Jugendparlament können Jugendliche ihre Ideen für den Landkreis einbringen, Projekte umsetzen und neue Kontakte knüpfen“, sagt Antonia Herzog vom Landkreis.

Das 25-köpfige Jugendparlament Friesland (JuPa) gibt es seit 2017. Alle zwei Jahre wird eine neue Zusammensetzung des Gremiums gewählt, dieses Jahr zum fünften Mal. Gewählt wird zwischen Montag, 7. September, ab 8 Uhr, und Freitag 18. September 2026, bis 18 Uhr. Die Wahl findet als Onlinewahl statt. Dazu erhält jede wahlberechtigte Person im Vorfeld Zugangsdaten für den einmaligen Zugriff zum Zweck der Wahl. Es können bis zu drei Stimmen vergeben werden, allerdings je Kandidatin oder Kandidat nur eine Stimme. Wahlberechtigt sind alle Jugendlichen von 12 bis 21 Jahre. Alle Wahlberechtigten erhalten per Post individuelle Zugangsdaten für die Onlinewahl.

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Gemeinde stellt Weichen für Verkehrsberuhigung in Horumersiel

Wangerland (1. 7. 2026) – Die Rundinsel im Wangermeer in Hohenkirchen ist verkauft. Nach einem entsprechenden Grundsatzbeschluss im September vergangenen Jahres hat der Rat der Gemeinde Wangerland am Dienstag in nicht-öffentlicher Sitzung dem Verkauf des Einlands in dem künstlich geschaffenen See an die Abenteuer Insel GmbH des Unternehmers Dirk Boll zugestimmt.

Die Rundinsel im Wangermeer soll zu einer Abenteuer-Ladnschft entwickelt werden. Archiv-Foto: hol

Boll ist im Wangerland als einer der führenden Köpfe des „Wangerland Resort“ in Hohenkirchen bekannt. Seine Projektidee, die Insel zu einer nicht intensiv bebauten Abenteuer-Landschaft zu entwickeln, hatte die Ratsmehrheit überzeugt. Kritik gab es am Finanzierungsmodell. Das Angebot von Boll lag deutlich unter dem eines Mitbewerbers, der eine massive Bebauung der Insel geplant hatte. Zudem war zunächst eine Zahlung des Kaufpreise in etlichen Raten vorgesehen.

4,1 Mio. Euro für die Rundinsel

Die Nachverhandlungen zogen sich über Monate hin. „Im Ergebnis konnten wesentliche Verbesserungen gegenüber dem ursprünglichen Vertragsentwurf erzielt werden, so dass der Rat dem Kaufvertrag mit großer Mehrheit zugestimmt hat“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde. Der Kaufpreis für die Rundinsel beträgt 4,1 Millionen Euro. Das entspreche einem aktuellen Wertgutachten. Im September hatte Boll noch 4.2 Millionen Euro geboten, sein Konkurrent gar 6 Millionen Euro.

Als „besonders erfreulich“ bewertet es die Gemeinde, dass die ursprünglich vorgesehene Ratenzahlung grundlegend überarbeitet worden sei. Der Zahlung soll jetzt in nur zwei Schritten erfolgen: „Mit dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes wird eine erste Rate in Höhe von 250.000 Euro fällig“, so die Gemeinde. „Die verbleibende Kaufpreissumme in Höhe von 3,85 Millionen Euro wird mit Eintritt der Rechtskraft des Bebauungsplanes gezahlt.“ Dadurch erhalte die Gemeinde das Geld deutlich früher als ursprünglich vorgesehen. Das komme dem Eigenbetrieb Wangermeer der Gemeinde zugute. 

Ergänzung zum „Wangerland Resort“

Die Abenteuerinsel GmbH will die Insel zu einer Erlebnis- und Abenteuerinsel entwickeln. Das Vorhaben soll die touristische Entwicklung des Standortes nachhaltig stärken und das Angebot des „Wangerland Resorts“ ergänzen. Vor Baubeginn muss jetzt allerdings die Bauleitplanung durch die Gremien der Gemeinde erfolgen.

In einer weiteren Entscheidung hat der Rat den Kauf einer rund zwei Hektar großen Fläche am Andelweg am Rand von Horumersiel beschlossen. Damit haben man einen wichtigen Meilenstein für die zukünftige Entwicklung Horumersiels gesetzt, heißt es von Seiten der Gemeinde. Die Fläche soll eine Neuordnung der Verkehrssituation und die städtebauliche Weiterentwicklung des Ortskerns ermöglichen.

Parkplatz am Rand von Horumersiel

„Ziel ist es, den ruhenden und fließenden Verkehr künftig stärker an den Ortsrand zu verlagern“, so die Gemeinde. Auf der erworbenen Fläche sollen zusätzliche Parkmöglichkeiten sowie ein Zentraler Omnibusbahnhof (ZOB) entstehen. Dadurch können Besucherinnen und Besucher den Ortskern bequem zu Fuß erreichen, während das Verkehrsaufkommen im Zentrum deutlich reduziert werden könne. 

„Mit dieser Entscheidung schaffen wir die Grundlage, Horumersiel in den kommenden Jahren nachhaltig weiterzuentwickeln. Weniger Verkehr im Ortskern bedeutet mehr Aufenthaltsqualität für Gäste und Einheimische gleichermaßen“, so Bürgermeister Mario Szlezak. Durch die Verlagerung der Parkflächen eröffnen sich auch neue Möglichkeiten für die Gestaltung des heutigen Großparkplatzes im Ortszentrum. Dieser Bereich biete erhebliches Potenzial den Ortskern attraktiver zu gestalten, Freiräume neu zu ordnen und die Aufenthaltsqualität weiter zu steigern. 

Ein weiterer Baustein dieser Entwicklung werde schon nach den Sommerferien gesetzt. Dann soll die Sanierung des Fuß- und Radweges entlang des Horumer Tiefs beginnen. Die Wegeverbindung zwischen dem zukünftigen Parkplatzbereich und der Ortsmitte werde als attraktive und sichere Verbindung ins Zentrum gestaltet. 

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Wangerland streicht die Standgebühren für Wochenmärkte

Wangerland (1. 7. 2026) – Die Marktbeschicker dürfen sich freuen. Der Rat der Gemeinde Wangerland hat am Dienstagabend beschlossen, die Standgebühren auf Wochenmärkten abzuschaffen. Die entsprechende Satzung wurde einvernehmlich aufgehoben.

Wochenmarkt Hooksiel
Der Hooksieler Marktvogt Jens Dekana (links) braucht künftig keine Standgebühren mehr von den Marktbeschickern kassieren. Archiv-Foto: hol

Die Politik folgte mit dem Beschluss einem Vorschlag der Gemeindeverwaltung. Ziel ist es dabei, die Wochenmärkte für die Marktbeschicker und damit letztlich auch für die Kunden – Einheimische wie Urlauber – attraktiver zu machen.

Märkte sollen attraktiver werden

Aktuell gibt es regelmäßig Wochenmärkte in Hooksiel, Horumersiel und Hohenkirchen. Bislang mussten die Beschicke eine Standgebühr von 1,20 Euro je laufenden Meter für ihre Verkaufsstände, mindestens aber 6 Euro, zahlen. In der Summe beliefen sich die Einnahmen bei der Gemeinde im Jahr auf rund 4000 Euro.

Die Verwaltung hatte argumentiert, dass der Einnahmeausfall verkraftbar sei, da ja auch der Aufwand vom Einkassieren bis zum Verbuchen des Geldes entfalle. Die Marktvögte, die die Märkte betreuen, sollen auf auch weiterhin als Ansprechpartner vor Ort bleiben, beteuerte Markus Gellert aus der Verwaltung.

Die Empfehlung aus dem Landwirtschafts-Ausschuss, wonach die Marktbeschicker künftig zumindest noch eine Pauschale für ihren Stromverbrauch vor Ort zahlen sollten, hatte im Vorfeld der Ratssitzung bereits der Verwaltungsausschuss einvernehmlich verworfen. Der Verbrauch sei so gering, dass die Kosten dafür vernachlässigenswert seien.

Baurecht für Supermarkt

In zwei weiteren Beschlüssen befasste sich der Rat mit der Bauleitplanung. Zum einen wurden Bebauungspläne an der Hooksieler Bäderstraße so geändert, dass der dortige Supermarkt um acht Meter verlängert werden darf. Zum anderen verabschiedete der Rat einvernehmlich die nicht unumstrittene Änderung von Flächenutzngs- und Bebauungsplan für den Bereich „Horumersiel Zentrum“ (Goldstraße, Pommernweg, Am Tief). Hier ging es vor allem darum, im Rahmen der Gemeindeentwickluungsplanung den über Jahrzehnte entstandenen Wildwuchs an Ferien- und Zweitwohnungen zu ordnen und das Dauerwohnen zu sichern.

Weniger Ferienwohnungen

Ziel sei es gewesen, so Bürgermeister Mario Szlezak, den aktuellen Bestand zu legalisieren. „Aber wir konnten nicht alle retten.“ Ratsherr Carsten Ihnken hatte auf gefühlte Ungerechtigkeiten hingewiesen. Im Pommernweg etwa, eine Wohnstraße, seien von 16 Häusern nur drei Dauerwohnungen. Zudem sei die Zahl der künftig zulässigen Ferienwohnungen je Grundstücken stark.

SPD-Fraktionssprecher Holger Ulfers hielt dem entgegen, dass es zu den Kernaufgaben eines Gemeinderates gehöre, negative Entwicklungen in einem Ort zu erkennen und diese möglichst umzukehren. Wie die Verwaltung ergänzte, gelte für derzeit genehmigte Zweit- und Ferienwohnungen Bestandsschutz. Die neuen Regelungen würden erst bei Umbauten oder dem Verkauf der Immobilien greifen.