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Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Noch-Bürgermeister verspricht geordneten Übergang im Rathaus

Wangerland (28. 9. 2026) – Sonntag kurz nach 19 Uhr. Die Bürgermeisterwahl im Wangerland ist so gut wie entschieden. Beim künftigen Bürgermeister Thies Fischer (CDU) klingelt das Telefon. Noch-Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) gratuliert seinem Nachfolger zum Wahlerfolg und verspricht einen geordneten Übergang.

Noch-Bürgermeister Mario Szlezak (rechts) zeigt sich als fairer Verlierer. Noch am Abend der Stichwahl gratulierte der SPD-Politiker seinem designierten Nachfolger Thies Fischer von der CDU. Archiv-Foto: hol

Wechsel vom Land in die Kommune

Fischer, der derzeit noch beim Finanzamt in Wilhelmshaven tätig ist, wird am 2. November auf dem Bürgermeistersessel im Rathaus in Hohenkirchen Platz nehmen. Was den 25-Jährigen dort erwartet, weiß er noch nicht so genau. Er hat bislang noch nicht für die Gemeinde gearbeitet – weder ehrenamtlich noch hauptberuflich. Auch deshalb will er, wie im Wahlkampf mehrfach angekündigt, mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung persönliche Gespräche führen.

Zunächst aber geht es um den Übergang. Fischer wollte am heutigen Montag mit seiner Chefin im Finanzamt sprechen und ihr seine neue berufliche Perspektive schildern. Üblicherweise endet in einem solchen Fall das Beamtenverhältnis beim Land passgenau. Der angehende hauptamtliche Bürgermeister muss also keine Kündigungsfrist einhalten und wird seine Aufgabe als Kommunalbeamter auf Zeit pünktlich antreten können.

Szlezak auf Jobsuche

Schwieriger ist die Lage für Mario Szlezak. Der 52-Jährige ist vor fünf Jahren aus der Industrie an die Spitze der Gemeindeverwaltung gewechselt. Dafür musste er seinen Job kündigen, den sein Arbeitgeber zwischenzeitlich neu besetzt haben dürfte. „Ich bin zuversichtlich, dass ich wieder einen guten Job in der Industrie finde. Es hat schon Gespräche gegeben und ich werde jetzt Bewerbungen schreiben“, sagte Szlezak heute im Gespräch mit „Hooksiel-life“.

Aktuell habe er noch zwei Wochen Urlaub. Danach werde er zurück ins Rathaus gehen, die nächste Ratssitzung (3. November) und die folgenden Ausschusssitzungen vorbereiten, seinen Schreibtisch aufräumen und die Amtsgeschäfte geordnet an seinen Nachfolger übergeben. Da Szlezak sich nicht um ein Mandat im künftigen Gemeinderat beworben hat, wird er künftig die Kommunalpolitik im Wangerland nur von außen verfolgen – aber sicher mit großem Interesse. Immerhin zieht seine Frau Gaby für die Grünen ins neue Kommunalparlament ein.

Hooksieler rückt in den Rat nach

Der scheidende Bürgermeister bedankte sich heute über die sozialen Medien bei den Menschen, die ihm in den vergangenen Jahren ihr Vertrauen geschenkt hätten. „Bürgermeister vom Wangerland sein zu dürfen, war für mich etwas ganz Besonderes. Ich habe dieses Amt mit viel Herz, großer Verantwortung und voller Überzeugung ausgeübt. Die vielen gemeinsamen Momente dieser Jahre werden mir bleiben.“

Spürbare Enttäuschung hier, sichtbarer Freude dort. Thies Fischer feierte am Wahlabend mit Freunden aus seiner Partei und Unterstützern seinen Wahlsieg in der Gaststätte „Friesenkate“ in Hooksiel. Mit dabei der Hooksieler Mitstreiter Björn Christiansen, der unmittelbar vom Aufstieg Fischers ins Bürgermeisteramt profitiert. Fischer macht dadurch einen Platz in der CDU-Fraktion im Rat frei, auf den Christiansen nachrücken wird.

Backstein-Kunst als Verbindung von Natur und Mensch

Hooksiel (28. 9. 2026) – Backsteine sind ein Markenzeichen für die ost-friesisiche Region. Gewöhnlich baut man mit den gebrannten Ziegeln besonders stabile, wetterfeste Häuser. Nicht so Nic Schaatsbergen. Die Bildhauerin, die in der Nähe von Dornum lebt, gestaltet aus den Ziegeln „Körper“. Eine Auswahl davon ist seit Sonntag im Künstlerhaus in Hooksiel zu bewundern.

Eröffneten die Ausstellung „Körper“ der Künstlerin Nia Schaatsbergen (rechts) im Künstlerhaus Hooksiel: (von links) die stellvertretende Bürgermeisterin Marianne Kaiser-Fuchs, Kunsthistorikerin Sarah Byl und Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann. Foto: hol

Als Plattform für die Ausstellungseröffnung nutzte Künstlerhaus-Leiterin Renate Janßen-Niemann den Vorplatz es Gebäudes an der Lange Straße. Zum einen weil im Innenraum der Platz durch die Vielzahl der Exponate beengt gewesen wäre. Zum anderen weil wieder über 40 Kunstinteressierte zu der Vernissage gekommen waren, darunter auch Wangerlands stellvertretende Bürgermeisterin Marianne Kaiser-Fuchs und die Kunsthistorikern Sarah Byl, die in Werk und Arbeitsweise von Nic Schaatsbergen einführte.

Unterschiedliche Arbeitsweisen

Die Künstlerin, deren ursprünglichen beruflichen Wurzeln im Journalismus lagen, hat von 2028 bis 2022 ein Kunststudium im Fachbereich Bildhauerei in Bochum absolviert. Schon im Studium sei der Backstein zum Medium ihrer Wahl geworden – auch als ein Bekenntnis zu ihrer Wahlheimat Ostfriesland und den dortigen Klinkerbrennereien, mit denn sie eng zusammenarbeitet.

Byl stellte zwei unterschiedliche Arbeitsweisen vor, die sich an den im Künstlerhaus gezeigten Arbeiten gut nachvollziehen lassen. Zum einen mauere die Künstlerin Klinker in Rohform auf und schnitze die gewünschte, stets im Vorfeld genau geplante und skizzierte Skulptur heraus. Anschließend werden die Rohlinge getrocknet, wieder abgemauert und nummeriert, um dann – nachdem sie im Hochofen gebacken wurden – erneut zum endgültigen Kunstwerk aufgemauert zu werden.

Bei der zweiten Herangehensweise modelliere Nic Schaatsbergen ihre Kunstwerke direkt aus dem Rohmaterial des Ziegels. Dieser Prozess sei schneller, berge aber beim Trocknen und Brennen des Materials aber auch Risiken und Tücken wie Abplatzungen oder Risse, mit denen die Künstlerin dann umgehen muss. Auch die Farbe, in der das Werk den Hochofen verlässt, lässt sich kaum präzise vorherbestimmen. „Das ist oft eine ein Überraschung“, so Nic Schaatsberger. „Aber so ist das Leben.“

Bei ihren Körper-Skulpturen, so Sarah Byl, gehe es der Künstlerin meist um Verbindungen zwischen Natur und Mensch. Die Backsteine werden kombiniert, mal mit Holz, mal mit Blättern oder Muscheln. Die Oberflächen sind häufig uneben, mit Lücken, Fugen und Rissen übersät – auch als Ausdruck für beschwerliche Wege und zerbrechliche Verbindungen.

Der weibliche Körper ist eines das Hauptmotiv bei den Skulpturen von Nico Schaatsbergen. Foto: hol

„Hauptmotiv ihrer Werk ist der weibliche Körper und die Urformen der körperlichen Darstellung“, so die Kunsthistorikerin. „Schaatsbergen interessiert an dem Motiv der Frau ihr Selbst, ihr Inneres, ihr Wandel im Laufe der Zeit.“ Die Ausstellung ist bis zum 1. November jeweils von dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

Wechsel im Rathaus: Kantersieg für Thies Fischer

Wangerland (27. 9. 2026) – Das Wangerland bekommt einen neuen Bürgermeister. Thies Fischer (CDU) hat die Stichwahl gegen Mario Szlezak (SPD) deutlich gewonnen. 69,7 Prozent der Wählerinnen und Wähler stimmten für den 25-jährigen Herausforderer aus Middoge. Für Szlezak endet damit seine fünfjährige Amtszeit an der Spitze der Gemeindeverwaltung am 31. Oktober. 

Mario Szlezak abgewählt

Pünktlich um 18 Uhr waren die sechs Wahllokale im Gemeindegebiet geschlossen worden. Die Wahlvorstände begannen vor Ort mit der Auszählung der Stimmen. Im Rathaus wurden zeitgleich zwei Briefwahlbezirke ausgezählt.

Schon nach den ersten Ergebnissen zeichnete sich der Trend des Wahlabends ab. 18.15 Uhr: In Hooksiel, Horumersiel und Minsen – den am stärksten touristisch geprägten Orten im Wangerland – lag Fischer (Foto) mit um die 75 Prozent der Stimmen vorn.

Aber auch in den ländlicher geprägten Gemeindeteilen gelang es dem Tettenser Szlezak nicht, das Wahlergebnis noch zu drehen. In keinem der acht Wahlbezirke konnte er mehr Stimmen erzielen als sein Herausforderer.

In der Grundschule Hooksiel stimmten fast 80 Prozent der Wähler für Fischer. Szlezak erzielte sein bestes Teilergebnis mit an die 47 Prozent der Stimmen in Tettens-Oldorf-Wiefels. Aber auch hier lag Fischer mit 53 Prozent der Stimmen vorn.

Das Endergebnis stand gegen 19.15 Uhr fest. Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl lag bei 8180 Walberechtigten mit 54,2 Prozent deutlich niedriger als bei der Kommunalwahl vor zwei Wochen (66,8 %), als die Wähler neben der Bürgermeister-Frage auch noch über die Zusammensetzung des Gemeinderates, des Kreistages und den künftigen Landrat abzustimmen hatten. Szlezak holte 1134 Stimmen und damit deutlich weniger als im ersten Wahlgang (1655). Fischer, der vor zwei Wochen mit 2263 Stimmen gewonnen hatte, baute seinen Vorsprung weiter aus und kam am Ende auf 3069 Stimmen.

Krettek bleibt im Amt

Spannend verlief die Auszählung der Stichwahl ums Bürgermeisteramt in der Gemeinde Bockhorn. Hier setzte sich Amtsinhaber Thorsten Krettek (parteilos) hauchdünn gegen seinen Herausforderer Marco Hans (SPD) durch. Auf Krettek entfielen 50,5 Prozent der Stimmen, auf Hans 49,5 Prozent. In absoluten Zahlen: Krettek hat im vorläufigen Endergebnis 43 Stimmen Vorsprung.

Kommentar: Neuanfang kann nur mit absoluter Transparenz gelingen

Von Gerd Abeldt

Wangerland (27. 9. 2026) – Das Wangerland bekommt einen neuen Bürgermeister. Thies Fischer (CDU) hat sich heute in der Stichwahl gegen Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) durchgesetzt. Die Botschaft ist eindeutig: Die Bürgerinnen und Bürger wollen einen Neuanfang im Rathaus.

Ergebnis überraschend deutlich

Obwohl Fischer bereits im ersten Wahlgang vor zwei Wochen vorn lag, ist das Ergebnis in seiner Deutlichkeit überraschend. Mario Szlezak (52) hat einen engagierten Wahlkampf gezeigt. Und seine Bilanz nach fünf Jahren an der Spitze der Gemeindeverwaltung ist so schlecht nicht. In schwierigen Zeiten konnten ein Reihe von Projekten umgesetzt werden. Unter anderem der Bau von zwei neuen Feuerwehrgerätehäusern, eines Kindergartens und der Verkauf der Rundinsel in Hohenkirchen, durch den der Ort mittelfristig weiter touristisch aufgewertet werden dürfte, gehören zu den Pluspunkten. 

Aber für die Wähler waren offenbar die Dinge wichtiger, die nicht geklappt haben. Ausschlaggebend dürfte das Desaster bei der Kostenentwicklung beim Bau des Thalasso Meeres Spa in Horumersiel gewesen sein. Bauherr war dabei noch nicht einmal die Gemeinde selbst, sondern mit der Wangerland Touristik GmbH (WTG) ein gemeindliches Tochterunternehmen mit einem eigenen Geschäftsführer.

Opfer des Thalaso-Desasters

Dennoch: Ein Bürgermeister trägt aus Sicht der Wähler eine Gesamtverantwortung für die Geschicke in der Gemeinde. Dabei geht es nicht um Schuld oder Nicht-Schuld. Die Beteuerung des Bürgermeisters, dass er aus den Fehlern von Rat und Verwaltung beim Thalasso-Bau gelernt habe und sich an die Spitze der Aufklärung der Vorfälle stellen werden, haben ganz offensichtlich nicht verfangen. Der Schmerz, den die Insolvenz der WTG und die Schließung der Bäder in Horumersiel und Hooksiel ausgelöst haben, wog deutlich schwerer. 

Da hatte es Fischer leichter. Er hat selbst nicht mit im Gemeinderat gesessen, als die (Fehl-)Entscheidung über den Gesundheitstempel gefällt wurden. Die Wähler habe offenkundig einen Unterschied gemacht zwischen dem CDU-Kandidaten Fischer und der CDU-Ratsfraktion, die lange den Thalasso-Kurs der WTG aktiv mitgetragen hat.

Vertrauen zurückgewinnen

Nun mach der Umstand, bei einer Fehlentscheidung nicht dabei gewesen zu sein, noch keinen guten Bürgermeister aus. Dem jungen Mann aus Middoge ist es in den vergangenen Wochen gelungen, den Eindruck zu erwecken, dass er als Finanzbeamter Verwaltung kann. Jetzt muss er liefern. Ob es ihm wirklich gelingt, die Gemeinde auf einen wirtschaftlich und finanziell gesunden Kurs zu steuern, wird die Zukunft zeigen.

Entscheidend dabei dürfe werden, wie gut der künftige Bürgermeister mit dem neuen Rat zusammenarbeitet, in dem die CDU keinesfalls eine Mehrheit hat. Es wird also immer wieder um (gute) Kompromisse gehen. Eine weitere Messlatte wird die lückenlose Aufklärung des Thalasso-Desasters. Für einen Neuanfang muss zunächst verloren gegangenes Vertrauen zurückgewonnen werden. Das schafft man nur durch ein Höchstmaß an Transparenz.

Höhe der Beteiligung wichtiger Faktor bei der Stichwahl

Wangerland (26. 9. 2026) – An diesem Sonntag geht ein monatelanger Wahlkampf zu Ende. In der Stichwahl um das Bürgermeisteramt der Gemeinde Wangerland stehen sich Amtsinhaber Mario Szlezak (SPD) und Herausforderer Thies Fischer (CDU) gegenüber.

Wer wird Chef der Verwaltung?

Szlezak (52) möchte seine seit 2021 andauernde Tätigkeit im Rathaus fortsetzen. Für Fischer (25) wäre es die erste Amtszeit als hauptamtlicher Bürgermeister. Der künftige hauptamtliche Bürgermeister ist als Beamter auf Zeit ab dem 1. November für acht Jahr Chef der Verwaltung im Rathaus und zugleich erster Repräsentant der Gemeinde. Aber auch er hat nur eine Stimme im Gemeinderat, der für wichtige politische Weichenstellungen verantwortlich ist.

Der Ausgang der Wahl gilt als offen, auch wenn Fischer im ersten Wahlgang weit vorn lag. Szlezak hatte sich bereits vor fünf Jahre in der Stichwahl gegen seinen damaligen Kontrahenten Bernd Abrahams (Pro Wangerland) durchgesetzt.

Engagierter Wahlkampf

In der Schlussphase des von allen Bewerbern sehr engagiert geführten Wahlkampfes hatten die Grünen ihre Anhänger zur Wahl von Szlezak aufgefordert. Die FDP hingegen unterstützt Fischer. Die Wählergruppe Pro Wangerland, deren Kandidat Abrahams diesmal im ersten Wahlgang durchgefallen war, hat keine Wahlempfehlung abgegeben.

Ein wichtiger Faktor dürfte die Höhe der Wahlbeteiligung sein. Sie lag bei der Wahl am 13. September bei 66,8 Prozent. Vorteile dürfte der Kandidat haben, dem es in den beiden zurückliegenden Wochen gelungen ist, Wähler von Abrahams auf seine Seite zu ziehen und der gleichzeitig seine Stammwählerschaft dazu motivieren konnte, möglichst vollzählig an den Wahlurnen zu erscheinen.

Ergebnis gegen 19.30 Uhr

Im Wangerland sind am Wahltag sechs Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Hinzu kommen zwei Briefwahlbezirke. Die Auszählung der Stimmen beginnt um 18 Uhr. Bis 19.30 Uhr wird mit dem vorläufigen Endergebnis gerechnet. Das amtliche Wahlergebnis soll am kommenden Mittwoch, 30. September, um 18 Uhr vom Gemeindewahlausschuss im Rathaus verkündet werden. 

Nach Mastbruch Katamaran sicher nach Hooksiel gebracht

Hooksiel (26. 9. 2026) – Die Überführungsfahrt eines Seglerpaares von Skandinavien nach Portugal endete am Freitagabend nördlich von Wangerooge. Aus ungeklärter Ursache brach der Mast des Kajüt-Katamarans. Die Seenotretter der Station Hooksiel der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sowie Einsatzkräfte der Bundespolizei See kamen den Seglern zu Hilfe und schleppten das havarierte Boot in den Hafen von Hooksiel.

Am havarierten Katamaran (rechts) sind die „Johann Fidi“ sowie das Kontrollboot der „Bad Düben“ eingetroffen. Seenotretter und Polizisten kümmern sich gemeinsam um den gebrochenen Mast und das Segel. Foto: Die Seenotretter – DGzRS

Gegen 17.30 Uhr empfing die Seenotküstenfunkstelle Bremen Rescue Radio der DGzRS auf dem international einheitlichen UKW-Sprechfunk-Not- und -Anrufkanal 16 einen schwachen „Mayday“-Ruf – das Signal für unmittelbare Lebensgefahr. Der Funkspruch nannte weder den Namen eines Schiffes noch eine Position.

Manövrierunfähig in der Nordsee

Bald darauf meldete sich die Crew einer Segelyacht bei den Seenotrettern. Sie hatte das „Mayday“ in ihrer Nähe ebenfalls aufgefangen und machte einen havarierten Katamaran rund 16,5 Kilometer nördlich von Wangerooge aus. Das etwa zehn Meter lange Boot hatte Mastbruch erlitten und trieb manövrierunfähig mit zwei Menschen an Bord in der Nordsee.

Die Rettungsleitstelle See in Bremen alarmierte den in Hooksiel stationierten Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“ , der sofort auslief. Dessen Tochterboot „Johann Fidi“ befand sich zu dem Zeitpunkt bereits zu einer Kontrollfahrt auf See und lief dem Seenotrettungskreuzer voraus. Auch das Einsatzschiff der Bundespolizei „Bad Düben“ hatte über Funk von der Notlage erfahren und steuerte die Unglücksstelle an.

Skipper seekrank

Gegen 18.15 Uhr trafen die Einsatzkräfte bei dem havarierten Katamaran ein. Dessen Skipper war durch das unkontrollierte Schaukeln des Bootes auf den Wellen seekrank geworden. Mit dem Kontrollboot der „Bad Düben“ wurde der Mann an Bord des Einsatzschiffes gebracht und dort zwischenzeitlich medizinisch versorgt. Die Seenotretter stiegen gemeinsam mit Bundespolizisten auf den havarierten Katamaran über und trennten schließlich den gebrochenen Mast mitsamt Segel und Takelung ab, um den Havaristen in Schlepp nehmen zu können.

Während die „Bad Düben“ mit ihrem Kran zunächst Mast und Segel sicherte, nahm der Seenotrettungskreuzer den Katamaran in Schlepp. Die Segelpartnerin des Skippers blieb an Bord, um während der Schleppreise das Ruder zu bedienen. Gegen 22.45 Uhr traf der Schleppverband sicher im Hafen von Hooksiel ein. Wenige Zeit später folgte auch die „Bad Düben“, so dass das Seglerpaar wieder vereint war. Eine weitere medizinische Versorgung war nicht mehr notwendig.

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Konzertreihe im Herbst: Von zeitlosen Oldies bis rockigen Sound

Hooksiel/Horumersiel (25. 9. 2026) – Mit einem abwechslungsreichen Programm startet die Veranstaltungsreihe „Live hinterm Deich“ in die Herbstsaison. Vom 8. bis zum 27. Oktober finden jeden Dienstag und Donnerstag ab 19 Uhr Konzerte in Horumersiel und Hooksiel statt. Der Eintritt dazu ist frei.

Sechs verschiedene Bands

Die Konzertreihe hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil des Veranstaltungsprogramms der Wangerland Touristik GmbH (WTG) entwickelt und begeistert nicht nur im Sommer mit musikalischer Vielfalt. Insgesamt sechs verschiedene Acts stehen auf dem Programm der Herbst-Ausgabe. „Von traditionellen Shanties über zeitlose Oldies und rockige Sounds bis hin zu avantgardistsicher Popmusik ist für jeden Geschmack etwas dabei“, so die WTG. Woche für Woche sorgen unterschiedliche Künstlerinnen und Künstler für stimmungsvolle Abende in besonderer Atmosphäre. 

Dienstags erklingen die Konzerte im Kursaal Horumersiel, donnerstags im Saal im Gästehaus Hooksiel statt. Bei gutem Wetter finden die Konzerte draußen unter freiem Himmel mit Lichterketten, Feuerschalen und heißen Getränken statt. Für gastronomische Betreuung ist gesorgt.

Abwechslungsreiches Programm

Diese Bands stehen bei „Live hinterm Deich“ auf der Bühne: Donnerstag, 8. Oktober: Die Ungesteckerten 3 (Pop und Rock von Bowie bis Queen); Dienstag, 13. Oktober; Syracrus (Oldies aus den 60ern und 70ern); Donnerstag, 15. Oktober: Honeybird (sweet, groovy, acoustic – Unplugged-Trio); Dienstag, 20. Oktober: Adenalin (Rock- und Pop-Musik); Donnerstag, 22. Oktober: Shantychor Likedeeler (Maritimes und Shanties) sowie am Dienstag, 27. Oktober: Hey Brother (Rock- und Pop-Musik).

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Sichert legt Einspruch gegen Ergebnis der Landratswahl ein

Friesland (25. 9. 2026) – Der AfD-Kreisvorsitzende Martin Sichert (Zetel) hat wie angekündigt Widerspruch gegen dieLandratswahl im Landkreis Friesland eingelegt. Der Bundestagsabgeordnete hält die Wahl vom 13. September für nicht rechtmäßig, da er vom Kreiswahlausschuss nicht als Kandidat zugelassen worden war.

AfD-Politiker als Kandidat ausgeschlossen

Das Gremium hatte Zweifel ob Sichert (Foto) als einer der führenden Köpfe des vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestuften AfD-Landesverbandes Niedersachsen die Gewähr dafür biete, jederzeit für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzutreten. Das wiederum ist Voraussetzung für ein Beschäftigungsverhältnis als Landrat als „Beamter auf Zeit“.


„Man hat mich rechtswidrig vor der Landratswahl ausgeschlossen“, ist Sichert überzeugt. Bei seinem Einspruch gehe es ihm auch um den den „Schutz der Demokratie“. Es könne nicht angehen, dass „man einfach nach Gutdünken Kandidaten vor der Wahl ausschließen kann“. Sollte sein Einspruch abgewiesen werden, werde er durch alle gerichtlichen Instanzen gehen. Er rechne fest damit, dass er am Ende Recht bekomme. Sein Ziel sei es, dass „diese unwürdige Landratswahl in Friesland wiederholt werden muss“.

Ziel ist die Wiederholung der Wahl

Der Einspruch gegen die Landratswahl muss zunächst von der Wahlleitung im Landkreis Friesland geprüft werden. Eine Entscheidung über den Einspruch fällt der Kreistag. Gegen diese Wahlprüfungsentscheidung könnte dann Sichert vor dem Verwaltungsgericht klagen. Sollte er gewinnen, müsste die Landratswahl wohl wiederholt werden.

Bei der Wahl am 13. September hatte sich Rolf Neuhaus (parteilos) mit 57,5 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang gegen Sibylle Raquet (FDP) und Jan Ole Möller (Die Partei) durchgesetzt.

Wangerland Touristik Thalassa
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Ausbildung in Hooksiel: Wo Azubis nebenbei auf Wettfahrt gehen

Von Theo Kruse

Hooksiel (21. 9. 2026) – Unbesetzte Ausbildungsplätze? Bewerbermangel? Das gilt nicht für die Werft Hooksiel. Und das hat auch mit dem Azubi-Projekt zu tun, das die Firma im vergangenen Jahr gestartet hat. Die Auszubildenden des Betriebs restaurierten in ihrer Freizeit ein stark beschädigtes Segelboot, das bei der Ostseesturmflut im Oktober 2023 in Kiel-Schilksee zum Wrack geworden war. Inzwischen schwimmt die „Azubi X“ wieder und wird von den Lehrlingen des Unternehmens aktiv gesegelt.

Die Auszubildenden Max Hesse (links) und Giuliano van Freeden haben einen Ausbildungsplatz auf der Werft Hooksiel gefunden und können in ihrer Freizeit mit der Firmenjacht Segeltörns auf der Nordsee unternehmen. Foto: Theo Kruse

„Unsere Überlegung war, ein Projekt aufzulegen, an dem sich die jungen Auszubildenden ausprobieren können und verschiedene Techniken der Restaurierung und Reparatur lernen können“, sagt Bootsbaumeister Tanno Kruse. Die Regattajacht vom „Typ X 79“ wies große Löcher im Rumpf und am Heck auf, das Ruderblatt war gebrochen, der Kiel beschädigt.

Unterschiedliche Materialien

Arbeiten mit unterschiedlichen Materialien und Werkzeugen waren nötig, um das Boot zunächst wieder schwimmfähig zu machen. Als schließlich die umfangreiche Sanierung des GFK-Rumpfes abgeschlossen war, musste die glasfaserverstärkte Schale noch geschliffen und lackiert werden. 

Zum Ausbildungsbeginn im August fanden die neuen Azubis Giuliano van Freeden (18) und Max Hesse (17) das Boot jetzt regattafertig vor. „Wir haben die ersten Wettfahrten der Hooksail-Serie mitgemacht; das hat uns viel Spaß gemacht“, berichteten die jungen Azubis. Zwar habe das Angebot der Geschäftsführerin Bettina Kähler, in der Freizeit das Segeln zu lernen und eine schnelle Jacht zu segeln, ihre Berufswahl nicht allein beeinflusst; aber beide begrüßten diese Möglichkeit.

Arbeiten direkt am Wasser

„Die Arbeit hier macht Spaß, direkt am Wasser – und dann die Chance, mit dem Werftboot auf Tour zu gehen. Das ist super!“, sagt Max aus Jever und ist glücklich über seine Berufswahl. Mit Wasser und Booten hat Max zudem als aktives DLRG-Mitglied zu tun und will demnächst seinen Bootsführerschein machen.

Sein Kollege Giuliano ist auf Helgoland aufgewachsen und von daher mit dem Segeln bestens vertraut. „Die ,Azubi X´ ist wirklich ein schickes und schnelles Boot. Wir beide werden im nächsten Winter den Innenausbau realisieren“, sagt der Helgoländer. Die neuen Azubis hatten vor Beginn der Ausbildung ein Praktikum absolviert und dabei schon mal in den Werftbetrieb hinein geschnuppert. 

Kenntnisse für den Standort sichern

„Wir bilden unsere Fachkräfte selbst aus und nehmen gerne Bewerber/innen aus der Region, die wir später als versierte Fachkräfte behalten können“, sagt Betriebsleiter Tanno Kruse. Qualifizierte Werftarbeit entstehe durch Erfahrung, Ausbildung und langfristige Bindung von Fachkräften, ergänzt der Bootsbaumeister, selbst seit über 30 Jahren im Betrieb. Es sei Anliegen der Werft, die Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit verschiedenen Werkstoffen wie Holz, Metall und glasfaserverstärktem Kunststoff (GfK) für den Standort Hooksiel zu sichern und an die nächste Generation weiterzugeben. 

„Hooksiel-life“ stellt in loser Folge Auszubildende vor, die in Hooksiel eine Lehre machen. Bereits erschienen sind Berichte über einen angehenden Einzelhandelskaufmann, eine Medizinische Fachangestellte, einen Maler, zwei Veranstaltungskauffrauen, eine Zimmerin, eine Bäckerei-Fachverkäuferin, einen Handelsfachwirt, einen Koch, einen Landwirt, einen angehenden Fachangestellten für Bäderbetriebe , eine Pharmazeutisch-technischen Assistentin (PTA), einen Industriemechaniker, eine Bankkauffrau und eine Heilerziehungspflegerin.

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Auszeichnung für gute Leistungen und Engagement für andere

Wilhelmshaven/Friesland (24. 9. 2026) – Gute Leistungen verdienen Anerkennung. Besonders dann, wenn sie mit persönlichem Engagement, Verantwortungsbewusstsein und dem Einsatz für andere verbunden sind. Genau diese Verbindung stand im Mittelpunkt der Verleihung des Hans-Bretschneider-Preises 2026 an den Berufsbildenden Schulen in Varel.

AWV-Präsident Tom Nietiedt überreicht den Hans-Bretshneider-Preis an Luca Fynn Jauernig. Foto: AWV

Mit der Auszeichnung würdigte der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade e.V. (AWV) erneut einen jungen Menschen aus der Jade Wirtschaftsregion, der durch seinen erfolgreichen Bildungsweg und sein gesellschaftliches Engagement überzeugt. „Alle Nominierten und Preisträgerinnen und Preisträger zeigen beispielhaft, was mit Engagement, Ausdauer und der richtigen Unterstützung erreicht werden kann“, so der AWV. „Ihre Leistungen sind ein starkes Signal für die Attraktivität der beruflichen Bildung und ein positives Beispiel für andere junge Menschen.“

Chemikant bei Vynova

Im feierlichen Rahmen an der BBS Varel wurde Luca Fynn Jauernig ausgezeichnet. Er habe seine Ausbildung zum Chemikanten bei der Vynova Wilhelmshaven GmbH (heute: Westlake Vinnolit GmbH & Co KG.) mit Bestnote abgeschlossen und dabei nicht nur fachlich überzeugt, sondern sich auch weit über das übliche Maß hinaus engagiert. Jauernig brachte im Werk vor den Toren von Hooksiel die Digitalisierung des Schichtplans voran und verbesserte damit die Einsatzplanung der Auszubildenden sowie den internen Informationsaustausch. Gleichzeitig wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) und arbeitete in dieser Rolle eng mit der Geschäftsführung und dem Betriebsrat zusammen, um die Interessen der Auszubildenden zu vertreten.

Schlüssel für Chancengleichheit 

Der Preisträger unterstützt zudem in einer inklusiven Kampfsportgruppe Menschen mit Beeinträchtigungen dabei, Techniken der Selbstverteidigung zu lernen und mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln. darüber hinaus engagiert er sich in der Ortsgruppe seiner Gewerkschaft.

Im Rahmen der Preisverleihung veranstaltete der Arbeitskreis „Schule-Wirtschaft“ des AWV eine Gesprächsrunde. Dabei wurde deutlich: Berufliche Bildung kann ein Schlüssel für Chancengleichheit sein. „Die Berufsbildenden Schulen bieten Menschen mit unterschiedlichsten Voraussetzungen die Möglichkeit, ihren Weg zu finden, Talente zu entdecken und berufliche Ziele zu verfolgen“ so der AWV. „Gerade diese Offenheit macht sie zu einem wichtigen Baustein für mehr Chancengerechtigkeit.“