Hooksiel (28. 10. 2026) – Die Polizei hat am gestrigen Mittwoch einen 63-jährigen Mann aus dem Keller eines Hauses in einer Wohnstraße befreit. Eine besorgte Person hatte gegen 14 Uhr die Polizei über die offenbar hilflose Person informiert. Der Mann habe aufgrund einer starken Alkoholisierung das Haus nicht mehr eigenständig verlassen können. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 3,41 Promille. Der Mann sei durch den Rettungsdienst zur weiteren medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht worden, so die Polizei.
Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste
Hooksiel (28. 10. 2026) – Die Gemeinde Wangerland benötigt nach Ansicht von Wolfgang Ademes unbedingt einen Plan. Am Dienstagabend stellte der Vorsitzende des Hooksieler Seebadevereins im Rahmen der Veranstaltung „Gäste- und Bürgersnak“ die Idee vom „Masterplan Wangerland 2045“ vor. 2045? „Wir sollten 20 Jahre in den Blick nehmen und uns jetzt die Frage stellen, wo will das Wangerland 2045 stehen.“

Der Plan solle, so Ademes (Foto), eine „positive Vision“ aufspannen, an dessen Verwirklichung sich danach alle Beteiligen zu halten hätten. Erarbeitet werden soll das Papier gemeinsam von Bürgern, Gästen, Vereinen sowie Gemeindeverwaltung und Rat.
Dafür müssten zunächst Gedanken und Ideen gesammelt, Stärken und Schwächen analysiert sowie Chancen und Risiken abgewogen werden – und zwar für das gesamte Wangerland und für eine Vielzahl von Themen. Von Tourismus über Wohnen bis zur Jugendarbeit. Von Veranstaltungen über öffentlichen Personennahverkehr bis zu sozialen Fragen etwa im Bereich Jugend und Senioren.
Rückendeckung aus dem Rathaus
Den wesentlichen Teil der vorbereitenden Arbeit, so die Vision von Ademes, sollten dabei – mit Rückendeckung der Gemeinde – ehrenamtlich engagierte Bürger aus den Dörfern und Vereinen leisten. Entscheiden über konkrete Projekte und Zwischenschritte müsste am Ende stets der Gemeinderat. Einer gewissen Rückendeckung habe sich der Seebadeverein bereits in einem Gespräch mit dem designierten neuen Bürgermeister Thies Fischer (CDU), dem Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH (WTG), Torsten Riedel, und dem Hooksieler Ratsherrn Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland) versichert. Fischer und Schäfermeister waren beim Bürgersnak dabei und signalisierten Unterstützung.
Bestandsaufnahme
Fischer will als ersten Schritt eine Bestandsaufnahme aller im Rathaus bereits laufender Planungen machen. Dazu dürfte die Umsetzung der „Gemeindeentwicklungs-Planung“ ebenso gehören wie der „Leitbildprozess 2027“. Im Rahmen des Gemeindeentwicklungs-Planung wird aktuell die Bauleitplanung für einzelne Orte überarbeit, um die verschiedenen Wohnformen wie Dauer-, Zweit- und Ferienwohnungen neu zu ordnen. Der seinerzeit von de WTG angestoßene „Leitbildprozess 2027“ enthält über 50 Projekte, mit denen auch der Tourismus vorangebracht werden sollte. „Aber nur die wenigsten davon wurden umgesetzt“, so Ademes. Eines der realisierten Vorhaben: der Bau des Thalasso Meeres Spa in Horumersiel.
Befragung von 2000 Gästen
Schäfermeier stellte die Idee „Zukunftsplan Wangerland 2035“ vor, mit dem die Wählergemeinschaft Pro Wangerland die Diskussion über die Neuorganisation der Tourismusförderung in der Gemeinde nach dem Ende der Insolvenz der gemeindeeigenen WTG anschieben will. Unter anderem stünde hier die Gründung eines „Tourismus-Rates“ und eine Befragung von 2000 Urlaubsgäste auf der Agenda. Weitere Entwürfe gibt es für einen „Notfall-Plan“ für die Vorbereitung auf Krisen und Katastrophen aller Art sowie für einen „Hitzeschutz-Plan“.
Als Einstieg in die verschiedenen Planungen regte Schäfermeier die Gründung eines Arbeitskreises Masterplan durch den Gemeinderat an. In dem Gremium könnten dann Kommunalpolitiker, Verwaltung und kompetente Bürger weiter an den Themen arbeiten.
Wangerland (26. 10. 2026) – Eigentlich hatte er sich schon aus der Kommunalpolitik verabschiedet. Doch ein Bericht in der in Kassel erscheinenden Tageszeitung HNA (Hessische/Niedersächsische Allgemeine) hat den scheidenden Ratsherrn Immo Müller dazu veranlasst, noch einmal sein Wort an den zukünftigen Rat zu richten.

Müller (Foto), der 20 Jahre lang die Unabhängige Wählergemeinschaft Wangerland (UWG) im Gemeinderat vertreten hat, sieht sich durch eine Initiative des Landes Hessen zum Bau von Feuerwehrgerätehäusern bestätigt, die ausdrücklich vom Bund der Steuerzahler unterstützt wird.
Danach sollen Kommunen durch Musterbaupläne für Feuerwehrhäuser in Sachen Planung, Zeitbedarf und Finanzierung entlastet werden. Müller hatte mit Blick auf Feuerwehrprojekte im Wangerland mehrfach ein solches Vorgehen angeregt. „Leider erfolgte seitens der Gemeinde, der Feuerwehren oder des Städte- und Gemeindebundes keine Initiative.“
Niedersachsen lehnt Vorstoß ab
Ob die erfolgreich gewesen wären, steht auf einem anderen Blatt. Das niedersächsische Innenministerium hat es laut HNA-Bericht abgelehnt, der Initiative des Landes Hessen von Ende 2025 zu folgen. Das wiederum kritisiert der Steuerzahlerbund. „Statt zu bremsen sollte das Land hier lieber den Turbo einlegen: Denn solche Musterpläne ließen sich in modularer Weise sicher auch für Schulen, Kindertagesstätten, Polizei- und Verwaltungsgebäude erarbeiten“, wird Jan Vermöhlen, Vorstandsmitglied des Steuerzahlerbundes Niedersachsen und Bremen in dem Zeitungsbericht zitiert.
Leitfaden für Standardbauten
Der Leitfaden, den das Land Hessen seinen Kommunen für den Bau von Feuerwehrhäusern an die Hand gibt, enthält Musterplanungen, Raumprogramme und Empfehlungen zu Standortwahl, Abläufen und Ausstattung, um Kosten und Bürokratie zu reduzieren. Die Gemeinde Wangerland baut aktuell ein neues Feuerwehrhaus in Hohenkirchen, das als „Bunte Wache“ auch die Polizei beherbergen soll. Eher Standardbauten dürften in den Folgejahren für die Feuerwehren Tettens und Minsen erforderlich werden.
Friesland/Wangerland (28. 10. 2026) – Auch in diesem Jahr findet im Landkreis Friesland die Haus- und Straßensammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge statt. Zwischen Montag, 2. November, und Donnerstag, 5. November, sowie am Dienstag, 24. November, sind die Soldatinnen und Soldaten des Objektschutzregiments der Luftwaffe „Friesland“ für den guten Zweck in der Region unterwegs. Traditionell startet die Sammlung auf dem Wochenmarkt in Jever am Freitag, 30. Oktober, um 11 Uhr.
Das Motto „Versöhnung über den Gräbern“ ruft mit Blick auf den Volkstrauertag am 15. November dazu auf, sich der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu erinnern sowie sich aktiv für eine friedliche Zukunft einzusetzen. Die Spenden unterstützen nicht nur die Pflege der Kriegsgräber als Mahnmale, sondern leisten auch einen Beitrag zur historisch-politischen Bildungs- und Jugendarbeit, was wesentlich zur Völkerverständigung beiträgt.
Während der Sammlung legitimieren sich die Soldaten zusätzlich zu ihrem Truppenausweis mit einem offiziellen Sammelausweis des Volksbundes.

Hooksiel (27. 10. 2026) – Wer zurzeit von der Pakenser Straße kommend nach Hooksiel hereinkommt, der wundert sich. Das Ortseingangschild fehlt. Gut 100 Meter vor der Straße Am Südring steht nur noch der leere Schilderrahmen.

Anwohner sind überzeugt: „Das hat bestimmt ein Urlauber abmontiert, um es als Erinnerung in seinem Partykeller aufzuhängen.“ Reine Spekulation? Ja, aber nicht unrealistisch. Auch Markus Gellert, Leiter des Ordnungsamtes im Rathaus in Hohenkirchen, hält ein solches Szenario für möglich. Aber nachweisen lasse sich das natürlich nicht.
Immer wieder würden im Gemeindegebiet Ortsschilder verschwinden. „Wir habe im Schnitt zwei bis drei vergleichbare Fälle im Jahr“, sagte Gellert. Die Gemeinde müsse dann neue Schilder bestellen, die jeweils um die 250 Euro kosten.

Friesland/Wangerland (27. 10. 2026) – Bürger im Landkreis Friesland, die Ast- und Strauchwerk am eigenen Grundstück abholen lassen möchten, können sich noch bis einschließlich Montag, 9. November, für diesen Service anmelden. Darauf weist die Abfallbehörde hin.
Die Anmeldung ist über die Sperrmüllkarte möglich, die im Kreisamt und in den Rathäusern der Städte und Gemeinden erhältlich ist. Alternativ kann die Anmeldung online unter www.friesland.de/sperrig erfolgen. Auch eine telefonische Anmeldung über das Servicetelefon der Augustin Entsorgung Friesland unter 04421/500495025 ist möglich.
Die Abholtermine beginnen am Montag, 23. November. Die Bündel dürfen maximal 2,5 Meter lang sein und müssen von einer Person getragen werden können. Der Durchmesser darf bei Ästen 15 Zentimeter und bei Wurzeltellern 25 Zentimeter nicht überschreiten. Die maximale Abholmenge beträgt fünf Kubikmeter pro Grundstück.
Ungebündeltes Ast- und Strauchwerk kann ganzjährig auch an den Grünabfall-Annahmestellen etwa im Abfallwirtschaftszentrum (AWZ) Wiefels angeliefert werden. Auch hier eine Anmeldung erforderlich.

Wangerland (26. 10. 2026) – Die CDU Wangerland sieht in der Bildung der neuen Mehrheitsgruppe aus SPD, Pro Wangerland und Bündnis 90/Die Grünen ein falsches Signal zum Beginn der neuen Ratsperiode. Nach Auffassung des CDU-Gemeindeverbandes wird damit eine große Chance vertan, den bei der Kommunalwahl deutlich gewordenen Wunsch nach Veränderung in eine neue politische Zusammenarbeit zu überführen.
Wählerwillen ignoriert
Die CDU ging als stärkste Kraft aus der Gemeinderatswahl hervor und konnte ihre Zahl der Ratsmandate von sechs auf acht erhöhen. SPD und Pro Wangerland mussten hingegen deutliche Stimmenverluste hinnehmen. Bei der Bürgermeisterwahl wurde CDU-Kandidaten Thies Fischer mit großer Mehrheit zum neuen Bürgermeister gewählt. Er löst den SPD-Amtsinhaber Mario Szlezak am 1. November ab.

„Die Menschen im Wangerland haben nicht nur neue Personen gewählt. Sie haben aus unserer Sicht auch deutlich gemacht, dass sie sich einen anderen politischen Kurs, neue Ideen und einen echten Neuanfang wünschen. Diesen Wählerwillen müssen wir ernst nehmen“, betont der Vorsitzender der CDU Wangerland, Christian Burchardt (Foto), in einer Presseerklärung.
Umso kritischer bewerte die CDU die Entscheidung von SPD, Pro Wangerland und Grünen, unmittelbar vor Beginn der neuen Ratsperiode eine feste Mehrheitsgruppe zu bilden. Bemerkenswert sei dabei, dass die Beteiligten nach eigenen Aussagen keine gemeinsamen Kernthemen festgelegt hätten, für die sie geschlossen eintreten wollen.
Erhalt von Posten und Einfluss
„Wenn drei politische Gruppierungen eine feste Mehrheit bilden, ohne zuvor deutlich zu machen, welches gemeinsame politische Konzept sie verbindet, stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem eigentlichen Ziel dieses Zusammenschlusses“, so Burchardt.
Es entstehe der Eindruck, dass es bei dieser Gruppenbildung weniger um gemeinsame politische Überzeugungen, konkrete Inhalte oder die besten Lösungen für das Wangerland geht, sondern vielmehr um den Erhalt bestehender Positionen, politischer Einflussmöglichkeiten und Machtverhältnisse. „Gerade nach diesem Wahlergebnis wäre es jedoch das falsche Signal“, kritisiert Burchardt. Die CDU habe frühzeitig angeboten, die aus ihrer Sicht erfolgreiche Kultur einer sach- und ergebnisorientierter Ratsarbeit fortzuführen – ohne starre Mehrheitsblöcke, dafür mit offenen Gesprächen über die jeweils bestem Lösungen.
Besonders kritisch sieht Burchardt die Rolle der Wählergemeinschaft Pro Wangerland, die nicht erkennen lasse, wie sie ihr Wahlergebnis analysiert und aufgearbeitet habe. „Wer nach einer deutlichen Wahlniederlage eine selbstkritische Aufarbeitung ankündigt, muss sich auch daran messen lassen, welche Konsequenzen daraus gezogen werden“, so Burchardt. „Statt eines erkennbaren Kurswechsels erleben wir erneut einen Zusammenschluss mit der SPD – nun ergänzt durch die Grünen.“
Kein Zukunftskonzept
Selbstverständlich respektiere die CDU das Recht aller Ratsmitglieder, Fraktionen und Gruppen zu bilden. Eine rechnerische Mehrheit sei jedoch noch kein politisches Zukunftskonzept. „Wir brauchen Lösungen für die schwierige Finanzlage unserer Gemeinde, die Folgen der Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH, die wirtschaftliche Entwicklung, unsere Infrastruktur und die Zukunft unserer Ortschaften. Entscheidend muss sein, was wir gemeinsam für die Menschen erreichen – nicht, wer am Ende die meisten Ausschusssitze besetzt“, betont Burchardt.
Die CDU werde trotz der neuen Mehrheitsverhältnisse an ihrem Kurs festhalten. Man biete allen demokratischen Kräften eine konstruktive Zusammenarbeit an.
Jever/Wangerland (26. 10. 2026) – Dr. Martin Dehrendorf, ehemaliger Bau- und Umweltdezernent des Landkreises Friesland, plädierte für ein Umdenken und einen Perspektivwechsel im Klimaschutz. Statt auf Ressourcenknappheit reflexartig mit mehr Bautätigkeit, Investitionen und technischer Nachrüstung zu reagieren, müsse gefragt werden, welche klimaschädlichen Aktivitäten sich bereits durch das Bauen selbst vermeiden lässt, so Dehrendorf beim politischen Stammtisch der Grünen in Jever: „Entscheidend ist nicht allein, welche technischen Lösungen eingesetzt werden, sondern auch, welche tatsächlichen Auswirkungen die Summe aller Maßnahmen auf den CO₂-Ausstoß und den Ressourcenverbrauch haben.“

Besonders kritisch beleuchtete der Referent den Flächenverbrauch durch Einfamilienhausgebiete mit großen Grundstücken. Diese beanspruchten viel Fläche, verursachten zusätzlichen Mobilitätsbedarf und ließen sich häufig nur unzureichend an den öffentlichen Nahverkehr anbinden. Hinzu kämen die erheblichen Emissionen, die bereits bei der Herstellung von Baustoffen und der Errichtung eines Gebäudes entstünden: „Für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche sind das rund 100 Tonnen CO₂, die allein beim Bau anfallen.“
Verdichtete Wohnformen sinnvoll
Eine wichtige Rolle komme dabei den Kommunen zu. Verdichtete, attraktive und generationengerechte Wohnformen könnten dazu beitragen, Flächenverbrauch, Erschließungsaufwand und graue Energie zu reduzieren. Historische Stadtstrukturen zeigten, dass kompakte und vielfältige Siedlungen durchaus ressourcenschonend gestaltet werden könnten. Für moderne Wohnquartiere gelte es, unterschiedliche Wohnungsgrößen, flexible Grundrisse und einen geringen Erschließungsaufwand miteinander zu verbinden.
In der Diskussion wurde deutlich, wie anspruchsvoll die Umsetzung dieser Ziele sein kann. Im Mittelpunkt stand ein Planungs-Entwurf in Jever, der zwar die fachlichen Anforderungen erfülle, gestalterisch jedoch als gleichförmig und wenig innovativ wahrgenommen werde. Als mögliche Lösungen wurden kompakte Reihenhäuser sowie zwei- bis dreigeschossige Gebäude genannt.
Mehrgenerationen-Projekte
Mehrgenerationen-Projekte könnten soziale Kontakte fördern und Einsamkeit entgegenwirken, wenn sie unterschiedliche Wohnungsgrößen mit gemeinschaftlich nutzbaren Bereichen verbinden. Zugleich wurde davor gewarnt, solche Modelle zu idealisieren. Sie benötigten langfristige Moderation, klare Regeln und gegebenenfalls professionelle Unterstützung bei Konflikten. Frühere Initiativen seien unter anderem an unterschiedlichen Interessen und zeitlichen Vorstellungen gescheitert.
Einig waren sich die Diskutanten in ihrer Forderung an die kommunale Stadtentwicklung: Neue Baugebiete sollten nicht allein danach beurteilt werden, wie schnell sie realisiert werden können oder welche technischen Standards sie erfüllen. Maßgeblich sind ebenso ihr tatsächlicher Beitrag zum Klimaschutz, ihr Flächenverbrauch, ihre soziale Qualität und ihre langfristige Attraktivität.

Hooksiel (25. 10. 2026) – Sturmflutwarnung für die niedersächsische Nordseeküste. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geht davon aus, dass in der Nacht von Sonntag auf Montag auch im Bereich der Gemeinde Wangerland die Strände, das sonstige Deichvorland und Hafenflächen überflutet werden können. Alle Bürger werden aufgefordert, sich mit Blick auf die zu erwartende leichte Sturmflut nicht in den bedrohten Gebieten aufzuhalten und insbesondere dort auch keine Fahrzeuge abzustellen.
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor orkanartigen Böen im gesamten Nordwesten. Für den Bereich der Gemeinde Wangerland werden für Sonntagabend Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 110 Stundenkilometern erwartet.
Aufgrund der Wetterlage hat die Deutsche Bahn ihren Fährverkehr zur Insel Wangerooge für den heutigen Sonntag angepasst. „Am Montag erfolgt gar kein Fährverkehr von und nach Wangerooge“, teilt die DB mit. Das betreffe auch die Frachtbeförderung.

Von Henning Schmidt
Hooksiel (24. 10. 2026) – Meine Oma Irmgard Gaedcke, geb. Biesenthal, wurde am 1. März 1913 geboren und starb am 24. Februar 1998. In ihren Lebenserinnerungen von 1917 bis 1960 schreibt sie auch viel über ihre geliebten Großeltern Tjart und Margerete Wilters aus Hooksiel.
Lebenserinnerungen der Oma
Meine Oma verbrachte vor allem als Kind viel Zeit bei ihren Großeltern, auch wenn sie eigentlich mit ihren Eltern und ihrer Schwester in Wilhelmshaven wohnte. Ein Grund dafür war die schwere Behinderung ihrer Schwester, die die Aufmerksamkeit der Eltern in Anspruch nahm. In den aufgezeichneten Erinnerungen meiner Oma wird ihre Schwester eher wenig erwähnt.

Aus Erzählungen meiner Oma wussten wir aber bereits, was durch Nachforschungen dazu im Jahr 2025 traurige Gewissheit wurde: Meine Großtante Wilma kam aufgrund ihrer Behinderung 1942 in die sogenannte „Heil- und Pflegeanstalt Wehnen“, wo sie – nach der Befreiung – am 12. Mai 1945 in Folge der Hungereuthanasie der Nazis starb.
Von Wangerooge nach Hooksiel
Aber zurück zu schöneren Erinnerungen, zurück nach Hooksiel und zu meinem Ururopa. Tjart Wilters wurde am 11. September 1851 auf Wangerooge geboren, seine Familie gehörte vermutlich seit mehreren Generationen zur Seefahrerschaft der Insel – älteste Erwähnungen des Familiennamens reichen bis 1772 zurück.
Nach der Zerstörung Wangerooges während der großen Sturmflut 1854/55 siedelte die Familie nach Hooksiel über – nach den Erinnerungen meiner Oma war Tjart 9 Jahre alt, was dann 1860 gewesen wäre. Noch zu Lebzeiten meiner Oma lebte die Mutter von Tjart bei der Familie, zu seinem Vater ist zu der Zeit nichts überliefert.
Tjart heiratete, wahrscheinlich 1885, Margarete Wilhelmine Marie Wilts. Diese wurde am 31. Oktober 1864 geboren. Die beiden bekamen vier Töchter: Else Wilhelmine Theodore, geboren etwa 1887/88 – die Mutter meiner Oma; Clara Mathilde Sophie, ca. 1889; Henny Johanne Marie, ca. 1892 und Käthe Olga Margarethe, ca. 1894.

Ab 1892 wird Tjart im „Jeverschen Wochenblatt“ als Schiffskapitän, in Kirchbüchern als Schiffseigner geführt. Tjart fuhr mit seinem Schiff „Marie“, einer Galiot, nach Norwegen und England. Meine Oma schreibt, er habe „14 Mann“ an Bord gehabt – bei jeder Rückkehr nach Hooksiel wurden die Kinder des Ortes von diesen an Bord mit „Schiffskeksen und Kakao bewirtet“. Zwischen 1900 und 1907 sind Fahrten der „Marie“ historisch belegt.
Schiff „Marie“ vor Helgoland verloren
Was unklar bleibt: Tjart erzählte meiner Oma mehrfach, wie er sein Schiff bei Helgoland verlor. Sie weiß das Jahr nicht mehr, widerspricht aber ausdrücklich einer Darstellung im Buch „450 Jahre Hooksiel“ des Hooksieler Heimatforschers Hans Ney. Dort wird ein anderer Kapitän beziehungsweise ein Schiff namens „Maria“ genannt.
Meine Oma besteht in ihren Erinnerungen darauf, dass Tjarts Schiff „Marie“ hieß – was auch zeitgenössische Quellen belegen. Wann und unter welchen Umständen die Marie verloren ging, ist bislang ungeklärt. Auch wissen wir nicht, ob alle Besatzungsmitglieder gerettet wurden.
Onkel gründet Navigationsgeschäft
Anschaulich hat meine Oma immer davon berichtet, wie ehrfürchtig die Kinder im Ort die „hohen Herren“ begrüßten, den Paster, den Oberlehrer, Gendarm – und eben Kaptein, ihren Opa. Soziales Prestige bedeutete damals aber keine wirtschaftliche Stärke. Sie schreibt davon, dass ihr Opa regelmäßig sagte „Wie möt jo förs Oller spoarn.“ Das war also auch damals schon ein wichtiges Thema!
Glück hatte mein Ururopa in dieser Hinsicht aber mit seinem Cousin Tanne Cassens. Der wurde nicht nur als toller „Onkel“ für die Kinder beschrieben, sondern gründete ein Navigationsgeschäft, ganz offensichtlich das heute noch in Bremerhaven bestehende Cassens & Plath im Jahr 1902. Er kam zu einigem Wohlstand und schenkte meinen Ahnen sein bisheriges Hooksieler Haus, das diese dann vermieten konnten.

Die Hooksieler Kinder nahmen meine Oma zunächst nicht mit offenen Armen auf, denn: „De snackt keen Platt.“ Sie erinnert sich aber, das Hooksieler Platt in wenigen Tagen gelernt zu haben. Und zudem habe der Sohn von Holzhandlung Brader gesagt „Irmgard Wilters gehört dotou.“ Und damit war alles geregelt. Wenn es noch Braders in Hooksiel und umzu gibt: Danke für diese Geste!
Fast beim Spielen im Siel ertrunken
Fast aber hätte es gar keine Erinnerungen und keine Familiengeschichte gegeben: Im Alter von wahrscheinlich fünf Jahren stürzte meine Oma beim Spielen ins Siel – während der Sielmeister drauf und dran war, die Sieltore zu öffnen, was meine Oma und einen mitgerissenen Jungen in die Jade gezogen hätte. Glücklicherweise warnten andere Kinder den Sielmeister und er zog mit einem Haken beide aus dem Wasser und rettete so ihre Leben.
Ich sehe heute noch die weit aufgerissenen Augen meiner Oma vor mir, wenn sie Jahrzehnte später davon berichtete. Seitdem war ihr Wasser wenig geheuer – und sie hat, soweit ich mich erinnere, niemals Fisch gegessen. Zum Glück hat sich das nicht vererbt!
Noch mit 80 Jahren Ersatz-Lotse
Noch einmal zurück zu Tjart: Meine Oma beschreibt ihn als sehr rüstig, mal habe er mit Mitte 70 zu Fuß die Kinder in Wilhelmshaven besucht, zudem sei er noch mit dem Ruderboot auf die Jade gefahren zum Angeln und habe noch mit 80 als Ersatz-Lotse auf der Jade gearbeitet, wenn Bedarf war.
Ebenfalls schreibt sie davon, dass er zu den Hooksieler Seenotrettern gehörte, die bei Sturmflut mit „12 Mann“ im Ruderboot in die Jade stachen, um Seeleuten zu helfen. Meine Ururoma habe dann immer eine Kerze ins Fenster gestellt, bis er wohlbehalten wieder zurück war.
Wer kennt Familie Wilts?
So reich und lebendig der Schatz der Erinnerungen meiner Oma ist, so treibt mich doch die Neugier. Wer war die Familie Wilts, also die meiner Ururgroßmutter? Gibt es noch Nachfahren in Hooksiel? Was ist über sein Schiff bekannt, gibt es vielleicht gar noch irgendwo ein Bild? Wo haben meine Ururgroßeltern gewohnt? Und gibt es Aufzeichnungen zur Seenotrettung in Hooksiel?
Sollten sich dazu Erinnerungen finden, wäre ich sehr erfreut.
Anmerkung: Der Autor des Artikels, der Ur-Ur-Enkel von Tjart und Margerete Wilters, lebt in Oldenburg. Wer Ihn bei seinen Recherchen zu seiner Familiengeschichte unterstützen kann und möchte, kann sich gern an „Hooksiel-life“ (Email: infos@hooksiel-life.de) wenden. Je nach Wunsch werden die Informationen weitergeleitet oder ein Kontakt zum Autor hergestellt.

