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Hooksiel-life: Vom Leben an der Küste

Ururenkel von Käpt’n Wilters auf der Suche nach Spuren seiner Vorfahren

Von Henning Schmidt

Hooksiel (24. 10. 2026) – Meine Oma Irmgard Gaedcke, geb. Biesenthal, wurde am 1. März 1913 geboren und starb am 24. Februar 1998. In ihren Lebenserinnerungen von 1917 bis 1960 schreibt sie auch viel über ihre geliebten Großeltern Tjart und Margerete Wilters aus Hooksiel. 

Lebenserinnerungen der Oma

Meine Oma verbrachte vor allem als Kind viel Zeit bei ihren Großeltern, auch wenn sie eigentlich mit ihren Eltern und ihrer Schwester in Wilhelmshaven wohnte. Ein Grund dafür war die schwere Behinderung ihrer Schwester, die die Aufmerksamkeit der Eltern in Anspruch nahm. In den aufgezeichneten Erinnerungen meiner Oma wird ihre Schwester eher wenig erwähnt.

So oder ähnlich mag es ausgesehen haben, wenn Kapitän Tjart Wilters mit seinem Frachtschiff „Marie“ im historischen Hafen von Hooksiel festgemacht hat, um Holz aus Skandinavien für die Firma Brader (am oberen Bildrand) zu liefern. Archiv-Foto: Agentur am Meer

Aus Erzählungen meiner Oma wussten wir aber bereits, was durch Nachforschungen dazu im Jahr 2025 traurige Gewissheit wurde: Meine Großtante Wilma kam aufgrund ihrer Behinderung 1942 in die sogenannte „Heil- und Pflegeanstalt Wehnen“, wo sie – nach der Befreiung – am 12. Mai 1945 in Folge der Hungereuthanasie der Nazis starb. 

Von Wangerooge nach Hooksiel

Aber zurück zu schöneren Erinnerungen, zurück nach Hooksiel und zu meinem Ururopa. Tjart Wilters wurde am 11. September 1851 auf Wangerooge geboren, seine Familie gehörte vermutlich seit mehreren Generationen zur Seefahrerschaft der Insel – älteste Erwähnungen des Familiennamens reichen bis 1772 zurück. 

Nach der Zerstörung Wangerooges während der großen Sturmflut 1854/55 siedelte die Familie nach Hooksiel über – nach den Erinnerungen meiner Oma war Tjart 9 Jahre alt, was dann 1860 gewesen wäre. Noch zu Lebzeiten meiner Oma lebte die Mutter von Tjart bei der Familie, zu seinem Vater ist zu der Zeit nichts überliefert. 

Tjart heiratete, wahrscheinlich 1885, Margarete Wilhelmine Marie Wilts. Diese wurde am 31. Oktober 1864 geboren. Die beiden bekamen vier Töchter: Else Wilhelmine Theodore, geboren etwa 1887/88 – die Mutter meiner Oma; Clara Mathilde Sophie, ca. 1889; Henny Johanne Marie, ca. 1892 und Käthe Olga Margarethe, ca. 1894.

Ab 1892 wird Tjart im „Jeverschen Wochenblatt“ als Schiffskapitän, in Kirchbüchern als Schiffseigner geführt. Tjart fuhr mit seinem Schiff „Marie“, einer Galiot, nach Norwegen und England. Meine Oma schreibt, er habe „14 Mann“ an Bord gehabt – bei jeder Rückkehr nach Hooksiel wurden die Kinder des Ortes von diesen an Bord mit „Schiffskeksen und Kakao bewirtet“. Zwischen 1900 und 1907 sind Fahrten der „Marie“ historisch belegt. 

Schiff „Marie“ vor Helgoland verloren

Was unklar bleibt: Tjart erzählte meiner Oma mehrfach, wie er sein Schiff bei Helgoland verlor. Sie weiß das Jahr nicht mehr, widerspricht aber ausdrücklich einer Darstellung im Buch „450 Jahre Hooksiel“ des Hooksieler Heimatforschers Hans Ney. Dort wird ein anderer Kapitän beziehungsweise ein Schiff namens „Maria“ genannt.

Meine Oma besteht in ihren Erinnerungen darauf, dass Tjarts Schiff „Marie“ hieß – was auch zeitgenössische Quellen belegen. Wann und unter welchen Umständen die Marie verloren ging, ist bislang ungeklärt. Auch wissen wir nicht, ob alle Besatzungsmitglieder gerettet wurden.

Onkel gründet Navigationsgeschäft

Anschaulich hat meine Oma immer davon berichtet, wie ehrfürchtig die Kinder im Ort die „hohen Herren“ begrüßten, den Paster, den Oberlehrer, Gendarm – und eben Kaptein, ihren Opa. Soziales Prestige bedeutete damals aber keine wirtschaftliche Stärke. Sie schreibt davon, dass ihr Opa regelmäßig sagte „Wie möt jo förs Oller spoarn.“ Das war also auch damals schon ein wichtiges Thema!


Glück hatte mein Ururopa in dieser Hinsicht aber mit seinem Cousin Tanne Cassens. Der wurde nicht nur als toller „Onkel“ für die Kinder beschrieben, sondern gründete ein Navigationsgeschäft, ganz offensichtlich das heute noch in Bremerhaven bestehende Cassens & Plath im Jahr 1902. Er kam zu einigem Wohlstand und schenkte meinen Ahnen sein bisheriges Hooksieler Haus, das diese dann vermieten konnten. 

An Käpt’n Wilters erinnert eine Straße im Ort, die um 1980 herum nach dem Hooksieler Seefahrer benannt wurde. Foto: hol

Die Hooksieler Kinder nahmen meine Oma zunächst nicht mit offenen Armen auf, denn: „De snackt keen Platt.“ Sie erinnert sich aber, das Hooksieler Platt in wenigen Tagen gelernt zu haben. Und zudem habe der Sohn von Holzhandlung Brader gesagt „Irmgard Wilters gehört dotou.“ Und damit war alles geregelt. Wenn es noch Braders in Hooksiel und umzu gibt: Danke für diese Geste! 

Fast beim Spielen im Siel ertrunken

Fast aber hätte es gar keine Erinnerungen und keine Familiengeschichte gegeben: Im Alter von wahrscheinlich fünf Jahren stürzte meine Oma beim Spielen ins Siel – während der Sielmeister drauf und dran war, die Sieltore zu öffnen, was meine Oma und einen mitgerissenen Jungen in die Jade gezogen hätte. Glücklicherweise warnten andere Kinder den Sielmeister und er zog mit einem Haken beide aus dem Wasser und rettete so ihre Leben.

Ich sehe heute noch die weit aufgerissenen Augen meiner Oma vor mir, wenn sie Jahrzehnte später davon berichtete. Seitdem war ihr Wasser wenig geheuer – und sie hat, soweit ich mich erinnere, niemals Fisch gegessen. Zum Glück hat sich das nicht vererbt! 

Noch mit 80 Jahren Ersatz-Lotse

Noch einmal zurück zu Tjart: Meine Oma beschreibt ihn als sehr rüstig, mal habe er mit Mitte 70 zu Fuß die Kinder in Wilhelmshaven besucht, zudem sei er noch mit dem Ruderboot auf die Jade gefahren zum Angeln und habe noch mit 80 als Ersatz-Lotse auf der Jade gearbeitet, wenn Bedarf war. 

Ebenfalls schreibt sie davon, dass er zu den Hooksieler Seenotrettern gehörte, die bei Sturmflut mit „12 Mann“ im Ruderboot in die Jade stachen, um Seeleuten zu helfen. Meine Ururoma habe dann immer eine Kerze ins Fenster gestellt, bis er wohlbehalten wieder zurück war. 

Wer kennt Familie Wilts?

So reich und lebendig der Schatz der Erinnerungen meiner Oma ist, so treibt mich doch die Neugier. Wer war die Familie Wilts, also die meiner Ururgroßmutter? Gibt es noch Nachfahren in Hooksiel? Was ist über sein Schiff bekannt, gibt es vielleicht gar noch irgendwo ein Bild? Wo haben meine Ururgroßeltern gewohnt? Und gibt es Aufzeichnungen zur Seenotrettung in Hooksiel? 

Sollten sich dazu Erinnerungen finden, wäre ich sehr erfreut. 


Anmerkung: Der Autor des Artikels, der Ur-Ur-Enkel von Tjart und Margerete Wilters, lebt in Oldenburg. Wer Ihn bei seinen Recherchen zu seiner Familiengeschichte unterstützen kann und möchte, kann sich gern an „Hooksiel-life“ (Email: infos@hooksiel-life.de) wenden. Je nach Wunsch werden die Informationen weitergeleitet oder ein Kontakt zum Autor hergestellt.

Charmante Rezepte und neue Geschichten der Seenotretter

Von Theo Kruse

Hooksiel (23. 10. 20226) – Henning Janssen zählt zur Stammbesatzung des Seenotkreuzers „Bernhard Gruben“, der im Außenhafen Hooksiel auf seiner Einsatzposition liegt. Während er auf seiner zweiwöchigen Wache an Bord lebt, übernimmt er in den meisten Fällen die Kombüse. Wenn er und seine Kollegen vom kräftezehrenden Einsatz auf der Nordsee zurückkehren, muss ein gutes Essen auf den Tisch.

Seenotretter Henning Janssen kocht in der Kombüse des Seenotrettungskreuzers „Bernhard Gruben“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbruechiger (DGzRS). Foto: Foto: Silke Arends

Für die fünfte Auflage des Seenotretter-Kochbuchs hat Autorin Silke Arends wieder in Kochtöpfe und Kombüsen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) geschaut, unter anderem in Hooksiel. Auf den Stationen hat sie originelle, aber zugleich einfache Rezepte gesammelt und Spannendes aus dem Bordalltag mitgebracht.

Einblicke in den Bordalltag

Orientiert an Veränderungen innerhalb der Rettungsflotte, hat Silke Arends für die neue, inzwischen fünfte Auflage des erfolgreichen Kochbuches einige DGzRS-Stationen erneut besucht. Dabei hat sie sowohl neue Rezepte als auch neue Geschichten zusammengetragen. Das Buch vereint alle 18 der insgesamt 53 DGzRS-Stationen, auf denen fest angestellte Besatzungen rund um die Uhr mit den größeren Seenotrettungskreuzern einsatzbereit sind – also ständig nicht weit von Kochtopf und Kombüse leben und arbeiten.

„Seit das erste Seenotretter-Kochbuch vor mehr als 15 Jahren entstanden ist, sind viele jüngere Seenotretter auf die Stationen gekommen. Sie kochen nach anderen Rezepten und haben mir von fordernden und bewegenden Einsätzen berichtet. Mir hat die Zusammenarbeit mit den Männern sehr viel Freude gemacht“, sagt Silke Arends. Das Ergebnis ihrer Bordbesuche zwischen Borkum und der Greifswalder Oie ist ein Kochbuch mit charmanten kulinarischen Kuriositäten, die gerade deshalb so besonders sind, weil sie mit wenig Aufwand und einfachen Hilfsmitteln zubereitet werden können.

Zwei Gerichte je Station

Die Gerichte sind den verschiedenen Stationen zugeordnet. Jede Station wird mit Informationen zur Mannschaft und zu besonderen Einsätzen vorgestellt. Es folgen je zwei bis vier – eigens von der jeweiligen Besatzung ausgewählte – Rezepte. Darunter sind originelle Kombüsen-Kreationen wie „Lulus Bohnentopf“ von Norderney oder „Kassler mit Schlagseite“ vom Darßer Ort.

Die Schiffe, Stationen und Gerichte sind mit authentischen Fotografien bebildert. Im Preis ist eine Spende für die DGzRS enthalten. Das 144 Seiten starke Buch ist bei Koehler-Verlag Hamburg erschienen. Es kostet 24,95 Euro (ISBN 978-3-7822-1591-6).

Neue Mehrheitsgruppe im Wangerländer Gemeinderat steht

Wangerland (22. 10. 2026) – Der künftige Rat der Gemeinde Wangerland hat eine Mehrheitsgruppe. Die Fraktionen von SPD (6 Sitze), Pro Wangerland (4) und Bündnis 90/die Grünen (2) haben sich auf eine Gruppenbildung verständigt. Die Gruppe hat insgesamt zwölf Sitze und damit rechnerisch eine absolute Mehrheit im 23-köpfigen Gemeinderat.

Wollen im künftigen Gemeinderat als Gruppe eng zusammenarbeiten, ohne die anderen Ratsmitglieder auszuschließen: (von links) Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland), Gaby Szlezak (Bündnis 90/Die Grünen) und Holger Ulfers (SPD). Foto: hol

Als Sprecher der Gruppe wird Holger Ulfers (SPD) fungieren. Seine Stellvertreter sind Dieter Schäfermeier (Pro Wangerland) und Gaby Szlezak (Grüne). Wie das Trio heute gegenüber „Hooksiel-Life“ betonte, solle sich an der Kommunikations-Kultur im Rat aber nichts ändern. „Wir sind immer offen für die Meinungen und Vorschläge der anderen Ratsmitglieder“, so Ulfers.

Guten Umgangsstil erhalten

Zweitstärkste Kraft im Rat, der sich am 3. November konstituieren wird, ist die neunköpfige Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ aus CDU (8) und FDP (1). Mit einem Sitz ist zudem die AfD in dem Kommunalparlament vertreten. Hinzu kommt der neue hauptamtliche Bürgermeister Thies Fischer (CDU).

„Der Umgangsstil soll so bleiben, wie wir ihn in der Vergangenheit schon in der Gruppe SPD/Pro Wangerland gepflegt haben“, sagte Ulfers. Man werde gemeinsam tagen und beraten, um Fragestellungen aus möglichst vielen Perspektiven zu beleuchten. Wenn aber eine Fraktion am Ende zu einer anderen Erkenntnis kommt als die Gruppe insgesamt und möglicherweise im Rat mit der CDU stimme, dann sei das auch okay. „Das nennt man dann Demokratie.“

Mehrheit in Ausschüssen

Die Gruppenbildung hat ganz pragmatische Vorteile. Die niedersächsische Kommunalverfassung garantiert, dass die Mehrheitsgruppe im Rat auch in jedem Fachausschuss des Rates etwa für Soziales, Bauen oder Finanzen die Mehrheit der Sitze bekommt.

Man habe in der Gruppe keine Kernthemen festgelegt, in denen man auf jeden Fall eine gemeinsame Position durchdrücken wolle, so die Sprecher. Verständigt habe man sich aber auf einen ganzen Katalog von Aufgabenfeldern, die man im neuen Rat angehen wolle und müsse. Keinen Aufschub erlauben nach Ansicht von Schäfermeier die baurechtlichen Fragen, die sich aus der Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH (WTG) ergeben.

Viele Baurechtsfragen

Bekanntlich will die gemeindeeigene WTG für ihre Sanierung große Teile ihres Immobilienvermögens (Areal Zum Hafen 3 in Horumersiel, Campingplatz Schillig und den Komplex des ehemaligen Meerwasser-Hallenwellenbades Hooksiel) an Investoren verkaufen. Für die Planungen der neuen Eigentümer müsste dann gegebenenfalls durch den Rat neues Baurecht geschaffen werden.

Zunächst aber müssten die neuen Ratsmitglieder im Rathaus ankommen und mit den Themen vertraut werden, unterstrichen Ulfers, Schäfermeier und Szlezak. Als Gruppe werde man sich möglichst schnell mit dem neuen Bürgermeister zusammensetzen, um das Miteinander und die Schnittstellen von Verwaltung und Politik zu besprechen. Darüber hinaus müssten eine Reihe von Themen aus dem alten Rat fortgeführt werden. Dazu gehöre der Bau des neuen Feuerwehrhauses und der Grundschule Hohenkirchen, die Planung für das ehemalige Feuerwehrareal am Alten Hafen in Hooksiel sowie die Gemeindeentwicklungs-Planung mit der Entzerrung von Dauerwohn-, Zweitwohn- und Ferienwohngebieten.

Neue Wohngebiete

Mit dem absehbaren Umzug der Feuerwehr in Hohenkirchen aus dem Ortskern ins Gewerbegebiet stelle sich zudem die Frage, so Gaby Szlezak, wie das Zentrum von Hohenkirchen gestärkt werden kann. Aus Sicht von Ulfers müsse der komplette Flächennutzungsplan für die Gemeinde überarbeitet werden. Dazu gehörten dann auch Überlegungen zu neuen Wohn- und Gewerbegebieten – darunter auch zu neuen Bauplätzen in Hooksiel oder einem Platz für einen Netto-Markt im Ort.

Auf Initiative der Wählergruppe Pro Wangerland soll sich der neue Rat verstärkt das Thema „Bevölkerungsschutz“ in den Blick nehmen. Dazu gehörten neben der Umsetzung des Feuerwehrbedarfs-Planes und eines Generalentwässerungs-Planes auch Vorkehrungen für unterschiedlichste Katastrophen-Szenarien.

Priorität bei Gemeindefinanzen

Höchste Priorität für die Gruppe habe aber die Konsolidierung der Gemeindefinanzen. „Wenn wir unsere Finanzen nicht in den Griff bekommen, ist mittelfristig die Selbstständigkeit der Gemeinde Wangerland in Gefahr“, befürchtet Gruppensprecher Ulfers. Ein wichtiger Schritt dabei wäre es, wenn die Einwohnerzahl über die 10.000er-Marke klettert.

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Acht Stimmen für die Jugend im Landkreis Friesland

Friesland/Wangerland (22. 10. 2026) – Acht junge Menschen, viele Ideen und ein gemeinsames Ziel: Die Interessen junger Menschen in Friesland vertreten. Das neue Jugendparlament Friesland (JuPa) steht. Alle acht Kandidatinnen und Kandidaten, die sich zur Wahl gestellt hatten, wurden gewählt. Karina Pik (Varel) und Niklas Doyen (Wangerland) bilden das Vorstandsteam. 

Das neue Jugendparlament: (von links) Malak Mamo, Niklas Doyen, Karina Pik, Noah Tuchen, Rania Aoibheal Wichner, Oskar Lehmann undFranziska Endrulli. Auf dem Bild fehlt Neele Hedemann. Foto: Landkreis Friesland

Neben Karina Pik und Niklas Doyen gehören Noah Tuchen (Jever), Franziska Endrullis (Schortens), Malak Mamo (Sande), Oskar Lehmann (Varel), Neele Hedemann (Sande) und Rania Aoibheal Wichner (Zetel) dem neuen Jugendparlament an. Gemeinsam möchten sie eigene Themen einbringen, Ideen entwickeln und die Zukunft Frieslands aktiv mitgestalten.

Das Jugendparlament Friesland gibt es seit 2017. Es vertritt die Interessen junger Menschen gegenüber Politik und Verwaltung und beschäftigt sich mit Themen, die ihren Alltag unmittelbar betreffen. Dazu gehören beispielsweise die Situation an Schulen, Freizeitangebote, Busverbindungen und Treffpunkte für Jugendliche. Mit dem JuPa haben junge Menschen in Friesland eine Stimme, um ihre Perspektiven einzubringen und die Entwicklung des Landkreises mitzugestalten.

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Wohnmobil muss ausweichen und fährt gegen einen Baum

Wangerland (22. 10. 2026) – Bei einem Unfall auf der Kreisstraße 88 im Bereich Wangerland-Sophiengroden sind ein Wohnmobil und ein Baum beschädigt worden. Ein weiteres beteiligtes Fahrzug fuhr weiter, ohne sich um den Schaden zu kümmern.

Das Wohnmobil war nach bisherigen Ermittlungsstand gegen 12.20 Uhr in westlicher Richtung unterwegs. Dabei sei ihm ein bislang unbekannter Pkw entgegengekommen, dessen Fahrer sich offenbar nicht an das Rechtsfahrgebot gehalten habe und trotz der geringen Fahrbahnbreite mittig der Fahrbahn gefahren sei, so die Polizei.

Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, wich der Wohnmobilfahrer aus und touchierte dabei einen am rechten Fahrbahnrand stehenden Baum. Sowohl am Wohnmobil als auch am Baum entstand Sachschaden. Der entgegenkommende Pkw setzte seine Fahrt fort, ohne dass sich der Fahrer um den entstandenen Schaden kümmerte. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Polizei in Jever unter der Rufnummer 04461/7449-0 in Verbindung zu setzen.

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Regine Kolping stellt Historien-Roman über Wangerooge vor

Hooksiel (19. 10. 2026) – Regine Kölpin stellt am Freitag, 30. Oktober, ab 19 Uhr im Gästehaus Hooksiel ihren neuen historischen Roman über Wangerooge, Aufbruch und Freundschaft vor. Der Titel: „Das Seebad am Nordseestrand“. Inhaltlich geht es um Ehrgeiz, Freundschaft und den Preis des Aufstiegs. 

In dem Ende Juli dieses Jahres erschienenen Roman entführt die Autorin aus Neustadtdgödens nach Wangerooge im Jahr 1829. In eine Zeit, in der aus einem bescheidenen Seebad ein Ort von Glanz und Ansehen werden soll. Im Mittelpunkt steht Bernhardine Westing, die, als ihr Mann zum Badekommissar ernannt wird, das Unmögliche wagt und mit rigoroser Entschlossenheit den Aufstieg des Seebads vorantreibt, nicht zur Freude aller Wangerooger.

Beeke Tammen, eine Insulanerin aus einfachen Verhältnissen, findet in Bernhardines Küche nicht nur Arbeit, sondern ihre Berufung und wird der unnahbaren Frau zur engsten Vertrauten. Doch dann wird ihre aufblühende Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. 

Mit historischer Genauigkeit und viel Gespür für ihre Figuren erzählt Regine Kölpin von Ehrgeiz und Zusammenhalt, von gesellschaftlichen Umbrüchen und der Frage, was Freundschaft aushalten kann, und zeichnet zugleich ein lebendiges Bild der Anfänge des Seebäderwesens an der Nordsee. 

Alle Nordseefans können sich auf einen unterhaltsamen Abend mit der Autorin freuen, der mit einer Signierstunde endet. Einlass ins Gästehaus ist ab 18.30 Uhr. Tickets sind ab 10 Euro in den Tourist-Informationen oder online unter wangerland.de erhältlich. 

Neue Pfarrerin lässt sich von schwieriger Lage nicht abschrecken

Hooksiel (21. 10. 2026) – Hooksiel bekommt einen neue Pfarrerin. Im Wangerland ist Vera Rosin schon seit dem 1. September angekommen. Voraussichtlich im November wird sie dann aus einer Ferienwohnung in Schillig in ein Häuschen in der Friesenstraße umzuziehen. Endlich, so sagte die 60-Jährige bei ihrer Vorstellung vor dem Männerkreis der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde im Walter-Spitta-Haus, werde dann das Leben aus Koffernein Ende haben.

Strahl Zuversicht und Tatkraft aus: die neue Pfarrerin der ev.-luth. Kirchengemeinde Wangerland: Vera Rosin. Foto: hol

Vera Rosin ist Nachfolgerin von Stefan Grünefeld, der Hooksiel in Richtung Oldenburg verlassen hat. Auf Anraten ihres Sohnes habe sie sich auf die freie Stelle an der niedersächsischen Küste beworben und dafür ihre Pastoren-Stellung im westfälischen Herten verlassen. Damit geht ein Lebenswunsch etwas frühe als geplant in Erfüllung.

Der Hektik im Ruhrgebiet entflohen

Wie die gebürtige Dortmunderin schilderte, hätten sie und ihr Ehemann stets vorgehabt, mit dem Eintritt in den Ruhestand in ihren Urlaubsort Wangerland umzuziehen, um sich der Hektik und der Feinstaub-Belastung im Ruhrgebiet zu entziehen. Ihr Mann sei inzwischen Rentner. Die freie Stelle im Wangerland habe dem Paar die Chance eröffnet, die geplanten Umzug um fünf Jahre vorzuziehen.

Ein Glücksfall für beide Seiten, wie Kirchenältester Heinz Martin unterstrich. Auf die erste bundesweite Ausschreibung hätte sich nur ein Interessent gemeldet, dessen Bewerbung aber an arbeitsrechtlichen Fragen gescheitert sei. In der zweiten Runde habe sich dann Vera Rosin gemeldet. Künftig, so die Gefahr, würden viele frei werdende Stellen vakant bleiben. Martin: „Es gibt aktuell so gut wie eine Studierenden der evangelischen Theologie und damit keinen Pastoren-Nachwuchs.“ 

Sorgenkind Walter-Spitta-Haus

15 Männer um Männerkreis-Sprecher Herbert Ulfers nutzten am Dienstagabend die Gelegenheit, die neue Pfarrerin kennenzulernen und einige Themen aus dem aktuellen Gemeindeleben anzusprechen. Davon gibt es genug, sie sich zeigte. Die Fusion von ehemals acht selbstständigen Gemeinde zur Kirchengemeinte Wangerland ist erst vor wenigen Monaten abgeschlossen worden.

Die Organisationsstruktur sieht nur noch zweieinhalb Stellen für Geistliche vor. Dafür gibt es im Gemeindegebiet aber zehn unter Denkmalschutz stehende Kirchen, ebenso viele Friedhöfe und Gemeindehäuser, von denen mittelfristig die meisten aufgegeben werden sollen. Auch das Walter-Spitta-Haus in Hooksiel. Männerkreis-Mitglied Dietrich Gabbey forderte Vera Rosin auf, sich mit dafür einzusetzen, dass die Kirche mit ihren Mitgliedern über die Zukunft des Gebäudes ins Gespräch kommt. Es wäre ein schwerer Verlust für Kirche und Ort, wenn dieser soziale Treffpunkt verloren ginge.

„Es gibt immer eine Lösung“

Vera Rosin ließ sich von den Problemlagen nicht schrecken. Sie vermittelte den Eindruck, für pragmatische Lösungen zu stehen. Ihr Lebensmotto, was sie von ihrem Vater, einem Bergmann, übernommen habe: „Es gibt immer eine Lösung. Und wenn etwas nicht passt, dann wird es passend gemacht.“

Das künftige Theologen-Team, zu dem noch Hanja Harke und Fredo Eilts gehören, ist jeweils für das gesamte Wangerland zuständig. Gottesdienste, Taufen, Konfirmationen, Trauungen, Beerdigungen. Ihren persönlichen Schwerpunkt sehe sie bei Trauerfeiern, sagte Vera Rosin. „Hier schlägt mein seelsorgerisches Herz.“ Sie werde sich Zeit nehmen für Gespräche, um den Angehörigen beim Trauergottesdienst die Gelegenheit zu geben, sich von den Verstorbenen zu verabschieden. Einen zweiten Schwerpunkt ihrer Arbeit im Wangerland soll die Urlauberseelsorge bilden. 

Vortragsabend zur Volkskrankheit Vorhof-Flimmern

Sanderbusch/Wangerland (21. 10. 2026) – Die Deutsche Herzstiftung, die Kardiopraxis Friesland und Friesland Kliniken laden für Mittwoch, 4. November, zu einem kostenlosen Vortragsabend in das Nordwest-Krankenhaus (NWK) Sanderbusch ein. Im Rahmen der „Herzwochen“ der Deutschen Herzstiftung steht das Thema „Herz aus dem Takt – Vorhofflimmern erkennen und handeln“ im Mittelpunkt.

Eintritt kostenlos

Die kostenlose Veranstaltung findet von 18 bis 20 Uhr im „Bistro“ des NWK, Am Gut Sanderbusch 1, statt. Um Anmeldung unter Telefon 04422/80-1837 oder per Mail an bildungszentrum@friesland-kliniken.de wird gebeten.

Vorhofflimmern wird im Gesundheitswesen als Volkskrankheit eingestuft. Es ist die am häufigsten auftretende anhaltende Herzrhythmusstörung, die unbehandelt zu großen Komplikationen bis hin zum Schlaganfall führen kann.

„Deshalb ist Aufklärung sehr wichtig, denn frühzeitig erkannt, bestehen gute Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten“, sagt der Chefarzt der Kardiologie und internistischen Intensivmedizin der Friesland Kliniken am Standort Sanderbusch, Privatdozent Dr. Claus Lüers (Foto). 

Praktische Tipps von Medizinern

In seiner Funktion als Mitglied des Beirats der Deutschen Herzstiftung lädt er mit Helmut Hüskes, ehrenamtlich tätiger Beauftragter der Herzstiftung, sowie der Kardiopraxis Friesland zu dem Informations- und Vortragsabend ein. Neben Lüers werden seine Kollegin und Oberärztin Dr. Susanne Heipke-Thiem sowie die Kardiologen Dr. Tobias Härle und Dr. Felix Wahldiek von der Kardiopraxis Friesland (Sanderbusch) unterschiedliche Aspekte des Themas beleuchten.

Ursachen und Symptome von Vorhofflimmern, Risiken, mögliche Begleiterkrankungen sowie Behandlungsmöglichkeiten von Medikamenten bis hin zu interventionellen Verfahren stehen dabei im Fokus. Darüber hinaus gibt es praktische Tipps, wie man seine Herzgesundheit erhält und stärkt. 

Blutspende: Leckereien versüßen den Umzug zur Feuerwehr

Hooksiel (20. 10. 2026) – Keinen Personalausweis dabei? Kein Blutspende! Da kennt der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kein Pardon. Selbst der auf dem Handy hinterlegte digitale Ausweise erlaubt keine Ausnahme. Also zurück nach Hause. Neuer Anlauf.

Haben sich über Jahre um das leibliche Wohl der Blutspender im Walter-Spitta-Haus gekümmert: (von links) Annegrete Neumann, Marianne Bruns, Kerstin Woitak, Dora Claasen, Sieglinde Schandinat und Rosi Engelbrecht. Foto: Schriever

Registrieren lassen. Fragebogen zu Gesundheitszustand, Impfungen und Sexualpraktiken ausfüllen. Eisenwert im Blut und Blutdruck überprüfen lassen. Noch einmal den Personalausweis vorzeigen. Schon sitzt man auf dem Spenderplatz im großen Saal des Walter-Spitta-Hauses.

Stärkung nach der guten Tat

„Name und Geburtsdatum?“ Natürlich. Auf jeden Fall muss vermieden werden, dass die Blutspende einer falschen Person zugeordnet wird. Ein kurzer Piks in die Armbeute und das Blut läuft. Tropfen für Tropfen steigt das Gefühl, etwas Gutes zu tun. Anderen Menschen möglicherweise zu helfen.

Der Spendenbeutel ist voll. Kanüle raus, Pflaster auf die Einstichstelle und ab in den Nebenraum. Hier wartet ein reichlich gefülltes Büfett zur Stärkung. Kaffee und Kuchen, leckere belegte Brote, Suppen und sogar Schokoküsse. Was isst man nicht alles gern, um wieder zu Kräften zu kommen?

Für die Leckereien verantwortlich ist ein Kreis von Helferinnen der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wangerland. Seit Jahren. Die Frauen backen und Kochen dreimal jährliche für die Blutspender. Von Anfang an, seit genau 14 Jahren, dabei war die Hooksielerin Sieglinde Schandinat, die auch die Registrierung der Spender im Gemeindehaus der Kirchengemeinde übernommen hat.

Damit ist jetzt Schluss. Der Blutspendedienst zieht zum nächsten Jahr um ins Feuerwehrgerätehaus am Hohe Weg. Dann übernimmt die Freiwillige Feuerwehr Hooksiel die Organisation der Termine und die Beköstigung der Spender.

Dankeschön an Helferinnen

Kirchenälteste Bettina Schriever dankte an diesem Montag allen Helferinnen aus der Kirchengemeinde für ihre Engagement in den vergangenen Jahren und überreichte ihnen eine kleine Aufmerksamkeit.

Zum Blutspendeteam gehörten neben Sieglinde Schandinat, Rosi Engelbrecht, Marianne Bruns, Annegrete Neumann, Dora Claasen und Kerstin Woitak. Mit Ausnahme von Kerstin Woitak ziehen sich die Damen mit dem Umzug zur Feuerwehr aus dem Blutspende-Dienst zurück. Ein Dankeschön überbrachte Bettina Schriever auch an Eike Frerichs und Fred Jacobi für deren logistische Unterstützung bei der Ausrichtung der Blutspenetermine. 

Von Nachhaltigkeit zu Natur: Einblick in regionale Vielfalt

Wangerland (20.10. 2026) – Am Wochenende, 24. und 25. Oktober, öffnet der Wanama, der „Wangerländer Naturmarkt“, zum sechsten Mal seine Türen. Samstag und Sonntag können Gäste und Einheimische in der einst als Nachhaltigskeits-Markt etablierten Veranstaltung jeweils von 10 bis 16 Uhr Produkte aus der Region kennenlernen und sich über die Arbeit lokaler Initiativen informieren. Der Eintritt ist kostenfrei.

Die Besucher erwartet ein vielseitiges Angebot aus handgefertigten Produkten, kulinarischen Spezialitäten und Kunsthandwerk. Das Sortiment reicht von Erzeugnissen rund um das Schaf und friesischem Honig über Kosmetikprodukte und Makramee-Arbeiten bis hin zu Dekorationen für Haus und Garten. Die Aussteller präsentieren ihre Produkte und Projekte, berichten von ihren Erfahrungen und geben praktische Tipps für den Alltag. 

Informationen und Mitmachangebote rund um Natur- und Umweltschutz bieten unter anderem lokale Verbände und Initiativen wie WAU, BUND Wilhelmshaven, JadeWale e. V. sowie Erde und Flut. Am Stand des Nationalpark-Hauses Wangerland erfahren Besucher mehr über die Tierwelt der Region und können einen Blick durch das Mikroskop werfen. Beim Spinnkreis Neustadtgödens kann gefilzt und das traditionelle Spinnen beobachtet werden. 

Für Kinder finden an beiden Tagen um 11 und15 Uhr kostenfreie Vorstellungen des beliebten Bilderbuchkinos in der Bücherei statt. Von 11.30 bis 15 Uhr wird eine Bücherei-Rallye angeboten. Zudem informieren das Fairmobil aus Aurich und die Jägerschaft Friesland-Wilhelmshaven über ihre Arbeit. 

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