Hooksiel (9. 9. 2026) – Es war das letzte direkte Aufeinandertreffen der drei Bürgermeisterkandidaten vor der Wahl am kommenden Sonntag. Zwei Stunden lang plauderten und argumentierten Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) und seine Herausforderer Thies Fischer (CDU) und Bernd Abrahams (Pro Wangerland) am Dienstagabend vor rund Hundert Interessierten im Gästehaus Hooksiel.
Enges Rennen ums Bürgermeisteramt
Ob sie dabei den Wahlausgang entscheidend beeinflussen konnten, ist ungewiss. Auf die Frage von Moderator Sebastian Urbanczyk, wer denn durch den Verlauf der Debatte seine Wahlentscheidung noch einmal überdacht habe, meldete sich lediglich eine Frau. Das Fazit des Journalisten: „Einer von Ihnen hat eine Stimme gewonnen. Wer weiß, wofür das gut ist.“

Wer weiß. Das Rennen um das Bürgermeisteramt gilt als offen. Allen drei Bewerbern wird zugetraut, die Stichwahl der beiden Bestplatzierten zu erreichen, zu der es am Sonntag, 27. September, kommen würde, wenn keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält.
Zu den Gewinnern der vom Seebadeverein Hooksiel veranstalteten Debatte gehörte auf jeden Fall das Publikum, das zwei Stunden lang gut unterhalten wurde. Weniger durch die zumeist schon bekannten politischen Positionen der Bewerber als vielmehr durch eine amüsante Gesprächsführung. Überraschende Fragen brachten Einblick in Spontanität und Kreativität der drei Herren auf dem Podium.
Launige Fragen
„Was war die Entscheidung, die Sie auf keinen Fall so wieder treffen würden?“ – Szlezak: „Meine Zustimmung zum Bau des Thalasso Meeres Spa.“ – Abrahams: „Dass ich meinen Wahlkampf vor fünf Jahren zu spät begonnen habe. Sonst wäre ich Bürgermeister geworden und wir hätten das Problem mit dem TMS nie bekommen.“
„Was schätzen Sie an ihren Mitbewerbern am meisten?“ Szlezak über Fischer: „Seine jugendliche Agilität.“ Fischer über Abrahams: „Dass er es wirklich geschafft hat, persönlich seine Wahlflyer zu jedem Haus im Wangerland zu bringen.“ Abrahams über Szlezak: „Seine Hemdsärmeligkeit.“
Vier Hotels für Hooksiel?
Inhaltlich drehte sich die Debatte um die Zukunft der insolventen Wangerland Touristik GmbH, die angespannte Finanzlage der Gemeinde, um Handlungsbedarfe am Alten Hafen von Hooksiel, um die Entwicklung des Freizeitgeländes und den Bau von möglicherweise bis zu vier Hotels im Ort. Fischer würde sich ein kleines, schickes Hotel auf dem ehemaligen Feuerwehrareal am Alten Hafen wünschen. Szlezak zeige sich zuversichtlich, dass auf dem Grund und Boden des geschlossenen Hallenwellenbades ein Hotelbau entstehen kann. Auf einem Grundstück gegenüber ist ohnehin ein Hotel geplant.
Vierter Standort könnte die Trabrennbahn sein, die alle drei Bewerber für ein attraktives Investitionsprojekt opfern würden. Frage aus dem Publikum: „Braucht Hooksiel wirklich vier Hotels?“ Während Szlezak und Fischer sich bedeckt hielten, auf notwenige Planungen und Marktmechanismen verwiesen, beleuchtete Abrahams die Frage von der anderen Seite. „Wenn wir Pech haben und keinen Investor finden, kommt überhaupt kein Hotel.“
Szlezak: Netto-Markt kommt
Szlezak war zu verdanken, dass dann auch noch einige Neuigkeiten bekannt wurden. So soll der Investor, der für den Discounter Netto einen Markt im Hooksieler Gewerbegebiet bauen will, das Grundstück inzwischen erworben haben. „Netto kommt. Die Frage ist nur, wann.“ Neu war auch, dass die Gemeindeverwaltung davon abrät, den geplanten Neubau einer Grundschule in Hohenkirchen – der ebenso wie geplante Feuerwehrbauten von allen drei Kandidaten mitgetragen wird – durch private Investoren bauen zu lassen.
Stichwort Investoren: Einigkeit in der Runde herrschte darüber, dass die Gemeinde Wangerland in der Zukunft pfleglicher mit potenziellen Investoren umgehen muss. Hier sei die Verwaltung durch schnelles und professionelles Handeln etwa in der Bauleitplanung gefordert. Aber auch in den politischen Gremien sei mehr Verbindlichkeit nötig. Fischer: „Da müssen wir besser werden.“
Hoffnung auf Hallenbad
Sehr zuversichtlich zeigte sich der Bürgermeister, dass das Wangerland bald wieder ein Hallenbad haben wird. Im Zuge des WTG-Insolvenzverfahrens gebe es vielversprechende Gespräche mit möglichen Käufern des Campingplatzes Schillig, die sich auch in der „Friesland-Therme“ in Horumersiel engagieren wollen. „Wir als Tourismusgemeinde brauchen auf jeden Fall ein Bad“, stellte Szlezak im Einvernehmen mit Fischer fest.
Eine gewisse Unterstützung durch die Gemeinde und aus dem Gästebeitrag wäre dafür vertretbar, da der Transport von Schulkindern zu anderen Schwimmbädern auch Geld koste. Zudem sollten die Urlauber in der Gemeinde gehalten werden. Kritischer Einwurf von Abrahams: „Aber der DLRG ist mit der Öffnung der Friesland-Therme nicht geholfen …“















