Wangerland/Wilhelmshaven (15. 4. 2026) – Die Deiche im Landkreis Friesland und im Bereich der Stadt Stadt Wilhelmshaven haben den Winter und die Sturmflutsaison gut überstanden. Davon überzeugten sich Vertreter des III. Oldenburgischen Deichbandes, der Deichschutzbehörden und der Kommunen am Dienstag bei der Frühjahrsdeichschau. Aber, auch das eine Erkenntnis: Es gibt mit Blick auf die Zukunft jede Menge Handlungsbedarf. Allein für 2026 plant der Deichband Investitionen in Höhe von sechs Millionen Euro.

Im Fokus stehen dabei der Voslapper und der Rüstersieler Seedeich. Seit Jahren schon lässt der Deichband das Deckwerk des Deiches zwischen Hooksiel und dem Jade-Weser-Port erneuern. Stück für Stück. In 2026, so Verbandsvorsteher Eilt-Onno Garlichs, wird der etwa 350 Meter lange 15. Bauabschnitt angepackt. Veranschlagte Kosten: 3,8 Millionen Euro. In 2027, so die Planung, soll das Gesamtprojekt zum Schutz des Deichfußes gegen die anbrandende See dann abgeschlossen werden.
Kleidepots für Deicherhöhung
Abschließen will der Deichband in diesem Jahr auch die Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die Erhöhung und Verstärkung des Rüstersieler Seedeiches. Das Bollwerk hat nach Berechnung von Experten des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) einen so genannten Unterbestick von rund 1,4 Metern. Soll heißen: Damit der Deich auch mit Blick auf den zu erwartenden Anstieg des Meerwasserspiegels Wilhelmshaven schützen kann, muss er erhöht werden.

Insgesamt, so erläuterten Garlichs und Ulrich Wegener von der Unterer Deichschutzbehörde der Stadt Wilhelmshaven, werden dafür rund 200.000 Kubikmeter Klei als Deichbaustoff benötigt. „Auf Deponien an der Maade und in der Nähe des Jade-Weser-Ports haben wir schon 160.000 Kubikmeter gesammelt.“ Die benötige Restmenge soll im laufenden Jahr hinzukommen. Der Deichband rechnet für 2026 für das Projekt mit Ausgaben in Höhe von 600.000 Euro.
Als weitere Großbaustelle zeichnet sich in Wilhelmshaven die Erneuerung des Deckwerkes auf einer Strecke von rund einem Kilometer Länge zwischen dem Helgolandkai und dem Fliegerdeich ab. Auch hierfür sollen im laufenden Jahr die Vorarbeiten vorangetrieben werden.
Schlussrechnung für Hooksiel
Nach drei Jahren abgeschlossen worden ist im vergangenen Jahr die Erhöhung des Hooksieler Seedeiches (zwischen Campingplatz und Strandhaus 1). Hier arbeite man aktuell nur noch an der Schlussrechnung, so Garlichs. Bei dem nächsten Großvorhaben in diesem Bereich, die Sicherung des Hooksieler Badestrandes, sieht er den Deichband selbst nur bedingt in der Pflicht. „Natürlich unterstützen wir das Projekt. Aber aus Sicht des Küstenschutzes ist es nicht notwendig. Insofern können wir auch keine Küstenschutzmittel dafür ausgeben.“
1,1 Millionen Euro will der Verband hingegen in diesem Jahr für den Schutz des Deichvorlandes zwischen Harlesiel und Schillig investieren. Hier sollen bestehende Lahnungsfelder instand gesetzt werden. Mit Hilfe des Verbundes aus Holzpfählen und Reisig wird die Fließgeschwindigkeit des Wassers gedrosselt und die Sedimentation, also die Ablagerung von Sand und Schlick, erhöht.
Im Rahmen ihrer ganztägigen Bereisung begutachteten die Fachleute die Deiche von Varel über Stand bis Wilhelmshaven und weiter von Hooksiel für Schillig bis Harlesiel. Dabei ließen sie sich auch über den Stand der Arbeiten an den Schleusen in Wilhelmshaven (4. Einfahrt) und Hooksiel informieren. Die Sanierung der Bauwerke liegt in der Verantwortung des Bundes beziehungsweise des Landes. Die gute Botschaft für Hooksiel, so Garlichs: „NPorts hat angekündigt, dass die Schleuse wie zuletzt geplant zu Pfingsten wieder in Betrieb gehen kann.“











